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Ganz still rückt man aus der Schanz.
Die Musketier wie auch die Reiter
Thåten alle tapfer streiten:
's war fürxahr ein schöner Tanz !

Ihr Constabler auf der Schanze,
Spielet auf zu diesem Tarze
Mit Starthaunen groß und klein,
Mit der großen, mit den kleinen-
Auf die Türfen, auf die Heiben,
Daß fie laufen all davon !

Prinz Eugenius wohl auf der Rechten
That als wie ein Löwe fechten,
A18 General und Feldmarschall.
Prinz Ludewig ritt auf und nieder ;
, Halt't euch brav, ihr deutschen Brüder,
Greift den Feind nur herzhaft an!"

Prinz Ludewig, der mußt aufgeben
Seinen Geist und junges Leben,
Ward getroffen von dem Blei.
Prinz Eugen war sehr betrübet,
Weil er ihn so sehr geliebet;
Ließ ihn bring'n nach Peterwarbein.

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Der Choral bon Leuthen.

(5. December 1757) Gesiegt hat Friedrichs kleine Schaar. Rasch über Berg und

Thal
Von bannen zog das Saiserheer im Abendsonnenstrahl.

Die Preußen stehn auf Leuthens Feld, das heiß noch von der

Schlacht, Des Tages Schredenswerke rings umschleiert mild die Nacht. Doch bunkel ist’s hier unten nur, am Himmel Licht an Licht, Die goldnen Sterne ziehn herauf wie Sand am Meer To dicht,

6 Sie strahlen so besonders heut, so festlich hehr ihr Lauf, Es ist, als wollten sagen fie: ,,Shr Sieger, blicet auf!" Und nicht umsonst. Der Preuße fühlt's: es war ein großer

Tag. Drum stil im ganzen Lager ift's, nicht Jubel noch Gelag, 10 So ftill, so ernft die Krieger all, kein Lachen und fein

Spott — Auf einmal tönt es durch die Nacht: „Nun banket alle Gott!" Der Alte, dem's mit Macht entquou, singt's fort, doch nicht

allein, Ram’raden um ihn her im Sreis, gleich stimmen sie mit ein. Die Nachbarn treten zu, es wächst lawinengleich der Chor, 15 Und voller, immer voller steigt der Lobgesang empor. Aus allen Zelten ftrömts, es reiht sich singend Schaar an

Schaar, Einfallen jeßt die Jäger, jeßt fällt ein auch der Husar. Auch Musika will feiern nicht, zu reiner Harmonie Lenkt Horn, Hobo' und Klarinett die heil’ge Melodie. Und stärker noch und lauter noch, es schwillt der Strom zum

Meer: Am Ende, wie aus einem Mund, singt rings das ganze Heer. Im Echo donnernd wiederhalt's bas aufgeweckte Thal, Wie hundert Orgeln braust hinan zum Himmel der Choral.

Hý. Besser.

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Der König und der Müller.
Es wohnt ein Müller sorgenfrei
In seiner kleinen Mühle.
Das Mühlchen flappert Brot herbei
Bei Sonnenbranb und Stühle.
Nicht weit davon ein König hatt'
Ein Schloß fich aufgebauet.
War' nicht die Mühl, man hätte Stadt
Und Land draus überschauet.
Der König bot dem Müller Gelb :
,,Verkauf' mir beine Hütte!
Bau neu sie auf, wo dir's gefällt,
Nach größerm Maß und Schnitte."-
Mein Mühlchen ist mir gut genug,
Das lafi' ich meinen Erben;
Es trågt des Vaters Segendspruch,
Hier wil ich ruhig sterben."
Der Fürst sagt ja, der Müller nein;
Der Fürst wird ungeduldig.
„Ich bin dein Herr; das Land ist mein;
Du bist zu weichen schuldig !"-
,,Ich weiche nicht". - ,,Dann muß Gewalt

-
Den starren Sinn dir beugen."-
„Ihr irret, Herr, Euch werden balb
Die Richter andres zeigen."
, Die Richter ?“ — fällt dem König ein,
Die selbst er eingeseket

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„Da hast du Recht;- ich geb' mich drein,
Dein Gut bleibt unverleşet!"
Seit jener Stunde lebten sie
Als Freunde, hoch und niedrig.
Des Schlosses Nam' ist Sanssouci,
Des Königs Name Friedrich.

Curtmann

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Der alte Liethen.
Joachim Hans von Ziethen,
Husaren-General,
Dem Feinb bie Stirne bieten
That er die hundert Mal.
Sie haben's all erfahren,
Wie er die Pelze tusch
Mit seinen Leibhusaren,
Der Ziethen aus dem Busch.
Hei, wie den Feind sie bläuten
Bei Lowofiß und Prag,
Bei Liegniß und bei Leuthen,
Und weiter, Schlag auf Schlag!
Bei Torgau, Tag der Ehre,
Ritt selbst der Friß nach Haus,
Doch Ziethen sprach : ,,Ich kehre
Erst noch mein Schlachtfeld aus."
Sie famen nie alleine,
Der Ziethen und der Friß,
Der Donner war der eine,
Der andre war ber Bliß.

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Es wies sich Steiner träge,
Drum schlug's auch immer ein,
Ob warm', ob kalte Schlage,
Sie pflegten gut zu sein.
Der Friede war geschloffen;
Doch Krieges Luft und Qual
Die alten Schlachtgenossen
Durchlebten's noch einmal.
Wie Marschau Daun gezaubert,
Und Friß und Ziethen nie,
Das ward ießt durchgeplaudert
Bei Tisch in Sanssouci.

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Einst mocht es ihm nicht schmeđen,
Und sieh, der Ziethen schlief.
Ein Höfling will ihn wecken,
Der Stönig aber rief:
,,Laßt schlafen mir den Alten!
Er hat in mancher Nacht
Für uns fich wach gehalten —
Der hat genug gewacht!"

Ihcotor Fontane.

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Das Lied von Schill.

(1809)
Es zog aus Berlin ein tapferer Helb,
Er führte sechshunbert Reiter in's Felb,
Sechshundert Reiter mit redlichem Muth,
Sie dürsteten alle Franzosenblut.

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