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Chronik des Aachener Geschichtsvereins

für die Jahre 1879-80.

Der Verein für die Geschichte Aachens und des gegenwärtigen, das vormalige reichsstädtische Gebiet und den größten Theil des Herzogthums Jülich umfassenden Regierungsbezirks, ist in das dritte Jahr seines Bestehens getreten. Die Hoffnungen und Erwartungen, welche zu seiner Bildung Anlaß gaben und sich in dem zu Ende des Winters 1879 veröffentlichten Aufruf an die Bewohner von Stadt und Land aussprachen, sind nicht getäuscht worden. Die Bethei= ligung ist, Dank dem Interesse, welches sich überall und in allen Schichten der Bevölkerung kundgab, und durch thätige Förderung seitens der verschiedenen Behörden unterstüßt wurde, eine ungewöhnlich rege gewesen und hat sich über alle Theile des hier in Betracht kommenden Gebietes ziemlich gleichmäßig erstreckt. Das im ersten Hefte der Zeitschrift abgedruckte Verzeichniß der Mitglieder, welches im wesentlichen, mancher einzelnen Veränderungen ungeachtet, heute noch maßgebend geblieben ist, hat von dieser Betheiligung erfreuliche Kunde gegeben, und der Betrag der Geldmittel hat in Folge derselben, ungeachtet des mäßigen Sages der Jahresbeiträge, abgesehen von den bei der Gründung eines solchen Vereins stets vorkommenden Kosten, nicht nur die Publication der historischen Zeitschrift nach einem der ursprünglichen Absicht mehr als entsprechenden Maßstabe, sondern auch die Bildung eines für die bestehenden Verhält= nisse nicht unbedeutenden Reservefonds ermöglicht. Nicht minder

rege ist die literarische Betheiligung gewesen. Die beiden Bände der Zeitschrift legen Zeugniß davon ab,1) und zeigen, daß es keine irrige Voraussetzung war, wenn die Begründer des Vereins davon ausgingen, daß es nur eines Organes bedurfte, um dem Interesse an der Geschichte der engern Heimath neue Nahrung zu geben, einzelne historische Punkte eingehender zu erläutern, und Materialien zu sammeln, die ohne einen solchen Mittelpunkt theils mit Vergessenheit, theils sogar mit Vernichtung bedroht sind. Die Localforschung, auf welche es heute in vielen Fällen vorzugsweise ankommt, wird durch solche Vereine am meisten angeregt und begünstigt. Es ist ein erfreuliches Zeichen, daß dies in den verschiedenen Theilen des von dem unsrigen in seinen Bereich gezogenen Gebietes der Fall ist. Denn, wie schon bei der Gründung bemerkt wurde, gerade für die Erläuterung der historischen Vergangenheit des vormaligen Herzog= thums Jülich bleibt noch sehr viel zu thun, und urkundliche Schäße sind noch in Menge ungehoben, obgleich in unseren Tagen die Forschung auf einzelnen Punkten weit ernster und ergiebiger geworden ist. Es braucht hier nicht bemerkt zu werden, daß die Mittheilung auch scheinbar geringfügiger Facta oder Funde den Zwecken des Vereins wie der Zeitschrift besonders entspricht.

Während die Verhältnisse des Vereins sich in Bezug auf Mitgliederzahl und Publicationen günstig gestaltet haben, sind dessen auswärtige literarische Beziehungen in nicht minder erfreulichem Fortgange begriffen. Bis jetzt sind wir mit folgenden 23 Vereinen, Anstalten und Redactionen in Verbindung und Austausch der betreffenden Druckschriften getreten:

Historischer Verein für den Niederrhein.

Verein der Alterthumsfreunde im Rheinland.
Bergischer Geschichtsverein.

Verein zur Erforschung rheinischer Geschichte und Alterthümer
in Mainz.

1) Eine mit S gezeichnete, nach den Localitäten geordnete Uebersicht des Inhalts der beiden Bände der Zeitschrift brachte das Aachener „Echo der Gegenwart" 1880, Nr. 295.

Verein für Nassauische Alterthumskunde.

Verein für Geschichte und Mterthumskunde in Frankfurt a/M.
Freies deutsches Hochstift in Frankfurt a/M.

Historischer Verein für die Pfalz.

Historischer Verein für Unterfranken und Aschaffenburg.

Historischer Verein für den Breisgau.

Württembergisches statistisch-topographisches Bureau.

Germanisches Museum in Nürnberg.

Verein für Westfälische Geschichte und Alterthumskunde.
Redaction des Literarischen Handweisers in Münster i/W.
Historischer Verein für Osnabrück.

Historischer Verein für Niedersachsen.

Verein für Thüringische Geschichte und Alterthumskunde.
Verein für Geschichte der Mark Brandenburg.

Verein Herold" für Heraldik und Sphragistik in Berlin.
Verein für Hansische Geschichte.

Redaction der Monatsschrift für westdeutsche Geschichte.

Section historique de l'Institut du Luxembourg.

Société historique et archéologique du Duché de Limbourg. Da diese Zahl sich voraussichtlich vermehren wird, braucht nicht bemerkt zu werden, daß im Lauf der Zeit der Ansammlung einer nicht unbedeutenden Reihe historischer Zeitschriften und anderer Werke entgegengesehen werden darf, welche für Aachen von um so größerm Werthe zu werden verspricht, als dies Fach hier sehr schwach vertreten ist.

Seit der ersten am 27. Mai 1879 unter dem Vorsitz des Herrn Oberbürgermeisters von Weise stattgefundenen constituirenden Generalversammlung, über welche in dem Vorbericht zum I. Bande der Zeitschrift Nachricht gegeben worden ist, haben sechs Vorstandssizungen stattgefunden, die erste am 13. Juni 1879 unter dem Vorsitz des Geh. Sanitätsraths Dr. Reumont, die übrigen am 4. Juli und 4. November 1879, 3. Juli, 24. October und 16. November 1880 unter dem Vorsiz des Geh. Legationsraths von Reumont. Der Sizung vom 3. Juli wohnten der an Stelle des verstorbenen Prof. Dr. Savelsberg zum ersten Vicepräsidenten gewählte Prof. Dr. Loersch von der Universität Bonn und der

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