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den gesammten Vorrath unserer Literatur zunädyst für die Sprachfenntniß selbst zu benuten; und dieses wurde die vorherrschenre Tendenz, besonders seitdem rie Gebr. Grimm om gesdichtlichen Studium der Muttersprache Babu braden. Damit hängt dann die liebericházung unsrer älteren Nationalrichtungen zusammen, und wie man auf der einen Seite anfing, auf den Schulen die älteren Sprachformen um der in denselben abgefaßten Dichterwerte willen zu lehren, so benußte man auf der andern Seite die Lösung der lekteren, um den Schüler in eine geschichtliche Stenntniß uns serer Sprache einzuführen, in einem Maße, wie sie (and nach J. Grimm's Ur: theil) nur für den gelehrten Sprachforscher gehört. Man ist jedenfalls häufig in beiden Bezichungen zu weit gegangen. Hinsichtlid, der vielfady beliebten Lesung der Nibelungen dürfen wir uns furz auf die gewichtige Autorität von Bera vinus beziehen, der über dieses Nationalepos sagt (I, 369): „Zur Bildung der Frübjugend halte ich seinen Gebrauch um es offen zu sagen, eher für skådlich, als für núßlicy," ja binzufügt, überhaupt möchte er dabei zur äußersten Versicht rathen," und die Einführung „höchstens in der obersten Klasie räthlich fins den. Gine Nation, die die Bibel und den Homer zu ihren (Erzichungsbüchern gemacht hat, die sich am besten Marf der ganzen M onid heit náhren will, kann einem solchen Werfe , wie sie Nibelungen, feinen so bevorzugenden Rang unter ihren Bildungs- und Interricht & mitteln gönnen.“ (Vgl. die ganze Stelle S. 369 – 372.)

Und indem wir wie G. mit foster Austauer die alten Sprachen als Grunds lage unsrer Gymnasialvilrung betrachten, haben wir uns auch zu hüten, daß wir dem historischen Studium der Muttersprache nicht zu viel Zeit auf unsern schon so vielfach zersplitterten Gymnasien einräumen, und dicie dem Studien der alten Spra: dhen oder unserer deutschen Klassifer entziehen.

Mittels dieser allgemeinen Ansichten über die Art, das Studium der Literatur: geschichte zu betreiben, schließen wir uns im Ganzen der in „Weber's Grundrig“ befolgten Methode an. In diesem ist überall cas Sachlide hervorgehoben, und die kurzen Inhaltsangaben der größeren Literaturwerfe sind sehr zweckmäßig und oft vortrefflich. Der fufturhistorische Standpunft ist umso mehr festgehalten, da tas Büchelchen ursprünglich nur ein , Anhang“ 008 „Lehrbuchs der Weltgeschichte ron deinselben Berf. als Ergänzung der in das lektere aufgenommenen literar: bistorischen Abschnitte. lind so erscheint uns dieser Grundriß als ein sehr an. gemessener Leitfaden für den Unterricht in der Literaturgeschichte „für höhere Sdulanstalten und zur Selbstbelehrung.“ besonders wenn zugleich das früher ver: beißene und icßt im (rscheinen begriffene Sammelwert derselben Verf. benußt wird, um Proben aus den besprochenen Literaturprodukten fennen zu lernen.

Im Einzelnen fönnen wir freilich nicht in allen Stüden mit W. übereinstim: inen, abgejehen noch davon, daß bier das Sprachli de und Literarische fait gänglich bei Seite geseßt ist. Insbesondere sind die Eintheilungen oft verwir: rend, und die (entwickelung des Einfluffer, den die Gesanımtiage der Nation auf die Literatur, wie diese auf jene übte, vielfach ungenügend. In Bezug auf das Leftere deuten wir hier nur an, daß §. 45 (bei Beginn der „neueren Literatur“ Anf. saec. XVII) nur auf den Einfluß der Fremcherr(daft, nicht aber auf die Einwirkung der inneren Verhältnisse Deutschlanis hingewiesen wird; daß §. 62 (wie S. 60) ,,einige hochbegabte Männer, Leibnitz u. . w.,“ wie Dii ex machina hervor: treten u. 1. w. Die im „Grundriß“ befolgte Eintheilung und Anordnung wollen wir etwas genauer prüfen und ihr cine andere uns faßlicher scheinende gegenüberstellen. Schon die Haupteintheilung in drei Abidinitte: 1. ,, Altdeutsche Dichtung, 2. die deutsche Voltsliteratur im 18. und 16. Jahrh., 3. neuere Literatur," ist nicht geeignet, eine klare liebersicht zu befördert. Wir schließen uns in der Literaturgeschichte, die ja ein Theil der allgemeinen Geschichte ist, lieber möglichst an die Epochen der letteren an, und führen so I. die Zeit der altdeutschen Dichtung bis zu Ende des Mittelalters fort, der wir forann II. die neuere Dichtung gegenüberstellen. Eine schroffe Abgränzung der Perioden sarf übrigens in cer Literaturgeschichte noch weniger als in der allgemeinen Geschichte gefordert werden; da die Literatur äußere limgestaltungen vorbereitet, wird in derselben das scrannahen cines großen Zeitabschnitte schon vor dessen wirklichem Eintritt fenntlich werden ; lo das Streben nach der Kirdenreformation schon in den lebten Zeiten des Mittelaltere, das politische Freiheitsstreben schon seit der Mitte des 18. Jahr: hunderts.

1. Den Anfang der altdeutschen Dichtung macht jedenfalls 1) „die beics nische Volkspoesie" (. h. eine Dichtung, die dem ganzen Bolfe, nidyt einer einzelnen Klasse angehörte); sodann fam, seitdem mit Einführung des Christenthums die Geistlichen zuerst eine höhere Bildungsstufe erreichten, 2. die Poesie in die Hände der Geistlich feit. Wir können es nidyt zwecmåbig finden, daß nur der äußeren Gleichförmigkeit wegen bei unserm Verf. unter „A. die beidnische Vollepoesie und die Dichtungen der Geistlichkeit,“ zwei lo wesentlid versdiedene Erscheinungen zu: jammengefaßt werden, obgleich sie allerdings in besonderen linterabschnitten bchans delt werden. Die weitere Abtheilung ($. 3 17.) hitte dann auf die Kaijerbau: ser: Karolinger Sachsen Franken, bis zu Anfang der Krouzjūge, Bezug nehmen sollen.) Zunächst wird jept 3, mittels des Christenthums der aoil in den Krcis höherer Bildung bineingezogen, und so folgt: „die ritterliche Minnes dichtung“ (die der Verf. unter B. begreift, doch paßt es wieder nicht, daß bier ald Iluterabtheilungen „III. Lehrdichtung und IV. llebergang in die Volfsliteratur“ erscheinen). Die ritterliche Dichtung ist nod theils episo, theils schon lyriid, und es ist hier zu zeigen, wie das vos sidh naturgemäß zuerst, dann erst die ly. rif (das Innerliche) ausbildet. Die Lehrrichtung, welche nach der Blütbezeit des Minnesange, d. i. gegen das Ende der Kreuzzüge hervortritt, zeigt uns bereits, wie die Poesie gleich der Bildung überhaupt 4. allmählich an den Bürgerstand übergeht; die Lehrdichter dieser Zeit gehören theils noch wie „Freidant“ dem Anel, theils der Geistlichkeit, wie der Bettelmönch Boner, theils aber schon dem sich bil: denden Stande der Gelehrten, wie der Rektor Hugo v. Trimberg, theils schon dem cigentlichen Bürgerstaude an, wie Stricker. Der Meisterjang zeigt uns der Bürgerstand bereits in vollem Besiße der Poesie, und bierin ist eben der Fort: schritt in der Bildung der Nation zu erfennen, wenn auf der andern Seite audi nicht zu leugnen ist, daß an poetischem Werthe der handwerksmäßige Meistersang hinter den freien Minnesang des Adelo zurücktritt. Gegen den Schluß des Mit telalters seben wir endlich 8., als die mittelalterliche Bildung sich unter allen Klassen des Volfs auszubreiten begonnen hatte, nochmals cine Volkspoesie ents stehen (ind hierher gehört erst das historische Lied, Beit Weber" u. 1. w., tas der Berf. in den Abschnitt B., „ritterliche Minnedichtung.“ aufnimmt, und so tem „Meistersang" in seinem „ Abschnitt II.“ voranstellt.) - Die Erneuerung einer wah: ren Volfspoesie ist mithin das Ergebnis der mittelalterlichen Bildung. Dic Poesie bleibt nun aber allerdings noch Boifa poesie im Anfang.

II. der neuen 3 cit, deren Charafter es ist, daß sie uns eine freiere (int: widelung des ganzen Bolfee ohne den beeinträchtigenden (influß der Geists lichfeit und des Adels zeigt. Wir ziehen in die neue Zeit namentlich dic volföthümlichen Dichtungen, welche sichtlich die Reformation vorbereiten bals fen. Dahin gehören nun auch schon die „S dwände und Bolfs büder" (Abschn. II, 3 bei denen hier mit Nurecht. S. 24 (chen die Faustrage et: wähnt wird, die ru in ein ganz falsches Licht treten muß, da sie erst der Zeit der Reformation selbst angehört und nur durch dieses Ereigniß erffärlich wird), ferner ganz besonders die „satiris dhe Lehrpoesie“ (Abschn. III, 4). – Dann sollte aber sogleich von Luther selbst und seinem „Einfluß auf die deutsche Literatur“ gebandet sein, was hier zu spät (Abschn. III, 7) geschieht. Denn schon die „Faveldichtung" (Abschn. III, 5) von „Burkard Waldis“ an steht unter seinem Einfluß, und ,,vans Sady 8“ (Abschn. III, 6) fann nur aus der Einwirkung von Luthers (Einfluß be: griffen werden. Ferner wird hier zwar auf die „dramatische Dichtuug bingewiesen und die früheren Anfänge derselben nachgebolt; doch fehlt theils die Nachweisung, wie naturgemäß dag Drama fich erst in der späteren Periode eines Volfslebens entwickelt, wo nach Ausbildung des Epos und der Lyrif das Bolt selbstthätiger in die öffentlichen Angelegenheiten (Kirche oder Staat u. l. w.) eingreist und seine Thátigkeit im Abbild zur Darstellung gebracht sehen wid, theils ist im Berlaufe

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Det Budys sie überwiegende Wichtigkeit, welche von dem Reformationszeitalter an das Drama behauptet, nicht hinreichend im Auge behalten. Dies zeigt sich auch darin, daß der Verf. die Bedeutung der Bühne selbst, wo sie keine hervorragende Literaturprodukte in's Leben rief, und reg bei gesunkenem Wohlstande (seit dem creiBigi. Kriege) an ihre Stelle tretenden Marionettentheaters übersieht. Doch wir können darauf hier nicht weiter eingeben. Wir bemerfen nur noch, daß Weber die Stellung unserer neuen Poesie zu dem Volfe nicht genug bervorhebt. Die Fortsdritte der Gesammtbildung, welche mit der Reformation begannen, wurden zunätyst wieder durch eine Klasse gefördert, welche dicselbe, wie cinst die Geistlidhfeit, erit nad; und nach unter die ganze Masje res Volfs verbreitete. Dics war der Gelebrtenstand (protestantische Hierarchie und Büreaufratie sind die Ausflüsse daron). Der Fortschritt gegen das Mittelalter bestand aber darin, daß jept theils die Forįdung selbst völlig freigegeben war, theils der Gelehrtenstand in freierem und zus gleich innigerem Berhältnis zu den übrigen Volksflassen stand, als die mittelalterliche Geistlichfeit. Dennoch ist die Poesie, die vor Allem das Mittel bildet, die höhere Bildung zum Gemeingut zu machen, seit dem Zurüdtreten der von der Reformations, bewegung getragenen Volkspoesie bis auf den heutigen Tag vorzugsweise in den Häftden der Gelehrten geblieben, und selbst unsre flasiiide Literatur des vorigen Jahrhunderts zeigt uns nur das Wierererwachen des Sinnes für wahre voltes poesie und die Anfänge einer solchen. Als Aufgabe der Zukunft für unsere Nas tionalliteratur erscheint uns hiernach, daß fie nodi einmal volt8th ůmlich werde, und zwar daß sie, wie es bei den Fortschritten unsers öffentlichen Lebens gefordert wird, ein vollsthümlich es Drama erzeuge. Wir leben der Hoffnung, daß die Zukunft diese Aufgabe zur Lösung bringe und daß nicht, wie Wadernagel meint, ein lediglich fritisches, alegandrinisches Zeitalter für uns gekommen sei. Wir müssen es aber hierbei zugleich als ein herrschend gewordenes Mißverständniß bezeichnen, alle Bolfopoesie schlechthin in eine Klasse zu werfen. Die Volfspoesie jedes Zeitalters wird den Charakter der Bildung desselben an sich tragen, und wenn al: lerdings der Charakter der Volf@poesie zu allen Zeiten Volfsthümlichkeit, d. h. all: gemeine Verständlichfeit und wahre Gemüthlichkeit bleibt, so ist doch von der Volte: poesie der hochgebildeten Neuzeit als Resultat unsrer modernen Bildung eine ganz antere edlere Gcstaltung zu erwarten, als die sie am Ende des Mittelalters, oder gar in den lirzeiten unsreš Volfes gezeigt hatte.

Nach dem angedeuteteu Gange (deint sich die kulturhistorische Bedeutung unsrer Literaturgeschichte faßlich genug darstellen zu lassen. Ja neben einem wohlgeord: neten Geschichtsunterricht werden die Sdüler unsrer höheren Klassen wohl nur eine turze Uebersicht unsrer Literaturgeschichte bedürfen. Mittheilung von charafteristischen Literaturproben (io weit die dem deutschen Unterricht zugemessene Zeit dieses ge: stattet), vor Allem aber Anreizung und Anweisung zu eigener Lektüre darf das neben nicht versäumt werden. Benußt man außerdem die schriftlichen Aufjäße und die freien Vorträge der Schüler zur Behandlung von Literaturgegenstanden, so wird der Zwed der Scule, in das Verständniß unserer modernen klassischen Literatur einzuführen, auf angemessene Weise erreicht werden; zugleich aber wird bei Bespredung poetischer Kunstwerke auch die Gelegenheit nicht fehlen, die für Schüler erforderlichen Lehren der Poetit am gehörigen Orte einzuschalten.

Dr. W. Aßmann.

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1. Theoretisch-praktische Taschengrammatif zur leichten und schnellen

Erlernung der russischen Sprache, mit einer reichhaltigen Wörs tersammlung, Rebensarten, Gesprächen, Aufgaben und Leses

stüden, von Demeter Folimonoff. Wien 1849. 12. 2. Theoretisch spraftische Grammatik zur Erlernung der slowakis

fchen Sprache für Deutsche. Mit Gesprächen, Aufgaben und

Leseftüden, von Staspar Dianiofa. Wien 1850. 8. 3. Cheoretisch-praktische Grammatif der illirischen Sprache. Mit

vielen Gesprächen, Uebungsstüden zum Ueberseben und einem Wörterverzeichnisse von R. A. Fröhlidy. Wien 1850. 8.

Drei grammatische Schriften, augensdeinlich ins Leben gerufen durch die letztjährigen Völferbewegungen im österreichischen Kaiserstaate und durch die unnatürliche Zusammenscßung desselben. Wahrlich ein seltsamer und gewiß fein naturwüdiger Staat, in welchem sie Bewohner der einzelnen Provinzen erst theoretisch - prafftiche Grammatiken rurchstuciren, Vokabeln und Dialoguen auswendig lernen, und Res sengarten sich cinprägen müssen, um sich nothdürftig mit einander zu verständigen. Dies aber ist der Şauptzweck der vor uns liegenden drei Sprachlehren. Sie sind zu allernächst für die deutschen Bewohner Desterreiche bestimmt, denen sie den sprachs lidhen Verkehr mit den russischen Bundesgenossen, so wie mit ihren flow a lischen und illiriiden Mitunterthanen cröffnen sollen. Sie leben es auf möglidst schnelle Erlernung des Wichtigsten der Sprachlehre ab, machen also auf eigentlich wissenschaftliche Behandlung der Sadie feinen Anspruch.

Nr. 1 scheint nur zur Erleichterung des vorübergehenden Verkehrs bestimmt zu sein. Denn zur eigentlichen (rlernung auch nur des Nothwendigsten aus der so schwierigen russischen Sprache, dürfte diese Tajdyengrammatit schwerlich genü: gen. Der eigentlich grammatische Theil 108 Buches enthält auf faum 90 Duodezleiten das Wichtigste über Aussprache der Buchstaben, Flegion der Baupt- und Zeit: wörter und einige wenige Bemerkungen über den Gebrauch der Caius und der Tempora, ist also faum hinreichend, um die mechanische Einübung der darauf fols genden Dialoguen 311 erleichtern. Wir wünschen den Desterreichern von Herzen, raß sie nie einer gründlideren Arbeit über russische Sprache berürfen mö: gen, als sicie Taschengrammatik.

Der Verf. ron Nr. 2 veflagt sich in der Vorrede mit Recht über das Chaos der flow afischen Dialekte, und über die Ungewijbeit unter den Slowaken selbst, welcher dieser Dialekte sich am besten zur Schriftsprade eigne. Diese Verwirrung bat namentlich darin ihren Grund, daß die profane Literatur, welche die Slowafen seit einigen Jahrzchenden besigen (wenn anders einige politische Zeitungen und Ge: legenheitégerichte überhaupt den Namen einer Literatur verdienen), fait durchgängig in der rein slowakischen, aber in unzählige Dialefte gespaltenen Sprache abgefaßt ist

, anstatt in der kirchlichen oder czecho-slowakischen Sprache, für welche allein seit älterer Zeit eine constante Form eristirt. Die Verschiedenheit jener Dialekte bat die neue slowakische Schriftsprache bis jept nicht zu einer bestimmten einheitlichen Gestalt in Sinsicht auf Drthographie und Wortbildung fommen lassen, und die Vorsdläge (inzelner, daß auch die Prosanliteratur 311 der alten Kirchensprache zu: rüdfehren möge, haben bis jebt wenig Eingang gefunden. Die dadurd, für den Verf. einer Grammatit entstehenden Schwierigkeiten dürfen bei Beurtheilung der vorliegenden nicht gering angeschlagen werden, intem riefelbe bei dem fübibaren Mangel guter Vorarbeiten über diesen interessanten slavischen Sprachzweig wenigstens für den ersten Unterricht immerhin Anerkennenswerthes leistet. Der Verf. bat lidi den ostflowafischen Dialeft, als een verbreitetsteil, zur Darstellung gewählt, giclit aber zu gleicher Zeit eine furze liebersicht der Abweidungen desselben von der Munt: art der Westilowafen. Jedem Abidnitte der Grammatik sind eine Angabl giroofs mäßig aufgewählter llebungéstücke zum lieberseben ind Slowafijde beigefügt.

Auch Nr. 3. ist ein für den ersten IInterricht in der so schönen wie interessan: ten illyrischen Sprache ganz brauchbares Buch, wenn gleich für diesen Zweig res Ilarischen Sprachstammes gediegenere Arbeiten in Berlitsch's und besonders in But Stepbanowitsch'8 Grammatif vorhanden sind. Die Formenlehre ist durch iore Uebersichtlichfeit der beste Theil des Buches; die Syntar dagegen hat der Verf. giemlich stiefmütterlich behandelt. Die angehängte fleine Chrestomathie mit erflarenden Anmerkungen ist cine widfommene Zugabe. Wir wünschen, daß das Buch dazu beitragen möge, auch außerhalb Desterreichs auf diese schöne, woblflingende, und durch ihre poetische Volksliteratur interessante illyrische Sprache aufmerksam zu machen und in das Studium derselben einzuführen.

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Neue 8 deutsch-französisches Gespråchbuch zum Schulges

brauch bearbeitet von Dr. Emil Otto. Stuttgart. Verlag von Ebner u. Seubert 1850. 7 Bogen. broch.

Benn es gleich richtig ist, daß sich seit etwa einem Jahrzehnt die Zahl der Lehrbücher für den Unterridht in den neuern, besonders in der französischen Spradie sehr vermehrt haben, was als eine Folge der größern Ausbreitung dieses Lehrs gegenstandes in Reals, höhern Bürger- und erweiterten Stadtschulen anzusehen ist, lo fann man doch nicht leugnen, daß sich darunter meistens Grammatifen, Sprach: bücher, Lejebücher und Chrestomathien befinden, kurz solche, weldie mehr den for: malen Zweden des Sprachunterrichts dienen. Die Zahl derjenigen Hilfsbücher, welche ausschließlich den praftischen Zweck, nämlich das Französisch sprechen im Auge baben, ist verhältnißmäßig immer noch gering. Nun wird aber Niemand in Ab: redé stellen, daß bei aller Berechtigung der vorherrschend formalen Behandlung tes Sprachunterrichts in Schulen den meisten jungen Leuten nod, das weitere und lebte Ziel gestedt ist, daß sie die neuern Sprachen, besonders die französische, auch spre: dyen lernen. Man fann darüber streiten, ob dies in gelehrten Schulen zulässig, oder auch nur wünschenfwerth ist; hinsichtlich der Real- und höhern Bürgerschulen aber. Privatinstituten u. i. w., fann darüber gar kein Zweifel obwalten.

Ilm dieses Ziel zu erreichen, bedarf es freilich einer eigenen Behandlung des linterrichts in sou neuern Sprachen; es bedarf vor Allem tüchtiger Lehrer, welche selbst fließend die Sprache sprechen. Aber es gebört dazu noch etwas Wesentliches, nám: lich ein geeignetes gilfe vuch, das dem Lehrer wie den Schülern das erforderliche Material in geordneter Stuferfolge an die Hand gibt. (58 läßt sich zwar nicht leugnen, daß man Sprachübungen an die grammatischen und stylistischen Aufgaben so wie an die Lecture anknüpfen fann; allein eben dieses Anknüpfen hängt zu sehr von zufälligen äußern Ilmstinden ab, als daß man ihn großen Werth beilegen fönnte, ganz abgesehen davon, daß sie auch alles innern Zusammenhanges entbehs ren, und daß den Schülern die nöthigen stufenmäßigen praktischen Vorkenntnisse fehlen. Es läßt sich hiernach durchaus nicht umgehen - joll anders etwas Tüch. tiges erreicht werden –, daß in den genannten Schulen ein solches Şilfsbud), eine metbodische Anleitung zum Französischsprechen, eingeführt und gebraucht werde. Nicht jedes erste beste ,französische Gesprächbuch" läßt sich aber dazu gebrauchen, und mancher Lehrer ist schon durch einen gemachten, aber nur von geringem Erfolg begleiteten Versuch von dem Lehren des Französischsprechens abgeschredt worren. Adein sicherlich lag davon die Schuld nicht an dem Gegenstand, sondern an dem Hilfsbuch. Denn nirgends ist es schlimmer, mit der Thür in's Haus zu fallen, als beim Französisdsprechenlehren in deutschen Schulen. Bo dabei nicht ein me: thodischer Stufengang stattfindet, da liegt allerdings die Gefahr nahe, daß der Ges genstand dem Lehrer wie dem Schüler bald verleide. (58 bedarf also, kurz gesagt, eines eigenen für Schulen bearbeiteten Gesprådybuchh; und ein solches ist das obeu angezeigte „Neue Deutsch-französische Gespräch bud zum Schulgebra ud),

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