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2. Was soll man dazu sagen?! Ist das nicht Gründlichkeit in einer deutschen Literaturgesdichte?

Nun endlich schlagen wir zum Beweise der flaren Charafteristik auf, was uns zunächst in den Wurf fommt. So charakterisirt S. 303 der Verf. Lessings Emi: lia Galotti: – „Es folgte (milia Galotti, das (!) besonders den theatralischen Zweck und die Kunst der Darstellung im Auge hatte und darum auch weniger für das Lesen als für die Aufführung bestimmt war. Das Stück stebt durchaus in der Wirklichkeit, veruht auf acht menschlichen Verbältnissen, ist reich an bedeutenden Situationen und die ganze Handlung acht dramatisch. Ursvrünglich legte Lissing die Geschichte der Virginia zu Grund, verjepte aber dann die Begebenheit in die neuere Zeit und gab der Handlung eine etwijdie Grundlage. Hierdurch ist dieselbe freilich für uns nicht vollkommen gerechtfertigt, mancher Charakter ist jogar übertrieben und manches Motiv gesucht; dies alles verschwindet aber vor der genialen Durchführung des Ganzen und Einzelnbeiten, wie der Prinz mit den Neigungen und Launen seines Standee, wie er sich im Bewußtsein Alles thun zu dürsen forts reißen läßt und zu schwach ist eine schlimme That zu verhintern, Marinelli, der Großvater aller theatralischen Borjdurfen, und einige andere Personen werden bei einer geschickten Aufführung immer von bedcutender Wirfung sein, welche das Stück jederzeit macht (!).“ Was wird selbst ein „allgemein“ gebilretes Publicum zu diesem Gerede sagen! Oder hören wir ein Stück von der Philosophie, renn auch diese, wie wir schon gesehen, fehlt in diesem gründlichen Buche nicht. So beijt os 3. B. S. 521 von Solger: „Wichtiger als Adam Müller" (- man beachte schon diese wunderlidie Zusammenstellung!) „wurde der Berliner Professor Solger, der eine Art Mittelweg einzuhalten sudte und den Idealismus mit der Naturphilosophie vermitteln wollte, aber grade durch diese Widersprüche zu einer unsicheren Haltung und linzufriedenheit mit dem Leben und der Wirklichkeit gedrängt wird. (Er war zu sehr mit dem Alterthunı vertraut und philosophisch gebildet, um recht in die Grundsätze der Romantik einzugehen (!) u. s. w.“ Sapienti sat.

Hölscher.

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Shafspeare's Sommernachtstraum erläutert von Dr. Carl Conrad

Hense. Halle, 1851.

Der Verf., der den Lesern des Archivs durch seine Abhandlung über die Geschichte des Sommernachtstraums als gründlicher Erforscher dieses Shafspeare'ichen Stücked bereits bekannt ist, hat in vorliegender Schrift eine sehr umfassende, man: cherlei Beziehungen und Verhältnisse berührende Betrachtung desselben geliefert. Die Veranlassung zur Veröffentlichung dieser Erläuterungen hat die Gesdichte 808 Sommernacytstraumes gegeben, der zu verschiedenen Zeiten in Deutschland (Spoche gemacht habe, und zwar früher in seinen Tycilen, in der lezten Zeit als Ganzes.

In der Einleitung vindicirt der Verf. dem Sommernachtstraum die Eigenthümlichkeit eines adyten Kunstwerfes, die Phantasie zu beleben und in ihr den Trieb zum selbstständigen Bilten anzuregen; und weist nach, wie der Dichter durch die Verbindung germanischer Romantik mit der plastischen Einfach beit der helleni: schen Sage seiner Dichtung einen ungewöhnlichen Reiz verliehen hat. Dods nicht bloß Gestalten der Phantasie ohne tiefere Bedeutung enthalte der Sommernachtstraum, sondern, sowie in den Tragödien des Dichtere, so trete auch in diesem Lustspiele eine Idee verkörpert auf, die nach der Meinung des Verf. die ist

, daß alle Willkür, welche die fittlich ernsten Verhältnisje leidenschaftlich oder leichtsinnig bes handelt, sich in Verwirrung stürzt, eine Beute des Zufalles wird und dadurch ihre Strafe erfährt, während der besonnene, leidenschaftelose Sinn über den Launen des Zufalls steht und mit der Selbstbeherrschung auddie Herrschaft über die aus Bern Verhältnisse des Lebens besißt". Wie diese Joce überall in dem Luftspiele hervortritt, wird sodann an den 4 Gruppen der Elfen, der Liebenden, der Hands werker und des Theseus und der Hippolyta nachgewiesen.

Die Elfen find Geister der Natur ohne Einfluß auf die fittliche Welt, ihre Thätigkeit bezieht sich nur auf das Sinnliche. Titania repräsentirt das Anmuthige in der Natur; Oberon, als Repräsentant des Naturlebens, ist cine fraftigere, in die Geheimnisse der Natur eingeweihte Persönlichkeit. Puck, sein Diener, ist der Zufall mit seiner scheinbaren Laune und Willfür. Die Strafe dafür, daß sie lids nicht durch das Sittengesef, sondern durch Willfür und Laune leiten lassen, ijt für Titania, daß sie bis zur Liebe des ereléfopsigen Zettel berabsintt, für Oberon und Titania, daß ihre willfürliche Auffassung der Ebe zu Zwist und Trennung führt.

Nadirem der Verf. sodann an den beiden Paaren der Liebenden, Demetrius und Helena, Lysander und Hernia, gezeigt hat, wie sie durch Flatterhaftigteit und Leidenschaftlichkeit sich mancherlei Ängst und Kummer zuziehen; weist er an der Gruppe der Handwerfer nach, wie audy auf dem Gebiete der Kunst die Hill: für zur gröbsten Verwirrung führt und jeden Erfolg aufbebt. In Zettel findet der Berf. „Das Symbol jenes Naturalismus, welcher mit ungebildeter und einge: bildeter Rohheit an die Kunst geht, deren Bedeutung und Ticje, wie sie auf der Bildung beruht, nur von dem gebildeten Geiste ergriffen werden faun".

Zu den übrigen Gruppen bildet die leßte einen Gegensaß und eine Vermittlung. Thcjeus ist der ruhige, besonnene Mann, der die Verhältnisse flar auffast und mit liebenswürdigem Humor beurtheilt. Die Elien baben auf ibn und sein Verhältniß zu Hippolyta feinen störenden Einfluß; Titania wagt nicht, ihn der Sippolyta zu entführen.

Der følgende Avidnitt, „der Traum“ iiberschrieben, erinnert an die Walpurgisnacht, an die Feier des crsten Mai in England zur Zeit Shafspeare's, bandelt von der Art, wic dieser Dichter den Traum überhaupt aufgefaßt, und von den vielen fittlichen Verhältnissen, die derselbe zum Gegenstande seiner Komödien und Schauspiele gemacht hat.

Darauf folgen Abhandlungen über die Composition des Sommernachtstraume, über das Verhältniß desselben zu den übrigen Komödien und Schauspielen Sbaf: speare's, über das Drama von Pyramus und Thisbe, über die Elfenmythologie, und den Schluß maden historische Beziehungen.

Dr. G. Petri.

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Lectures graduées et choix de poésies faciles pour l'enseigne

ment de la langue française à des enfants de neuf à douze ans. Ouvrage précédé d'un cours de prononciation et d'épellation par J. L. Girard. Bâle, 1850.

Daß es com an der Scheide der beiden Sprachen wirkenden Schulmanne, bei der größern Leichtigkeit der Erlernung des fremden Idioms, besonders gelin: gen muß, für das Bedürfniß des linterrichts Tüchtiges zu leisten, beweist rorlicgendes Buch. Dasselbe ist für deutsche Knaben von 9 bis 12 Jahren zur Lecture bestimmt und unterscheidet sich von andern lebungsbüchern ähnlicher Art vorzüglich daturdy, daß es mit einem der angegebenen Altersstufe zwar angemessenen, aber keineswegs nichtssagenden, langweiligen Inhalte planmäßiges Fortschreiten von Leids: terem zu Schwererem und eine den Unterricht unterstüßende Einrichtung verbin det. Ein besonders wichtiger Vorzug des Buches scheint Ref. noch darin zu bez stehen, daß dasselbe schon auf sicjer Stufe den linterricht in der fremden Sprache andern Fächern dienstbar zu machen sucht, indem es sistorisches, Mytbologiides, Naturgeschichtliches, Gcographisches und Mathematisches in jeder Abtheilung mit tem Grzählenden abwechseln läßt.

Die Einrichtung des Buches ist näher folgende. Den Anfang bildet ein Cours de prononciation et d'épellation, von dem der Verf. selbit sagt, daß is ihm sehr schwer werde, seinen Play in diesem der ersten Lecture bestimmten Buche zu rechtfertigen. Hätte der Verf. dafür lieber einen furzen Abriß der Grammatif seinem Bude beigegeben, so würde dasselbe gewiß an Brauchbarkeit noch gewon:

non haben. Das Lesebuch selbst zerfällt in 4 séries, von denen die erste 12 Fnbeln und kleine Erzählungen mit Interlinear- Uebersepung, die zweite und dritte Nebungen über die 12 ersten Zahlwörter, Anekdoten aus der alten Geschichte, Mys thologie 11. s. w. zu immer schwereren Stüden fortschreitend mit den nöthigen Vocabeln unter jedem Lesestücke, und die vierte längere Abschnitte mit angehäng: tem alphabetischen Wörterverzeichniß enthalten. Am Ende einer jeden der drei ersten Abtheilungen befindet sich ein Verzeichniß der gelernten Wörter mit Angabe 008 Ortos, wo sie zuerst vorgekommen sind. Neberall ist in besondern Anmerkuna gen auf die Eigenthünilichkeiten des französischen Ausdrucs aufmerksam gemacht. Als brauchbare Zugabe bringt der Aubang Spridwörter, Sentenzen und Calemvours, deren Aufnahme der Verf. für eine Accommodation an das jugendliche Alter seiner Leser erklärt, ohne sie sonst zu billigen. Den Schluß bildet eine recht gute Auswahl fleiner Gedichte moralischen, religiösen und erzählenden Inhalts.

Dr. G. Petri.

1) Exercices de Mémoire. Première partie, mise à la portée

des enfants par C. Narbel. Berlin, A. Duncker. 2) Auswahl französischer Gedichte zum Ueberseßen und Memoriren

ron Dr. Fr. Ahn. Leipzig, 6. Geibel. 3) Récueil gradué de poésies françaises, rédigé par F. Cau

mont. Bâle, J. Schweighauser.

Bei dem Unterrichte in den neueren Sprachen ist das Lesen, Aufschreiben, Heberseßen und Memoriren ziveckmäßig ausgewählter Gedichte außerordentlich biltend und Hr. Ahn hat ganz Necht, wenn er in der Vorrede zu seiner Sammlung sagt: „Das Dhr gewöhnt sich dadurch an den Wohllaut der Sprache, dem Gedächtnisje wird eine Fülle von edlen Austrücken und schönen Wendungen eingeprägt, und Geist und Gemüth finden in solcher Lectüre eine reiche fruchtbringende Nah: rung": . Von dieser lleberzeugung durchtrungen lassen denn auch viele tüchtige Sdulmänner regelmäßig jede Woche ein Paar Verse auswendig lernen, und besonDers für die mittleren Classen dürfte sich hier die Methode bewährt haven, Einzelnes zu sictiren. Giner der Schüler schreibt es an die Tafel, der Vers wird dann übersept, gemeinschaftlich corrigirt und später in das Ertemporalienheft eingetragen; der Leb: rer besorgt hierauf die Revision und dann erst erfolgt das Memoriren. Es ist nicht zu läugnen, daß es zweckmäßig ist, neben derartigen Uebungen zugleich eine gedrudte Sammlung zu gebrauchen, und Lehrern, deren Lesebücher in dieser Hins sidht nicht ausreichen sollten, fann Ref. obige drei Sammlungen bestens em: pfehlen.

Nro. 1. ist eine sehr anmuthige Auswahl, die sich besonders für den Gebrauch in Märchensculen eignet; wir finden hier Gedichte von Schriftstellern ersten und zweiten Ranges, aber mit wenigen Ausnahmen ist alles recht geeignet und dem Inhalte nach vortrefflich.

Nro. 2. hält sich auf einem höhern Standpuntte. ør. Dr. Ahn giebt zuvor: Derst in einer recht populär gehaltenen Einleitung die Lehre von dein französischen Versbaue und dem Lesen franz. Verse und begleitet seine Sammlung im Anhange mit Anmerkungen, welche wohl geeignet sind, das Verständniß der Gedichte wesents lich zu erleidstern und eine gute scutsche liebersebung zu vermitteln. Die Lieder selbst sind nicht nur, (wie dies gewöhnlich der Fall ist) der sogenannten flassischen Periode entnommen oder den bekanntesten Producten von Lamartine, Béranger und V. Jugo; wir finden hier einen großen Kreis der neuern, beachtungswerthen Dich: ter Frankreichs, und das Gegebene zeichnet sich zugleich durch sittliche Würde und Wärme des Gefühls aus und ist sowohl wegen der vollendeten Form als auch der Dichterischen Wahrheit höchst empfehlungswerth.

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fr. Caumont, der Verf. von Nro. 3., liefert im Anhange zu seinem Berte cbenfalls einen Aufjaş, über die Versification française. Das Buch gefällt in 4 parties, von denen jede wieder in 2 sections eingetheilt ist, damit sie nach eis ner Verscßung in der Classe sitenbleibenden Schüler nicht wieder dieselben Stufe zu memoriren brauchen. Die Auswahl ist äußerst geschmackvoll und beweist zugleidy čen pådagogischen Tact des Verf., indem nicht nur alles Unpassende glücflich per: mieden, sondern audy ein stetes Fortschreiten von dem Leichteren und Einfachen zum Scrierigen deutlich ersichtlich ist. Die Ausstattung der drei Bücher ist sehr schön und der Preis billig.

Hg.

Schwedisches Lesebuch von A. Efholk. Hamburg. Perthess

Bejjer und Maufe. 1851. 8.

Dies Buch enthält fünf Erzählungen in schwedischer Sprache von Crusensteire, Almqvist

, Mellin, Carlén, Freğrifa Bremer, und ist werer mit einem Vorworte nod, mit Andeutungen über schwedische Aussprache, noch mit grammatischen Erläu: terungen verjeben.

inten oui jeder Seite sind die Vocabeln des Inhaltes derselben angebracht. 68 ist das sich biebei von selbst ergebende Princip, daß nur die Bocabeln aufges führt werden, welche von dem Deutsden zu sehr abweichen, als daß sie aus Sprat: vergleichung erkannt werden könnten, nicht consequent durchgeführt, und es scheint Der Verf. seltsamer Weise vorauszujeßen, daß man Pronomina, Conjunctionen u. T. w. wissen müsse, um sein Buch zu benußen.

Jedenfalls hätten wir ein bei Weitem brauchbareres Buch, wenn (in Mabn's Weijo) nur eine längere Geschichte gegeben worden wäre mit Andeutungen über die intercijanten Erscheinungen der schwerischen Grammatik, z. B. dem suifigirten Ars tifel, mit sprachvergleichenden das Englische und Deutsche benußenden Annierfungen, wenn wir überhaupt nur irgendwie allgemeine Gesichtspunkte, nach welchen der Verj. lehrt oder Bücher macht, vorsänden.

Obgleich es schwerlich zu läugnen ist, daß man auch aus diesem Buche durch Sprachvergleichung viel lernen könne, und dasselbe, als Nebungsbuch benußt, gar ersvriebliche Dinge leisten mag, jo kann man es doch vom Standpunkte der heuti: gen Lernmetbede nur als ein Curiosum betrachten, daß nicht den geringsten Anspruch auf Wissenschaftlichkeit macht.

Dr. Büchmann.

Abriß der französischen Syntar für höhere Schulen von Joseph H ås

gele. 138 S. Breslau 1852.

Dies Werfchen behandelt die franz. Syntar nach der Bederschen Lebrireise. Bir sind nun zwar nicht der Ansicht, daß verschiedene Sprachen auf denselben Grunts rijs gestellt werden dürfen; allein bierüber geben die Meinungen auscinander, und es läßt sich insbesondere für den Schulunterricht auch der Grundlit geltend maden, daß die Schüler leichter die fremde Sprache erlernen, wenn sie sie in diejenige Forin gießen, welche sie bereits für die Muttersprache sich angeeignet haben. Geht man von diesem Grundjaße aus, so ist der Versuch, das Beceride Gebäude oder vielmehr Gestelle für die franz. Syradie zu benußen, um jo mehr beredstigt, als Becers Lehrgang fich einer weiten Verbreitung erfreut.

Wir finden nun, nach sorgfältiger Betrachtung des vorliegenden Buches, die ganze Ausarbeitung gesiegen und vortrefflich, die Anordnung streng, die Webersicht leicht, den Austrud sorgfältig gewählt, die Beispiele treffend. Es hat uns hier: bei ganz besonders zugejagt, daß der Vers. sich nicht fnectitisch an Beder bindet, fondern sid, ganz genau an die Erscheinungen der franz. Svrade bält, und deren Bedeutung darstellt, ohne auf die Becferidon Dent: Spißfindigkeiten einzulassen,

deren sich der Sprechende niemals bewußt wird, und deren schärfere Beachtung den Ausdruck bei jedem Schritte ängstlich machen würde. Man findet hier die vier Saßverhältnisse der B.'sden Sprachlehre, die Lehre von Zeit und Sprechart (Mo: dus) die von der Portfolge und vom zusammengesepten Saß, schön und klar dargestellt; und wir glauben, daß das Buch auch denen, welche auf andere Weise im Französischen unterrichtet worden, sehr lehrreich sein werde. Angehängt ist eine Reihe schöner Stellen zum Auswendiglernen (Memoricstoff genannt); über deren Wahl läßt sich nicht streiten, zumal der übergroße Reichthum des französischen Schristwesens jede Wahl in Verlegenheit seßt. Doch wäre es wünschenswerth ge: wesen, irgend einen Gesichtëpunkt angegeben zu sehen, wonach die Stellen bejon: rers diesem Lehrgange sich anschließen.

Einzelne Kleinigkeiten sind uns aufgestoßen, die wir nicht villigen möchten, wie z. B. S. 1. so wird es mit dem Subject auch im Geschlecht übereinges stimint; S. 3. das Beispiel: Vous et lui savez la chose. S. 29. ist die Anm.: „Als örtliches Ziel nach à wird eine Person nur durch die pron. pers. absolus bezeichnet; in allen übrigen Fällen wird die Prép. à durch andere Bendungen, wie venir und aller voir, trouver und ähnliche ersebt“, sehr undeutlich. Beispiele wären hier sehr nöthig, und wir meinen, auch die Darstellung bedürfe einer Berichtigung.

Wir zweifeln nicht, daß dies Buch sehr verbreiteten Anklang finden werde. In folgenden Auflagen wird sicherlich noch manche Vervollfommnung sich ergeben.

Dr. 'I. M. Jost.

Dramatische Dichtungen von Friedrich Roeber. Elberfeld, Julius

Bådeder. 1851. 477 S.

Enthält drei Trauerspiele: Kaiser Heinrich IV., Tristan und Isolde und Aps pius Claudius. Wenn dieses Archiv so manche Besprechung den älteren Dichtern neuerer Sprachen widmet, selbst wenn sie nicht classisch sind, so darf es wohl audi einige Zeilen über einen jungen deutschen Dichter sagen, der vor Kurzem mit sehr achtungswerthem Talente für das Drama aufgetreten ist. Der Verf. vorliegender Trauerspiele hat sich als einen tüchtigen Kenner der Svrache gezeigt, die er nicht allein lyrisch, sondern auch dramatisch zu benußen versteht, wobei wir allerdings die romantische Tragödie von Tristan den beiden übrigen vorzuziehen fein Beden: fen tragen, da sie ein wirklich anmuthiges Talent verrath, weldies sidy in der ange: messenen Form zu bewegen weiß, indeß die beiden übrigen Stücke schon mehr Ten: denz in sich tragen. Namentlich hat das lebte Stück so sehr den Anstrich neumodischer Tendenzen, daß wir die alten Römer carin wieder zu finden nicht ganz ver: mögen. Doch zeigt sich auch in diesem manches Vorzügliche und namentlich Kaiser Heinrich IV. läßt wünschen, daß solche vaterländische Stoffe recht oft bearbeitet würden. Hat sich der Dichter erst vom Anfluge momentaner äußerer Eindrücke befreit, so darf man von ihm noch manches bercutende Bühnenstud erwarten.

M. R.

Die Caninefaten. Historischer Roman von I. von lennep. Aus

dem Holländischen überseßt von I. H. F. Berg. Aachen und Leipzig, 1840.

Wenn wir die oben genannte Sdrift ießt noch mit einigen Worten besprechen, so haben wir dabei eine doppelte Absicht. Der Verf. will ein Bild des Landes und Lebens der Caninefaten zur Zeit ihrer Kämpfe mit den Römern entwerfen, und es ist ihm vielfach gelungen, das historisch Gewisse mit den wahrscheinlichen Bildern seiner Phantasie zu einem ansprechenden Gemälde zu vereinigen. Solche Schriften sind sehr geeignet, in das innere und äußere Leben eines Volfes die Jugend einzuführen, und wir würden das Werk für Schülerbibliotheken empfohlen,

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