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zu ergänzen of the multitudinous seas, so wie auch Herr Dr. Delius wirklich, und sonderbar genug, überseßt oder erläutert: Die blutige Hand macht das Grün der wimmelnden (!!) Meere zu Eine m Roth"; -'fodann aber verlieren wir zugleich die Gegenfåge oder diese werden wenigstens ganz verschoben und unnatürlich – von one und multitudinous, worein doch der Dichter die gange Pointe gelegt wissen will. Das Eine Roth würde nur nas türlich sein, wenn vorher von einem mehr- oder vielfachen Grün die Rede gewesen wäre; es ist aber vielmehr die Rede von vielfas den Seeen und von Einer See, dem großen Dceart, der eben an fich grün ist oder doch gewöhnlich so angesehen und so von dem Dichter bezeichnet wird. Angenommen aljo, Macbeth röthete die vielfachen Seeen, so würde natürlich die große Eine, die grün ift, davon nicht unberührt bleiben fönnen, und also der ganze Ocean roth werden.

Bieten alle diese Stellen, meiner Meinung nach, nicht eben große Sawierigkeiten, sobald wir nur ein einfaches und natürliches Verftåndniß einer complicirten und unnatürlichen Erklärung vorziehen wollen, auch wohl freilich ein wenig in den rechten Geist des Dichters einzubringen vermögen, so bietet uns dagegen die von Tiec trangponirte Stelle der 6ten Scene des 3ten Acts sehr erhebliche Schwie: rigkeiten. Und würden nur durch die geipaltsame Zerstügelung die Sawierigfeiten gelöst; so möchte noch Alles sein; aber Tied war bechciden genug hinzuzuseßen: „so gewaltsam diese Aenderungen auch sein mögen, so ist dem Tert dieser Scene doch nicht ganz aufzuhelfen, den ich für durchaus verdorben halten muß." - Dagegen scheint sich hier Herr Breier mit der Autorität Tied's zu beruhigen und thut vielleicht wohl daran; ich meines Theils, wie Tiec selbst, kann es nicht. Es ist, bei einer gesunden Auffassung, und wenn man einige Consequenz der Charaktere bei den sprechenden Personen verlangt, wie man ja doch wohl soll und muß, rein unmöglich, die Worte: He did: and with an absolute, Sir, Not I etc. den Lord sagen zu lassen, während sie doch nur zu der Rolle des lenor passen, wos gegen hinwieder dem Lenor Worte in den Mund gelegt werden, die nach dem Vorhergehenden nur der Lord sprechen kann. Diese Hauptchwierigfeit der Stelle wird aber, nach meiner Meinung, sehr leicht turch meinen angenommenen Irrthum des Abschreibers gehoben, ein Jerthum, der um so erklärlicher und verzeihlidyer ist, al8 die Worte:

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Sent he to Macduff eine neue (besondere) Zeile bilden. Legen wir aber diese wenigen Worte, mit einem Gedankenstrich hinter war noch dem Lord in den Mund, wie ich es in meinem vorigen Auffag erklärt habe, und nicht dem Lenor , der also erst die Worte von He did an zu sprechen hat, und wechseln wir so die Rollen, so löft fich die Schwierigkeit sehr natürlich und wie von selbst, so wie daturdy zugleich der ganze Zusammenhang der Scene hergestellt wird. 3d frage aber jeden billig Denkenden, heißt das: „mit dreisten Worten die alten Autoritäten erschüttern wollen"? Diesen Vorwurf könnte ich mit weit mehr Recht dem Herrn Breier selbst zuschieben. Wer z. B. sucht die alten guten Lesarten Shafspeare's, die ja dod wohl auch Autoritäten sind, zu erschüttern, er oder ich? Er lege die Hand auf's Herz und frage fich, wie viel in furzer Zeit von dem großen alten Shafspeare übrig bleiben würde, wenn man ihm (Herrn Breier) und Consorten freie Hand ließe und ihre Lucubrationen glaubig hins nähme. – Wie Herr Delius, schließlich bemerkt, diese Stelle im Shafspeare - Lerifon behandelt, heißt die Sache offenbar zu leicht nehmen; so wie ich überhaupt gefunden zu haben glaube, daß et, in dem Commentar, auf die eigentlichen Schwierigfeiten meist nicht tief genug eingeht; dagegen scheint das Lerifon selbst

, fo weit ich es bis jeßt gesehen, sehr sorgfältig gearbeitet zu sein. Coburg.

Prof. Dr. Voigtmann.

Eigenthümliche Elemente der frisischen Sprache.

(Fortsegung.)

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1

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Diip -- i kurz ein tiefer Wasserlauf zwischen seichten Sees ftreden von Küften und innerhalb Inseln, ein nicht so tiefer heißt ein Coa und lei (Diminutiv fait), üb a Nip oder u b'n Nip i lang, i furz – auf& Aeußerfte, wovon das englische neap (mit falscher Schreibart des ea für i, wie in so vielen andern englischen Ausdrüden der Fall ist) in neaptide (Niptide, Niptidi'), Sil - i kurz (Diminutiv Selfe) eine Wasserrinne aus Marschstreden hers aus, filin - beide i furz, Ton auf dem ersten - und dreblia find Synonyme, aber filin bezeichnet ein stärferes und zusammenhans gendes Tröpfeln, mit geuen und jitan – i furz — (Imperf. gaad) hat es dieselbe Bewandtniß, während geuen ein ftarfes und plößliches Gießen ausdrückt, hat as sin Dun - i und u kurz es geht von ihm aus ('Tis his doing), it ha'r nian Dun me — e in me sehr furz und ha'r für ha' thiar - ich habe nichts damit zu thun, it san dunde (I am about), hat fam tu pas

a in kam und pas lang - (it came to pass), tinklag ist, wer sich beim Essen recht fein anstellt und fast nicht weiß, ob er essen will oder nicht, thompag heißt ein wenig feucht, fochtag etwas feuchter, wiat naß, njof 8 wiat (eigentlich mistnaß) durchnaß, flaain feucht anzufühlen (engl. to clam), Blain (sprich Blaní -- a lang) ) eine kleine Hizbeule (engl. blain), besonders Gärstenforn, Baal (Beule) Geschwür, Ard - a lang Narbe, b. i. die sichtbare Stelle einer ganz heilen Wunde, Paafdul Blatternarbe, Rów – ó lang – die Kruste einer innerlichen Wunde, die noch nicht heil, a folla Groth - o furz, th Urlaut – (wovon das engl. growth

vom frisischen gruien, entstehen, feimen, wachsen to grow) der volle Ueberfluß, die volle Ueppigkeit, z. B. vom Grase, worin Vieh fteht, fral - a lang

a fnapp, von der Zeit, von Rost, vom

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ö

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Winde (wenig günstig), an ffralen Harwst, ein spärlicher Herbst, hüterjat – Ton auf dem langen e - vorn über und mit dem Hintern auswärts, knaapugat Ton auf dem langen u -- (eis gentlich fnopfäugig), wer ausstehende Augen hat, Rrüsen – i ü lang die Obertheile an Strümpfen und Handschuhen, ftaafhardag (eigentlich abgehärtet gegen den Tod) hartnädig, boldadag

Ton auf dem langen erstena – übermüthig, frech (bol heißt ftumpf, z. B. ein Messer), ündöggelf ungefällig, unhalag – u

und das erste a lang (wörtlich anholig, d. i. anziehig) habjůchtig, hegrin e furz stottern, stomrin – 0 lang stams meln, wan if at 'r me den ha (wörtlicy: wenn ich's damit gethan habe), D. h. wenn ich todt bin, liw er alifaden nang ganz und gar fich gleichy, nidyt ein Haar besser als früher, sagt man z. B., wenn nach dem Befinden von Kranfen gefragt wird, das sich ganz gleich geblieben, Weag (engl. wedge, corrumpirt aus weg) Keil zum Holzspalten, sfuar an tuch vom Korn im Stroh gesagt, das leicht und lower zu dreschen ist, tai und tuch find synonym, aber doch verschieden, tai z. B. sagt man von einer alten Person, die zäh ist, und tuch von zähem Fleisch -- a in tai lang und u in tuch furz -, reanen schmelzen, g. B. Taly, Schmalz, ftiwerin gerinnen, buftrag - u lang – wer unachtsam im Arbeiten ist, unbehutsam auf sein Wert losfährt, Wesnang e lang - ein Haufe ges trocneter Haide, himin - beide i furz - fdynell athmen in Krant- : beit, bei Brustschwäche, hithin beide i kurz

-- von schwerem Athem gesagt, togin - ö lang fehr schwer ziehen, von Pferden gesagt, ugwatnin u lang und mit dem Ton Vorwürfe mas chen, habag das erste a lang --- rachsüchtig, neidisch, thet gas dat ham oder thet as an Gabang för ham – lang - das

ö kommt ihm wohl zu Statten, ist ihm willkommen, uasin (sehr scharf) Wasser aus dem Brunnen ziehen, tüsin (r sehr scharf) beim Ropfhaar fassen, tiasin (1 sehr scharf) an zähen Dingen anhaltend zupfen (wenn man die Spißen der Vorberzähne an einander segt und dann jene Worte mit s ausspricht, so hat man ungefähr den ds Laut), Klüti

(engl. clout) Kleidlappen, flütiin fliden, Dögð - lang Jugend eines Menschen oder einer Sa. che, Dögan - o furz und mit dem Ton - sanft und gutartig, eads

ö winjag (engl. eddy wind fommt daher), winigailag und taas chag ungefähr von einerlei Bedeutung, nämlich zugig, blich - i

i kurz

i

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furz blöde, wat -- a lang

a den Jahren nach rüstig, fräftig, ş. B. thet Biarn as wat, das Kind ist recht entwickelt (aud in geistiger Beziehung, wăt blaft hji wāt, wie bleibt fte rüstig, Slim - i furz Schleim, Slanner (aus Slander) Halsschleim, laf - a kurz - von Speisen geschmacklos, von Menschen ohnmächtig, träge, firin - beide i kurz - beim Fahren die Pferde rechts (enfen, firin - das erste i lang – mehr herunterlaffen, z. B. etwas Hangendes, nachlassen, figürlich: nachgeben, firfen i fury mit der Heugabel aufschwingen, z. B. Heu, Haide, Stroh u. 1. w. -- hängt wohl mit Furf (Gabel) zusammen –, ether -

, p e kurz und th Urlaut (engl. either) entweder, z. B. ether it of hi entweder id oder er, nether - e furz (engl. neither) weder, ether jeder von beiden (engl. either), haröther - 0 lang und mit dem Ton -- und haruther u kurz und th Urlaut einer, eine, eines von beiden, al wat - beide a furz und der Ton auf dem leften – was auch, was auch immer, alhů -- Ton auf dein furs

wie audy, al huar wo auch, alhög Ton auf dem kurs

welches auch, alhoffer wer auch, alewen -- Ton auf dem ersten langen e- immer, alffaans obgleich, al schon, als m u ar al ohne Ton je mehr, almuar beide Silben mit dem Ton – immer mehr, alewner immer langsamer, algauer ims mer schneller, al letja mer – alle Vocale furz und die beiden ers ften mit dem Ton – immer fanfter, leiser, Kirw - i furz - das Maaß zwischen den Handfnöcheln und Fingerspizen, swöpen o fury beinahe dasselbe, was werfen (engl. to sweep), an Sw ös pang Faather, die Masse Heu, die man zwischen den Häns den faßt und auf den Heuwagen aufschwingt, farag das Gegentheil von glatt, z. B. ein Ei ist farag, wenn es erst gelegt ist, nicht mehr, wenn das Vögelchen schon darin gebrütet ist, fredag fonft heißt das Wort beständig - von Pferden gesagt, die bei schwerer Arbeit vor dem Wagen oder Pfluge stehen bleiben oder zurückspringen, rias dag wer überall Rath weiß, mit Beziehung auf Krankheiten, hes nag - e furz - behend, gabelf recht brauchbar, was sehr zu Statten fommt, ångadelt ungefällig, ångadí am – furz und

in das erste a lang heißt auch ungefällig, al heißt auch doch, und dann hat es dem Ton mit einem besondern Nachbrucf, z. B. al waar doch wahr, dů heeft't al den – Ton auf al --- bu haft

du es doch gethan, dü heeft't al Dent --- Ton nicht auf al, sondern

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