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(Vincentius von Oywin) Speculum animae = 12878, 12-24 a.
(Steffan) Spiegel für Klosterleute = 12568, 114a-227 b.
Stella clericorum 12880, 167 a-189 b.
Thomas Aquinas, S., Secunda secundae 12989.
Tractatus de duplici conscientia 12878, 1124-126 b.
Tractat Blumen der Sel = 12568, 12–73b.
Wenceslaus de Iglavia (!) 12531.

Genug!

Wenn Dr. A. Müller Nro. 522. S. 227 unten in der zweiten Note bemerkt: „Es wäre wünschenswerth, zuverlässige Anhaltspunkte rücksichtlich der Merkmale der ehemals Corvin'schen Bücher kennen zu lernen“, so kann ihm damit schon gedient werden, insoweit es sich um Hss. bandelt.

Alle echten Corvinischen Hss. sind nämlich mit dem Wappen des Königs versehen, und zwar nicht nur auf dem ersten Blatte, sondern auch auf mehren anderen, wo es eben schicklich war. Grundlage des Wappens ist überall der quadrirte Schild, dessen Felder entweder die Ungarischen vier Streifen und den Böhmischen Löwen, oder auch nebst diesen den Oesterreichischen silbernen Streifen im rothen Felde mit dem Mährisch-Schlesischen Adler, oder die drei Löwenköpfe für Dalmatien u. s. w. zeigen. In der ganzen reichen Fülle von Varianten steht aber eines fest: nämlich als Herzschild findet sich immer das Wappen der Hunyady: der Rabe, den goldnen Ring im Schnabel, auf blauem Felde *).

Nur von solchen Hss., in denen die Wappen von Ungarn und Böhmen sammt deren Kronländern, dann von Oesterreich u. s. w. erscheinen, und wo das Familienwappen der Hunyady als Herzschild auf dem Staatswappen sichtbar ist, lässt sich mit Sicherheit behaupten, dass dieselben wenigstens für die Corvina bestimmt waren; ob sie ihr aber wirklich angehört haben, ist erst bei jeder einzeln zu untersuchen.

Jedoch weiter in die Geschichte der Corvina einzugehen, ist hier nicht die Aufgabe. Uns lag nur die Pflicht ob, die 17 oben näher beleuchteten Hss, aus der k. k. Bibliothek zu Olmütz nicht unter der Hand, wenn auch nur „grösstentheils", in Corvinische verwandeln zu lassen und nicht zu schweigen zu einem solchen Unterfangen.

Jos. Haupt,
Custos der k. k. Hofbibliothek.

*) Gründlich über die Art und Weise der echten Corvinischen Hss. kann sich unterrichten, wer in der Lage ist, das seltene Werk einzusehen: Rómer, Flórián, Diszlapok a Római könyvtárakban örzött négy CorvynCodexböl i. e. Suchzehn photographische Schriftbilder von vier Corvinischen in römischen Bibliotheken befindlichen Handschriften. Pest. 1871. fol.

[3.] Schweizerische Schriftsteller.

Von A. Schumann.

I. Daniel Egli (Ecklin) von Aarau. Bei Gelegenheit einer Arbeit über die Aargauischen Schriftsteller konnte ich mich öfters von der geringen Zuverlässigkeit und theilweisen Unbrauchbarkeit der Angaben überzeugen, welche die bekannteren litterarhistorischen Hilfsmittel darbieten. Dieser Uebelstand veranlasste mich zu eingehenderen Untersuchungen, deren Ergebnisse ich mit Auswahl im Anz. vorlegen möchte. Die Darstellung des biographischen Theiles stützt sich neben den geläufigeren Quellen auf eine Reihe lokaler, kaum über ihr heimathliches Gebiet hinaus gelangter Druckschriften, sowie auf archivarische Ermittelungen, die ich entweder selbst vornahm oder von anderer Seite in liberalster Weise mitgetheilt erhielt. Das bibliographische Material habe ich selbst vor Augen gehabt und kann darum, menschliches Irren vorbehalten, für meine Angaben einstehen. Zum Theil sind die betreffenden Schriften sehr selten geworden, wesshalb die Angabe der Bibliotheken, in denen sie sich vorfinden, nicht überflüssig sein wird.

Ich beginne mit Daniel Egli (Ecklin), einem Palästinafahrer des 16. Jahrhundertes. Die Quellen über ihn sind folgende: I. Egli's eigene, unten angeführte Schrift. (Er gibt in derselben zu Anfang einen Abriss seines abenteuervollen Lebens, den der Herausgeber seiner Reise am Schlusse bis zu seinem Tode fortgesetzt hat. – II. Leu, Helvet. Lexicon VI. 229. (Sehr kurz.)

III. Adelung zu Jöcher. II. 825. (Ebenso.) – IV. Frz. Xav. Bronner, Der Kanton Aargau, historisch, geographisch, statistisch geschildert. 2 Bde. St. Gallen u. Bern, Huber u. Co., 1844. 8°. Bd. II. S. 39. (Gedrängter Lebensabriss mit unbestimmter Angabe seiner Schrift.) – V. (A. Schumann), Daniel Egli's Reise zum heil. Grabe in: Aus dem Wiggerthale. Blätter zur Auregung und Belehrung. Zofingen, Steinegger, 1863–64. gr. 8°. S. 46--47, 53. (Bespricht in populärer Fassung Egli's Leben und Reise und gibt aus letzterer eine modernisierte Probe.) VI. J. Müller, Der Aargau. Seine politische, Rechts-, Kulturund Sitten-Geschichte. 2 Bde. Zürich, Schulthess, 1870–71. gr. 8°. Bd. II, S. 614. (Sehr kurz.) - VII. T. Tobler, Biblio

. graphia geographica Palaestinae. Leipz., Hirzel, 1867. gr. 8o. S. 75. (Das Vollständigste und Genaueste, was man in bibliographischer Beziehung über Egli besitzt; nur sind leider gerade die beiden ersten Ausgaben nicht zur Kenntniss des Verfassers gelangt.)

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Daniel Egli *) wurde 1532 „in diese Welt geboren von seinen Eltern, Görg E. und Sabina Eberschweinin, in der Stadt Aarau.“ Seinen Vater, der daselbst Bürger und Apotheker war, verlor er schon im neunten Jahre. Den ersten Unterricht erhielt er in Aarau; von 1547—1549 besuchte er „die Schule“ in Bern, womit offenbar die damalige Akademie gemeint ist, um hierauf ein halbes Jahr lang seine Studien in Basel fortzusetzen. Am 16. Juli 1550 trat er bei einem Apotheker in Schwäbisch-Gmünd in die Lehre, vertauschte aber diese Stelle schon zu Neujahr 1552 mit einer anderen in Innsbruck. Nach nur dreimonatlichem Aufenthalte wanderte er von hier der Stadt Venedig zu, ausgerüstet mit Empfehlungsbriefen (,,Abscheid- und Fürdernuss-Brieffen") des Aarauer Magistrates und seiner beiden Lehrherren. Damit beginnt die ausführlichere Schilderung seiner Fahrten, Weil er des Italienischen nicht mächtig war, so wollten ihn die dortigen Apotheker nur unter der Bedingung annehmen, dass er ihnen entweder für ein Jahr die Summe von 18-20 Kronen gebe oder ihnen zwei Jahre lang umsonst diene. Er konnte und wollte nicht darauf eingehen, denn das Geld hatte er nicht, und zwei Jahre mochte er nicht an einem Orte bleiben, und so entschloss er sich denn, mit einem welschen Freunde eine Reise nach Candia und Cypern zu unternehmen. „Denn,“ sagt er, „wir hörten, dass es gar gute, reiche und fruchtbare Inseln sein sollten, da alles überflüssig wüchse und wohlfeil um einen ziemlichen Pfenning gefunden würde.“ Sie begaben sich also zu einem Schiffspatron, der sie freundlich aufnahm und ihnen gute Rathschläge in Betreff des Reisebedarfs gab. Demgemäss versahen sie sich mit einem verschliessbaren Kasten („Trucke“ benennt er ihn nach seiner heimischen Mundart), einer Decke, einem Fässchen mit Wein, etlichen hundert Eiern, einigen Schinken (,,Hammen“) und Bratwürsten, so dass sie nun am 28. März wohlversorgt unter Segel gehen konnten. Der ursprüngliche Reiseplan erfuhr aber eine bedeutende Erweiterung. Denn über Candia und Cypern (dort hielt er sich fast 8, hier 3 Monate auf) gelangte Egli weiter nach Tripolis in Syrien, machte von da Ausflüge nach Aleppo und Antiochien, überstieg danu den Libanon und begab sich über Damaskus nach Jerusalem. Am 29. Juni 1553 Morgens um 6 Uhr betrat er die heilige Stadt. Er fand freundliche Aufnahme bei den Mönchen des Sionklosters, besuchte die denkwürdigsten Stätten Jerusalems, ferner Bethlehem,

*) Seine eigene Schreibweise „Ecklin" beruht auf der harten Alemannischen Aussprache des g. Die Verkleinerungssilbe in diesem und anderen Namen lautet bald verkürzt li, bald voller lin, so dass heute noch Häfeli und Häfelin, Zimmerli und Zimmerlin begegnen. Die Aarauer Familie heisst „Egli"; dagegen kommen „Ecklin" in Basel vor.

Hebron, das todte Meer und den Jordan, wanderte über Emmaus nach Joppe und schiffte sich hier wieder nach Venedig ein. Es geschah dies am 14. September 1553. Seit seiner Ankunft waren 4'/ Monate verflossen. Nach kurzem Aufenthalte in Vendig trieb es ihn nach Padua, wo er als eine Art Unterpräceptor in die Dienste des Grafen Julius von Hardegg trat und daneben medicinische Studien trieb und die italienische Sprache erlernte. Nachdem er auch noch Bologna und Rom gesehen, reiste er durch Tirol nach Pressburg. . Er fand hier für ein Jahr Anstellung in einer Apotheke, ebenso für kürzere Zeit in St. Pölten und Wien. Nach einem Besuche Ungarns kehrte er endlich nach seiner Vaterstadt zurück (23. Dezember 1556). Er betrieb nun "mit Erfolg „die Kunst der Apothekerei“, starb aber schon am 2. Januar 1564.

Das von ihm verfasste Reisebüchlein gab nach seinem Tode sein Schwager Hans Ulrich Ragor heraus. Es erschienen von demselben zunächst folgende zwei Ausgaben:

I. „Reiß zum heiligen Grab. | Meerfart so Daniel | Edlin gethan hat, von Arav gebn Hierusalem zum heiligen Grab: Was er in der zeyt gel sehen vnd erlitten: Sampt einer furßen Beschrei: | bung des gelobten Landts, vnd der Statt | Hierusalem, wie es noch zu vnserer | zeit gestaltet seye. / Jekund aber allen gutherzigen Lesern, durch Hans Huldrich | Ragor von Arav erstlich an tag geben (.) Getrudt zu Basel, bey

Samuel Apiario." M. D. LXXV. 4o. 18 Bll. (Rückseite des Titels bedruckt, letzte Seite leer.)

II. „Wandel oder Reißbüchlein M. Daniel Edlins, fei- | ner Reiß, so er gethan hat, von Araw i gen Jerusalem zum heiligen Grab: Was er in der zeit gesehen vnnd | erlitten: Mit sampt einer kurzen beschreibung des gelobten | Landts, vnd von der Statt Jerusalem, wie es noch zu vnser zeit hierumb ein gestalt hat. Zezindt aber allen gutbertigen Lesern, durch Hans Huldrich | Ragor von Lucern (so!) erstlich an tag geben. Getrudt zu Basel am Fisdomardt, durch Daniel vnd Lienhart Dstein. ." M. D. LXXV. 4o. 18 Bll. (Rückseite des Titels bedruckt.)

Beide Ausgaben haben den gleichen Titelholzschnitt: ein Piiger schreitet über ein Gebirge, indem er in der Linken ein aufgeschlagenes Buch, in der Rechten ein Schwert trägt. Die erste befindet sich auf der Stadtbibliothek in Zofingen (Katalog derselben S. 467), die zweite auf der Kantonsbibliothek in Aarau (Katalog derselben Bd. I, S. 467.) Die von 1576-1803 erschienenen Ausgaben verzeichnet Tobler &. a. 0. Seine Bemerkung zu der Octav-Ausgabe von 1580: „herausgegeben nach dem Tode des Pilgers von H. H. Ragor" ist irreführend, weil keine einzige Ausgabe zu Lebzeiten Egli's herauskam. Die allerletzte Ausgabe von 1803 scheint Tobler nicht gesehen zu haben, wesshalb ich deren Titel hier beifüge:

„Reiß zum heiligen Grab, fo Meister Daniel Edlin von Arau gen Jerusalem gethan, und was er in derselben Zeit erlitten. Samt einer kurzen Bejdreibung dis gelobten Lands und der Stadt Jerusalem, sehr lustig zu lesen. Vasel, aufs Neue gedrudt in dem Jahr“ 1803. kl. 8°. 28 BlI. Titelholzschnitt wie oben. (Kantonsbibliothek in Aarau. Katalog a. a. 0.)

Im Einzelnen enthält das Büchlein Folgendes : eine Vorrede oder vielmehr Widmung des Herausgebers an den Aarauer Schultheissen Samuel Meyer, datiert: „Hertzogen Buchsy, an dem heiligen newen Jahrstag . . M. D. LXXIIII.“ (Bl. 1b und 2 a der 1. Ausg.), einen von Egli verfassten Abriss seines Lebens in Form chronologischer Tabellen (2b-4b), 3 Abschiedsbriefe (4b5b), die ausführlichere Erzählung seiner Reise von der Ankunft in Venedig bis zur Ankunft auf Corfu (5 b-7b), „Corcyra oder Corfun ein Insel" (7b), „Von Candia oder Creta“ (8a-9 a), „Von

, Cypern vnd Alexandria“ 98—10 a), „Von Amana“ (10 a), „.Aleppo ein grosse Statt in Syrien" (10 a), „Antiochia ein gar alte aber zerstörte Statt" (102-10 b), ,,Lübecka" (10 b), „Der Berg Libanus“ (10 b-11 a), „Von Damasco (11a-12a), „Von der Statt Jerusalem“ (12a-14b), „Von Bethlehem" (14b-15 a), „Vom Todten Meer" (15 a—15 b), „Vom Jordan" (15b-16 a), „Von Rama vnd Joppe" (16 a—16b), 4 „Abscheidbrieffe" (16 5—18 a), „Beschluss diss Reissbüchlins (von Ragor (18 a).

Es liegt nahe, hier zugleich auf das Leben und die Schriften des wenig bekannten Herausgebers von Egli's Reise einzugehen.

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II. Johann Ulrich Ragor. Quellen: I. Leu XV. 14. (Nur wenige Notizen. Das Versehen auf dem Titel der 2. Ausgabe von Egli's Schrift „Lucern“ statt „Araw“ hat Leu zu dem Irrthume verleitet, zwei Persönlichkeiten des Namens „Hans Ulrich Ragor" anzunehmen. Von dem angeblichen Luzerner weiss er freilich nichts weiter anzuführen, als dass er der Herausgeber Egli's sei.) II. (Joh. Jak. Frikart) Chronik der Stadt Zofingen. 2 Bde. Zofing., Suterineister, 1811–12. 8o. Bd. II. S. 77. — III. (Derselbe) Tobinium ecclesiasticum oder Kirchliches Aemterbuch der Stadt Zofingen. Zofing., Sutermeister, o. J. (1824.) 8'. S. 53. 90. (Das Vollständigste, was über Ragor zu finden ist. Der Verfasser benutzte zu seiner Arbeit Berner und Zofinger Akten.)

Johann Ulrich Ragor von Aarau wurde den 12. October 1534 in Windisch (Aargau) geboren, wo sein Vater Pfarrer und Dekan war. Seine Studien machte er wahrscheinlich in Bern und Zürich. Im März 1557 kam er als lateinischer Schullehrer nach Zofingen und wurde 1568 Pfarrer daselbst, nachdem er, wie es scheint, in

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