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Johann Joachim Efc e n burg
Berjogl. Braunschw. Lüneb. Şofrath, und Professor der Philosophie und

schönen Literatur am Collegio Earolino in Braunschweig.

fů nfter B a n d.

Mit Königl. Preußischer allergnädigster Freiheit.

Berlin und Stettin,
bei Friedrich Nicolai, 1790.

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Borber i dt.

Schon in der Botrebe zum eften Bande der

gegenwärtigen Sammlung äußerte ich die Bes forgniß, daß dieselbe größer und båndereicher werden würde, als id; anfänglich dachte und wünschte. Jeßt habe ich Ursache zu fürchten, daß diese Besorgniß meinen Lesern leicht noch abschreckender, als mir selbst, werden könne, seitdem der Verfasser einer mir sonst sehr schmeis chelhaften Beurtheilung dieser Beispielsamme lung, im ersten Stücke des zweiten Bandes der zu Leipzig Herauskommenden Rritischen Uebersicht der schönen Wissenschaften, jener Furcht noch mehr Bestimmtheit, und eben dadurch noch mehr Abschreckendes gegeben hat.

Er glaubt nåmlich, daß diese Sammlung wes nigstens auf sechszehn Bånde werde anwach: sen müssen.

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Uebertrieben finde ich freilich an fidy selbst diesen Anschlag nicht, da ich mich bisher über die Unzahl und Einrichtung der noch rückständis gen Bånde nicht erklärt habe, und man leicht aus der Beschaffenheit der bisherigen auf eine noch größere Anzahl jener schließen konnte. Denn freilid), wenn ich z. B. nur von jedem Schauspieldid ter ein ganzes Schauspiel, von jedem trefflichen dogmatischen Schriftsteller eine ganze Abhandlung, von jedem musterhaften Redner eine ganze Rede oder Predigt liefern wollte; fo würde sich das alles noch nicht ein mal in eine Folge von fechszehn Bånden brin, gen lassen, sondern vielleicht noch einmal so viel betragen.

Man wird mir aber leicht zutrauen, daß diese ganze Unternehmung keine literarische Fis nangoperation gewesen, und daß es mir dabei mehr um den Nuken und die Zufriedenheit meis ner leser, als um meinen eignen Vortheil, zu thun ren. Auch wäre es meinerseits eine sehr vermessene, und wohl gewiß fehlschlagende. Ers wartung, wenn ich hoffen wollte, die Käufer dieses Werks durch solch eine ungebührliche An

håus

häufung der Bånde weder abzuschrecken, noch zu ermúden.

Es ist jedoch nicht bloß diese Rücksicht; es ist Bedürfniß und Natur des ganzen Unters nehmens, die mich nöthigt, demselben gewisse Schranken zu seken und bei denen Gattungen der Poesie und Profe, deren Beispiele von zu großer Ausdehnung find, anders, als bei den bisheris gen, zu verfahren. Und nun halte ich es für meine Pflicht, von dem Plane, den ich bei der Fortseßung dieser Sammlung zu befolgen Wils lens bin, vorläufige Rechenschaft zu geben.

Man hat nur noch drei, und überhaupt also acht Bånde dieser Beispielsammlung zu ers warten, ohne daß ich dabei eine beståndige und fortgesekte Rücksicht auf meinen Entwurf der schönen Literatur aus den Augen verlieren wer: de. In dem sechsten Bande nåmlich werde ich noch die vorzüglichsten Muster des romantis fchen Seldengedichts, des poetischen Ges språchs, der Veroide und der Kantate mits theilen; dann aber noch in diesem und dem fols genden siebenten Bande die vornehmsten, im Lehrbuche angeführten, drainatischen Dichter des Lustspiels, Trauerspiels und Sings spiels, bloß literarisch und kritisch durchgehen. von ihnen werden umständlichere Notizen, als

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