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liest Ilias und Odyssee ganz. Das ist wichtig genug, denn der erste Eindruck vom Inhalt haftet fürs Leben. Bei Hochegger - Zechmeister scheinen z. B. in E und Z aus diesem Grunde folgende Stellen getilgt zu sein: E 268 - 272 (Anchises bringt die Rosse des Laomedon mit den Stuten zusammen), 313 μήτηρ, ή μιν υπ' 'Αγχίση τέκε βουκολέοντι, 418 -- 431 (die verwundete Aphrodite wird geneckt und von Zeus ermahnt, sie solle špra yáuolo besorgen), Z 160-166 (die Potiphargeschichte des Bellerophontes), 198 - 205 (Laomedeia und Zeus), 243 – 250 (Priamos' Söhne und Schwiegersöhne ruhen bei ihren Weibern). Sonst sind als überflüssig ausgelassen Stellen, wo getödtete Helden aufgezählt werden: E 38-84, 144-165, 533–589, Z 20–36; ferner E 385—404 Frevel der Menschen gegen Ares, Here, Hades, 703-792 Here und Athene auf dem Schlachtfeld, Z 433 -- 439 Andromache's Rath in Betreff der Heeresaufstellung, endlich interpolierte Verse E 508 - 511. 808. 901. Z 151. 311. Ebenso in A 31. 139. 265. 296. 405. 567, ausserdem fehlt die Anakephalaiosis des Achill 366 – 392 und 469 – 474 fortgesetztes Essen und Trinken, wodurch der Chryseisepisode aufgeholfen werden soll. Zuweilen musste der Vers neu ausgefüllt werden; Ζ. Β. Ε 37 Τρώας δ' έκλιναν Δαναοί: έλε δ' άνδρα έκαστος lautet jetzt in seiner Zweiten Halfte: θεράποντες Apros. Die Ergänzung ist zwar harmlos, aber prinzipiell doch unerlaubt; man muss also den Muth haben in der Mitte abzubrechen. Nach den Reden folgt bei Homer ein Ausdruck: »So sprach er«; wenn aber nach E 529-532 durch Streichung von 533 --589 H xai axóvrlos 533 wegfällt, so ist das gegen die homerische Gewohnheit. Am Rand steht übrigens auch die übliche Verszählung.

Abgesehen davon sind die Gesichtspunkte des Herausgebers im Ganzen durchaus verständig. Der Text weicht von der ersten Auflage etwas ab; er ist nach La Roche's und Nauck's Ausgaben revidiert; Aristarch findet besondere Berücksichtigung. Anerkannte Resultate der Sprachforschung hat Zechmeister nicht verschmäht: ros, idee, zato, βήω, ανάσχετος, auch Brugman's ίκωμαι έην Ι414 für ίκωμι φίλην, dagegen hat er βαλέειν, ιδέειν, πιέειν, όου, λείουσιν noch beibehalten wollen. Er schreibt ήδε γένοντο, ουδέ φόβηθεν, Ατρείδης, Πηλείδης, ταύτα ιδυίη, ή του, εγώ γε, κάρη κομόωντες, δουρί κλυτός, πάλιν πλαγχθέντος, -010' und yo’mit Apostroph nach Nauck vor Vocalen, ohne vor Consonanten zu andern, ausser etwa in χρυσέοισι δέπασσιν statt χρυσέους δεπάεσσιν, άταρτηροίσι έπεσσιν, ν εφελκυστικών gegen Aristarch vor Consonanten wie dloužouv opeoiv. Die Interpunktion folgt besonders Classen's Beobachtungen. Sehr lobenswerth und brauchbar ist der knappe, klare Abriss über die Metrik des Hexameters. Problematisch ist nur, was p. XIV von der spirans gesagt ist: haud raro ambas produxit vocales (Aaov B 41, μάντης και 493, Οδυσσιος χ 238), von μεγαυίαχον p. XXI zu schweigen (aŭlayou ist Aeolismus). Gut ist die Ableitung von Messungen wie şidó

uevos p. XV: »neque hanc quidem licentiam poetae sibi concessissent, nisi cum pronuntiatio vulgaris, qua ex compluribus syllabis brevibus inter se excipientibus alia maiore alia minore sono distingui solet, aliqua ex parte huic productioni favisseta. Ausser dem Digamma wird spirantisches jod, was in suau und is anerkannt wird, und o im Anlaut den Schülern vorgeführt. Beigegeben sind Wolf's Summaria und die υποθέσεις.

7) The story of Achilles from Homer's Iliad edited with notes and introduction by the late John Henry Pratt, M. A. Fellow of Trinity College, Cambridge; Assistant - Master at Harrow School, and Walter Leaf, M. A. Fellow of Trinity College, Cambridge. London, Macmillan and Co. 1880. XXXI, 480 S. 8. Angebunden ist der unvermeidliche Macmillan'sche dickleibige Katalog von Schulbüchern (62 S.).

Die Ausgabe von La Roche (Leipzig 1873) hat den Text zu diesem Separatdruck der » Geschichte von Achilles «, wie hier nach dem Essay De Quincey's Homer and the Homeridaea, Grote's Achilleis heisst, hergegeben; wenige Abweichungen sind in den Noten angeführt. Abgedruckt sind A, I, 1, N, P, E, T, Y, 0, X, Y, 2, also die halbe Ilias, zwölf ganze Bücher (1—268). Kopfleisten geben auf jeder Seite kurz den Inhalt an. Nachdem der erstgenannte Herausgeber Pratt am 31. August 1878 in den Fluthen des Comer Sees einen frühzeitigen Tod gefunden hat, hat H. Leaf die Fortsetzung der Ausgabe übernommen. Pratt hatte seine besondere Aufmerksamkeit auf die Etymologie gerichtet; Leaf setzt eine allgemeine Kenntniss der Elemente des epischen Dialekts (vgl. die Einleitung S. XIII - XXIX) und der vergleichenden Wortforschung voraus. Curtius' Etymologie und Studien, Merry's und Monro's Einleitungen zur Odyssee und Ilias A und Autenrieth's und Ebeling's Lexicon, sonst auch Faesi's, Düntzer's, Ameis', Paley's Ausgaben haben als Hilfsmittel gedient; auch Goebel's Lexilogus wird citiert (s. zu alyi ed I 15). Die Anmerkungen (269-476) zeichnen sich durch ihre knappe Fassung besonders aus. Ich erwähne als eine willkommene Zustimmung zu einer wichtigen Entscheidung Nauck's (s. unten) die Note zu não! A 5: the reading of Zenodotus data, howewer, seems preferable.

8) 'Οδύσσεια. Homer's Odyssee. Erklärende Schulausgabe von Heinrich Düntzer. II. Heft. I. Lieferung. Buch IX –XII. Zweite, neu bearbeitete Auflage. Paderborn. Druck und Verlag von Ferdinand Schöningh. 1880. 128 S. II. Heft. II. Lieferung. Buch XIIIXVI. Zweite etc. Auflage. Paderborn 1880. S. 129—264. 8.

Die mit vorliegenden Heften abgeschlossene zweite Auflage ist, wie der Titel mit Recht hervorhebt, eine stark umgearbeitete (über das Mass genügt es auf die genaue Vergleichung von x bei Cauer Jahresberichte des Philol. Vereins VII (1881) S. 26 zu verweisen). Ob damit das Bedürfnis des Herausgebers nach Neubearbeitung volle Befriedigung gefunden und seine Odysseeausgabe ihre abschliessende Gestalt erhalten hat, ist eine Frage, welche die Zukunft beantworten wird. Düntzer's Thätigkeit in der Homerforschung, die in Interpolationen alles Heil erblickt, und im Besonderen seine nicht allzu geschmackvolle Art, einen Schriftsteller mit Anmerkungen zu verzieren, ist bekannt genug. Zumeist bestehen sie in einer paraphrasierenden, oft verwässernden Wiederholung der Dichterworte, daher stammen hier die zahlreichen Wortübersetzungen, die den Schüler zur Bequemlichkeit verleiten. Ich betrachte nur einige Formenerklärungen. Dass Düntzer die Sprache aus metrischer Bequemlichkeit, Rücksichten auf den Versschluss u. s. w. verrenkt sein lässt (vgl. zu oμoίμος γ 236 oder τανηλεγής, δυςηλεγής aus αλγειν 3 100), ist ebenfalls nichts Neues. Dahin gehört auch die Ausstossung von Silben, wie o 46 die alte Erklärung von μώνυξ aus μονώνυξ (Homer schuf sein μώνυχες zum bequemen Versausgangea) vertheidigt wird durch die Beispiele tpaπεζα statt τετράπεζα, Ευφράνωρ statt Ευφραν-άνωρ, άρμα(το)τροχίη, κελαι(νο)νεφής, όπισθο)θέναρ. Das erstere mit dem Abfall der Anfangssilbe (nach Fick) kann hier nichts beweisen; in den anderen Fällen aber, wo die eine von zwei gleich oder ähnlich lautenden Silben in der Mitte der Composita nach dem Prinzip der Erleichterung und der Abkürzung ausgefallen ist oder zu sein scheint, übersieht Düntzer den Unterschied, dass doch wenigstens beide Wortstämme erkennbar bleiben müssen, was in povuć nicht der Fall ist. Und welcher vernünftige sachliche Grund lässt sich gegen pou + Övus vorbringen? Mit derselben Unbefangenheit werden weiterbildende Silben statuiert, wie z. B. 7 268 bei súhones: »es scheint eine Ableitung von pūhov, Schar, keine Zusammensetzung mit öpa. Oder es wird von solcher Worterklärung die Bedeutung abhängig gemacht: à 584 »OTEŪTH hat nur die Bedeutung behauptet, versichert; es stammt von der W. otu rufen, sagen, woher otóua, acolisch otúpa (otápu.os)a. Also ein dialektischer Vertretungsvocal (u für gemeingriechisches 0) wird zum Themavocal eines Verbums gemacht, und dieser wird ohne Weiteres in eu gesteigert! Nachdem so die Bedeutung gesichert sein soll, wird zur Conjectur geschritten: »wir erwarten hier die Erwähnung des Schmachtens: vielleicht stand hier osūto, eine ältere Form für bebeto (? die Silbe e verschwindet natürlich wieder); deveolar, vom Stamme oo, ist eigentlich leiden«. Wer es glaubt! Aber Düntzer belehrt so den Schüler; andere sagen ihm, es hiesse » Mangel leidena. Und welchen Werth hat die Conjectur devto ? Was bedeuten die Worte zu 447: »Tolinop&os und nookerópocos (504) heisst Odysseus nur da, wo der Dichter einer Position für das vorige Wort bedurftea ? Schon Cauer hat die Note zu e 530, wo Polyphem den Odysseus atode Tóp8.ov nennt, hervorgehoben: »Odysseus hat ihm nur gesagt, dass er Agamemnon begleitet habe, der Ilios zerstört [hat] (259 ff.)«, währeud

oal.

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er 1504 ihm doch auch zuruft: φάσθαι Οδυσσέα πτολιπόρθιον εξαλαώ

Ueber Düntzer's Auflage in Betreff der Lesarten siehe Kammer im Jahresber. 1879, Bd. IX, S. 92. Es fällt mir nicht ein, der Düntzer’schen Ausgabe ihr Verdienst streitig zu machen, sondern es soll nur betont werden, dass Vorsicht bei ihrem Gebrauch dringend geboten ist.

9) Homer's Odyssee. Erklärt von J. U. Faesi. Dritter Band. Gesang XVII – XXIV. Sechste Auflage besorgt von W. C. Kayser. Berlin, Weidmann'sche Buchhandlung 1880. 212 S. 8.

Die neue Auflage des letzten Theils der Faesi-Kayser'schen Odysseeausgabe, welche durch den Gebrauch längst erprobt ist und einer verspäteten Anzeige ihres Erscheinens nicht mehr bedarf, ist ein fast unveränderter Abdruck der vorhergehenden Die beiden Recensionen von J. Zechmeister in der Zeitschrift für die österreichischischen Gymnasien Bd. 31 (1880) S. 256 und Cauer in den Jahresberichten VII (1881) S. 22 halten dem Herausgeber vor, dass er Bekker's Homerische Blätter, den Hermes und G. Curtius' griechische Etymologie ungenau citiert. Bei Vers w 60 vermisst man den Hinweis auf den ganz ähnlichen A 604, der bei Ameis nicht fehlt. Faesi-Kayser bemerkt: Eine Nachbildung dieses Verses giebt der Hymnus in Apoll. Pyth. 11. Dasselbe hätte er mit demselben Recht zu ω 489 οι δ' επεί ούν σίτοιο μελίφρονος εξ έρον έντο - Hymn. in Apoll. Pyth. 321 sagen können; jetzt heisst es nur: Ungewöhnliche Variation der so oft vorkommenden Formel avtùp śrei Tócios etc. Eine dritte Parallele ist w 402 = Hymn. in Apoll. Pyth. 288 (auf die umgekehrt Ameis - Hentze nicht verweist). Kayser fasst vůle »salve« (st. ölfe s. Curtius Et. 3715) merkwürdiger Weise noch mit Doederlein und Lobeck als einen Vocativ von kos unter Annahme einer Ellipse von iode oder foo, s. zu o 79. Richtig liest er péya załos statt Faesi's ucha zaīps und bezeichnet es als durch die Überlieferung (vergleiche die testimonia veterum bei La Roche Homeri Odyssea, Lipsiae 1867, S. 342) am besten empfohlen, » wie das Alter jener Lesart aus der Aufnahme (im) H. in Apoll. Pyth. 288 ersichtlich ista. Wie, wenn statt vimo vielmehr paus dem« Hymnus zu ergänzen wäre, den der Verseschmied von w doch recht wohl gekannt haben könnte? Vgl. Hermes XVII (1882) S. 115f. Dass das zweite Hemistich w 402 noch in $ 413 und, was AmeisHentze übersehen hat, ganz ähnlich auch n 148 steht, wird nicht gesagt. Die Angabe der parallelen Stellen fehlt öfter.

10) Homer's Odyssee. Für den Schulgebrauch erklärt von Dr. Karl Friedrich Ameis. Zweiter Band. Zweites Heft. Gesang XIX–XXIV. Sechste berichtigte Auflage besorgt von Dr. C. Hentze. Leipzig, B. G. Teubner 1880. 167 S. 8.

Wie weit die Berichtigung in dem letzten Heft gegenüber der fünften Auflage reicht, versuche ich jetzt nicht festzustellen. Vgl. Kam

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mer's Anzeige von Bd. I Heft 2 und Bd. II Heft 1 im Jahresbericht IX (1879) S. 90/91, dessen Bemerkungen über Ameis ich beipflichte.

Hierzu gehört:

11) Anhang zu Homer's Odyssee, Schulausgabe von K. F. Ameis. IV. Heft. Erläuterungen zu Gesang XIX--XXIV. Zweite berichtigte und vermehrte Auflage, besorgt von Dr. C. Hentze. Mit Abbildungen und zwei Registern. Leipzig, B. G. Teubner 1880. 136 S. 8.

Im vierten Heft der zweiten Auflage des Anhangs, welche sich an die sechste des Commentars anschliesst, sind die reichlichen Zusätze Hentze's, welche durch Herbeiziehung der neuesten Litteratur vielfach hinzugekommen sind, von den ursprünglichen Erläuterungen von Ameis im Druck nicht mehr getrennt, wie es schon in der dritten Auflage des ersten Heftes (1879) geschehen ist. Diese Einrichtung ist durchaus zu billigen. Dagegen fehlen hier noch an der Spitze der einzelnen Bücher die knappen Zusammenstellungen der Schriften, welche sich auf die höhere Kritik dieser Theile beziehen. Zur bequemen Benutzung sind zwei aus Autenrieth's Wörterbuch entnommene Grundrisse des homerischen Hauses beigegeben worden. Hentze citiert grundsätzlich (vergl. Ilias, Vorwort zu Bd. I Heft 3 (1880] S. IV) viel, um in die Litteratur und in das Studium der auf den Dichter bezüglichen zahlreichen und mannichfachen Fragen einzuführen. Er verhält sich meistens einfach referierend. Ich vermisse aber gerade für den genannten Zweck in Hentze's Anhängen eine kritische Stellungnahme zu den berührten Ansichten. Ein ruhiges, sicheres Urtheil wirkt aufklärend, die Aufzählung vielfacher Dinge, die oft besser todtgeschwiegen würden, nur verwirrend. Von dem eigenen eklektischen Standpunkt Hentze's in Fragen der höheren Kritik, welcher besonders in den ausführlich orientierenden Einleitungen zu den Iliasbüchern hervortritt, sehe ich dabei natürlich ab. Und es bleibt zu bedenken, dass die Bearbeitung beider Anhänge durch den trotz aller Ueberbürdung unermüdlichen und umsichtigen Herrn Verfasser sich in stetem Flusse befindet und wohl noch nicht ihre endgültige Gestalt erhalten haben wird. Für das bisher Geleistete gebührt ihm der ungetheilte Dank aller, welche den Anhang benutzen und zu würdigen wissen.

Ich nenne hier in Betreff von Hentze's Thätigkeit noch Hans Karl Benicken's allgemein gehaltene Besprechung der neuen Auflagen von Commentar und Anhängen in der Philologischen Rundschau Jahrgang I (1881) No. 25, S. 781—785.

12) Homeri Odysseae epitome. In usum scholarum edidit Franciscus Pauly. Pars prior Od. Lib. I-XII. Editio quarta correctior. Pars altera Od. lib. XIII --- XXIII. Editio tertia correctior. Pragae MDCCCLXXX. Sumptibus Friderici Tempsky. X, 193 S. VII, 188 S. 8.

Vorliegende Textausgabe, welche sich an Bekker's und Ameis' Recensio anschliesst, ist nach derselben Methode bearbeitet wie Hochegger's

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