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Jahresbericht über die griechischen Tragiker von Prof.

Dr. N. Wecklein in Bamberg

1-56

Allgemeines 1. Fragmente 3. Aeschylus 4. Prome-

theus 8. Septem 8. Persae 12. Supplices 13. Agame-

mnon 13. Choephori 15. Fragmente 16. Sophocles 16.

Aiax 22. Electra 22. Oedipus Rex 23. Oedipus Colo-

neus 25.

Antigone 26. Trachiniae 29. Philoctetes 33.

Fragmente 34. – Euripides 34 Alcestis 36. Andro-

mache 37. - Bacchae 37. Hecuba 39. Helena 39. Ele-

ctra 39. Hercules 42. Supplices 42. Hippolytos 42.

Iphigenia in Aulide 43. Iphigenia Taurica 44. Ion 44.

Cyclops 47. Orestes 52. Rhesos 52. Troades 52. Phoe-

nissae 52. Fragmente 52.

Jahresbericht über die griechischen Komiker von Prof.

Dr. C. v. Holzinger in Wien folgt im nächsten Jahrgang.

Jahresbericht über Herodot für 1880. Von Direktor Dr.

H. Stein in Oldenburg

96-108

Allgemeines 96. Geschichtliches 98. Kritisches und Exege-

tisches 103. Zum Sprachgebrauch 107.

Jahresbericht über Thuky dides von Professor Dr. L. Cwi-

klinski in Lemberg; über die übrigen griechischen
Historiker von Professor K. Schenkl in Wien; über
die Redner und Rhetoren von Professor F. Blass in
Kiel; über die griechischen Philosophen von den
Herren Direktor Prof. F. Kern in Berlin, Prof. M. Schanz
Würzburg. F. Susemihl in Greifswald und M. Heinze in

Leipzig folgen im nächsten Jahrgange.

Jahresbericht über Plutarch's Moralia von Direktor Dr.

H. Heinze in Stargardt in Westpreussen

57-95

Textkritik 57. - Ausgaben 90. Exegese 93.

Jahresbericht über die griechischen Grammatiker von

Prof. P. Egenolff in Mannheim und über die späteren

griechischen Schriftsteller von Oberschulrath Prof.

Dr. A. Eberhard in Braunschweig folgt im nächsten

Jahrgange.

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Jahresbericht über die die griechischen Tragiker betreffende Literatur des Jahres 1880.

Von

Prof. Dr. Nikolaus Wecklein

in Bamberg. .

108

-95

Griechische Tragiker. Πέτρος Παππαγεώργιος, Κριτικά και ερμηνευτικά εις τα αποσπάσματα των Ελλήνων τραγικών ποιητών. Leipzig 1880. 56 S. gr. 8.

Ernst Kahle, Fabulae, quae de caede Agamemnonis et vindicta Orestis feruntur apud Graecorum poetas, quomodo inter se differant. Programm des Gymnasiums zu Allenstein. Königsberg i. Pr. 1880. 26 S. 4.

Georg Günther, Beiträge zur Geschichte und Aesthetik der antiken Tragödie. I. Theil. Gymnasial-Programm von Plauen i. V. 1880. 28 S. 4.

Die Abhandlung von Pappageorg enthält mehrere beachtensWerthe Emendationen. In der folgenden Aufzählung sind nur wenige Bemerkungen, die entweder nicht neu sind oder minder brauchbar scheinen, weggelassen. Aeschylus frg. 169 λέγω σοι, 277 = Athen. ΙΙΙ 86 Β Αισχύλος δ' εν Πέρσαις τας αναρίτας (τρεφούσας) νήσους νηριτοτρόφους είρηκεν. Sophokles Ant. Schol. zu 124 ist zu interpungieren πάταγος.. έτάθη, τουτέστι .. πεποίηκεν, υπό του αντιπάλου δράκοντος, S0 dass υπό.. δράκοντος zu ετάθη gehört, 567 ήδε, μέν σύ, fragm. 162 όμματα | λόγχας αφίησιν, 193 γλώσσ' ήν εκείνοις ανδράσιν τιμήν έχεις, όπου λόγοι κτε., 221 μόναυλός τε, 274 Cramer Anecd. Ρar. ΙΠ 162, 25 Σοφοκλής εν Ιξίονι δίψιον κατά πλεονασμών του και φησί το βεβλαμμένον, 277 Poll. 7, 191 Σοφοκλής δ' έφη και λινορραφή τυλεία, 311 die Morte χαλκούς .. βούς.. αδερμάτους und χαλκοσκελείς γάρ κτε. gehören Zwei verschiedenen Stellen an (και fehlt wie frg. 390), 343, 4 κυκλοί δε πάσ' ών οικετών παμπληθία, 355 ταχύ δ' αυτό δείξει τούργον ως εγώ

Jahresbericht für Alterthumswissenschaft XXVI. (1881. I.)

1

σαφής, 407 αμφ' εμοί στείλαι, 412 γυνή τις mit Montefaucon cl. 414; 421 μύθος γαρ 'Αργολιστί συντέμνει βραχύ, 430, 3 η θάλπεται, 357 Εtym. Gud. p. 474, 27 Σοφοκλής δ' εν Μάντεσι συνέστειλε nach Cram. Αnecd. Ρar. 4, 188; fragm. 477 μίμνων τηνόάν' 'Ιδαίαν χθώνα, 616 το δ', (oder τόν) ευτυχούντα πάντ', αριθμήσας, βροτών ουκ έστιν, 699 nach 1 ist eine Licke, vgl. Ρlut. Μor. 761 F; fragm. 818 και Σοφοκλής εν τοις (Ποιμέσιν): ίπποις κτέ., 916 αποφάναι (? cl. Hesych. άποφανθείς). - Euripides 23 ετΑφροδίτη, 46 ως ούτις, 61 ή και κακόν, 69 ist unter Zwei Personen zu vertheilen, 223 όστις εστί μή καλός, 240 ηδονάς ζητών βίου, 264 τας τύχας πάντων βροτών, 362, 3 δρώσιν, οίδε δυσγενέστερον, 376 soll Zwei Personen gehören, 409, 2 προς τέκνων σποράν λαβείν, 552 νούν χρή θεάσθαί σ': ούτι της ευμορφίας όφελος, 781, 3 ουκ οίσετ' εις δόμους νέκυν ευθύς; 868 Anecd. Ox. I p. 122, 8 νομών και τρομών δράμημα γηραιού ποδός « Ευριπίδης, 882 λόγον δίκαιον μισθών αν λόγου φέρους, 969 τιμωρίαν έτισε θ', 981 κεί τις εγγελάν θέλει λόγω, 1008 ζωμεν οίδ' ελεύθεροι, 1057 μέλλων ιατρός, 1106 (Βekk. Anecd. 383, 8 ist μάταιον Erklärung zu άλιον), fragm. ed. Weil v. 27 φέρ' εαν ο νυν δή λαμβάνειν μέλλων μανήρ. Kritias frg. 1, 23 το γάρ φρονείν ένεστιν αυτοίς· τούσδε κτε., Chaeremon 41 vielleicht άπαντα ταγάλ' εν μόνω 'στι τώ φρονείν.

In der Besprechung der Schrift im Philol. Anzeiger XI S. 18-21 habe ich Soph. fragm. 421 μύθον (μύθους) γαρ 'Αργολιστί συντέμνω βραχύν (βραχείς), 616 τους δ' ευτυχούντας πάντ' αριθμήσας βροτών, 818 παύρους αν ίπποις .. ήδιον επιχωρούμεν, Εurip. fragm. 554 η χαρά μείζων βροτους, 685, 5 καπι φροντίδων βίον όντως δικαίων, Strabo p. 199 φιλοκίναιδοι (für xilóveixoe) zu lesen vorgeschlagen.

In der Abhandlung von Kahle haben wir nichts bemerkenswerthes gefunden. Wenn es Οr. 1650 heisst: θεοί δε σου δίκης βραβής .. ψήφον διοίσουσι, So darf man daraus nicht schliessen, wie allerdings die Erklärer gewöhnlich thun, dass Götter über den Fall des Orestes wie über den des Ares zu Gericht gesessen seien; geoè steht generalisierend; es ist nur an den Vorsitz der Athena zu denken. Halis in nemore apud Karystum sito ist ein bedenkliches Missverständniss von Iph. T. 1451.

Die Richtung der Ideenentwicklung in der lesenswerthen Abhandlung von Günther können wir vielleicht am besten durch die Aushebung folgender Sätze kennzeichnen. »Wie man das Zeitalter der Epik in gewissem Sinne die Periode der naiven Identität göttlicher und menschlicher Interessen, das der Lyrik die Periode der zu ihrem Rechte gelangenden Individualität nennen kann, so charakterisiert sich die Zeit der Dramendichtung durch den bewussten Gegensatz zwischen Mensch und Gottheit (unter welchen letzteren Begriff zuvörderst auch die Idee des Schicksals fällt)«. »Fragen wir nach dem Begriff der Tragödie im Sinne der ältesten tragischen Dichter und ihrer Zeitgenossen, so ergiebt sich mit Bestimmtheit nur soviel, dass der Dichter überhaupt nur eine

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grosse, erschütternde Handlung zur ergreifenden Darstellung bringen
wollte, welcher das überlegene, oft unergründliche Walten der Götter
mit besonderer Vorliebe zur Grundlage gegeben wurdea. In Betreff des
Prometheus pflichtet Günther der Ansicht von einer Entwicklung des Zeus
bei: panalog der Vorstellung der Hellenen von gewordenen Göttern, also
sicher davor irgend welchen religiösen Anstoss zu erregen, führt uns
Aeschylus die Entwicklungsgeschichte des Zeus und seiner einst usur-
pierten, doch mit moralischer Berechtigung usurpierten und für alle
kommenden Zeiten berechtigten Herrschaft in demjenigen Stadium vor,
wo der Kampf mit dem älteren, relativ auch berechtigten Göttergeschlecht
zu des ersteren Gunsten sich entscheideta. »Nach Sophokles kommen
Schicksalsschläge von den Göttern, ohne dass der kurzsichtige Mensch
in jedem Falle den ursächlichen Zusammenhang durchschauen kann.
Während Aeschylus einen solchen wo nur irgend möglich nachzuweisen
und also das Leiden und den Untergang seiner Helden aus ihren eigenen
Handlungen zu motivieren strebt, begnügt sich Sophokles mit dem ein-
fachen Factum: der Held leidet durch Verhängniss, um nun an der Art,
wie derselbe dieses Verhängniss erträgt, wie er sich dazu stellt, ein Cha-
rakter - Gemälde von oft bewundernswerther psychologischer Tiefe und
Feinheit auszuführena. „Wir finden in Betreff der Verblendung des
Menschen durch die Götter, ebenso wie in Hinsicht auf die Blutrache,
den Erbfluch, die Bestimmung der menschlichen Geschicke, die persön-
liche Freiheit und die tragische Schuld bei Sophokles einen wesentlich
veränderten Standpunkt.

Wir entdecken an ihm in sofern einen Rück-
schritt auf eine durch Aeschylus bereits überwundene Stufe der Tragik,
als Sophokles theils auf ältere Anschauungsweisen, theils auf den ge-
wissermassen fatalistischen Volksglauben zurückgreift und, wenn auch
selbst kein Fatalist, doch eine solche Auffassung provoziert, indem er
die Motivierung menschlicher Leiden aus menschlicher Schuld unterlässt.
Das mag nun unbeschadet seiner tiefen Religiosität geschehen, ja es mag
demselben sogar noch eine grössere Innerlichkeit dieser Religiosität zu
Grunde liegen: auf die dramatische Kunst als solche kann es nur nach.
theilig wirkena. »Aeschylus ringt titanenhaft mit den spröden Stoffen,
um das Willkürliche, das Unklare, das Unfreie aus denselben auszumerzen.
Wenn es ihm bei Figuren zweiten Ranges, wie lo und Kassandra, nicht
gelingen konnte, so ist das doch etwas ganz Anderes, als wenn Sophokles
gerade solche Stoffe mit Vorliebe behandelt, wo der Held unter dem
Drucke eines ihm 8eódev aufgebürdeten Leidens schmachteta.

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Fragmente.
H. Weil, Un nouveau fragment d'Agathon. Revue de Philol. IV

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S. 128.

In Dionys. Hal. t. t. d. Ampool. oelv. C. 26 p. 1035 xal taūta πάρισα ου Λικύμνιοι ταύτ' εισίν (Weil συντάττουσιν) ουδ' 'Αγάθωνες οι

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λέγοντες »Ύβριν ή πρίν μισθώ ποθεν ή μόχθον πατρίδωνα hat Gomperz Beiträge zur Kritik und Erklärung griechischer Schriftsteller III S. 593 den Gegensatz "7 Spev 7 kúpev entdeckt. Er wollte darin ein Fragment des Likymnios finden; sehr geschickt (wenn auch nicht ganz evident) macht Weil daraus ein Fragment des Agathon: Ύβριν ή σε Κύπριν | νομίσω; πόθον ή μόχθον πραπίδων.

Adesp. 298 und 352 weist A. Nauck remarques critiques VIII. Bulletin de l'académie impériale d. sc. de St-Pétersbourg t. XXVI p. 190 - 296 (zu den Tragikern S. 277 - - 289) das erstere mit Gomperz dem Epicharmos, das zweite mit Wilamowitz dem Eupolis zu. – Adesp. 370 ως αισχρόν εστι και καλών γε σωμάτων κτε. F. W. Sch midt Beiträge zur Kritik der griechischen Erotiker S. 8.

mannos.

Aeschylus. Erwin Rohde, Der Tod des Aischylos. Jahrb. f. class. Philol. 1880 S. 22 -- 24. Aeschyli tragoediae edidit A. Kirchhoff. Berolini apud Weid

1880. VIII, 382 S. 8. F. V. Fritzsche, De Aeschylo G. Hermanni praefatus est. Accedunt emendationes. Ind. lect. hib. 1880/81 Rostock. 8 S. 4.

Theod. Harmsen, De verborum collocatione apud Aeschylum Sophoclem Euripidem capita selecta. Dissertation von Göttingen 1880. 44 S. 8.

Paul de Saint-Victor, Les deux masques. Tragédie-Comédie. Première série: Les antiques. I. Eschyle. Paris, Calmann Lévy. 1880. VI, 551 S. 8.

Rohde weist in Betreff der Geschichte von der Schildkröte, welche den Tod des Aeschylus verursacht haben soll, indem sie ihm ein Adler auf den Kopf fallen liess, auf Fragment XXII der Quoixá des Eudemus ed. Spengel hin, nach welchem bereits Demokrit die Erzählung kannte, dass einem Kahlköpfigen der Schädel, den ein Adler für einen Felsen ansieht, durch die herabgeworfene Schildkröte zerschmettert wird. Dass Demokrit die Erzählung als schon auf Aeschylus bezüglich kannte, geht aus der Notiz nicht hervor. »Denkbar wäre immerhin, dass die Geschichte zu seiner Zeit noch als Fabel frei umhervagierte und erst später (vor Sotades) sich nach Art solcher Fabeln an einen besonders berühmten Kahlkopf heftetea. Jedenfalls fallen alle tiefsinnigen Deutungen der Fabel weg.

Die Ausgabe von Kirchhoff giebt Text und Scholien nach dem cod. Med. (auf Grund der bisherigen Collationen). In den Text sind bloss evidente Emendationen aufgenommen (wenigstens mit geringen Ausnahmen) und unter dem Texte nur Conjecturen von höchster Probabilität namhaft gemacht. Der eigentliche Werth der Ausgabe liegt in einer

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