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schlossen; Fat. 1, 1 quae (accouata) cum aliquid dicunt; s. Nägelsb. 1. 1. S. 480, Cato Orig. V, 5 (Jord.) ecqua tandem lex est acerba quae dicat; vgl. auch Cic. Legg. II 58 hominum mortuum inquit lex in XII tabulis in urbe ne sepelito etc. - $ 9 in perfecto et spectato uiro. Der singuläre Ausdruck perfectus uir = perfectae aetatis, wie die Juristen sagten, lässt sich mit τέλειος άνήρ vergleichen; τέλειος bezeichnet nicht nur den vollkommenen, sondern auch den volljährigen Menschen; vgl. auch Quintil. X 1, 57 iam perfectis constitutisque uiribus. - $ 11. Zu den Beispielen des tropischen Gebrauchs von viriditas, viridis vom Alter vgl. Colum. Praef. 12: cum istud opus . . uiridem aetatem cum robore corporis ad labores sufferendos desideret, und Döring zu Plin. Epp. I 12, 5 uiridis aetas.

§ 17 quae disputari de amicitia possunt, ab eis censeo petatis erklärt Reid den Conjunktiv petatis unrichtig durch Ellipse von ut; die Structur ist, wie aus dem älteren Latein hervorgeht (s. die Beispiele bei Dräger H. S. $ 369, 4), der Umgangssprache, die nach A. Spengel's treffender Bemerkung (zu Ter. Andr. 313) selbständige Sätze und unabhängige Verba liebt, entnommen; die Erklärung Reid's widerlegen schlagend Beispiele, wie Ter. Heaut. III 3, 27 recte dicit, censeo; für die klassische Prosa vgl ausser Seyffert 2. d. St., Fabri-Heerwagen zu Liv. 21, 19, 10 und Halm zu Cic. Cat. IV 13,

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25) Πάρκου Τυλλίου Κικέρωνος Λαίλιος ή διάλογος περί φιλίας, εκ της Λατινίδος εις την Ελληνίδα φωνήν μετενεχθείς υπό Βασιλείου Αντωνιάδου, τροφίμου της εν Χάλκη θεολογικής σχολής. 'Εν Κωνσταντινοπόλει τύποις Βουτύρα και Σας. 1879. .

Die Arbeit, welche keine streng philologischen Zwecke verfolgt, ist mit wohlthuender Wärme für den Gegenstand verfasst. Veranlassung zur griechischen Bearbeitung gab die Wahrnehmung, die der Verfasser als Lehrer der christlichen Ethik machte, dass in den Schriften des neuen Testaments nichts und unter denen des alten Testaments nur im Sirach etwas Weniges über die Freundschaft enthalten ist. Die Ergänzung des Fehlenden suchte er, getreu dem Paulinischen Grundsatz ' Távta doxeμάζετε, το καλόν κατέχετε, Zunächst im Alterthum und fand sie in der Schrift des Cicero de amicitia, von der er sagt (Ilpo hoy. ca'): &prov τούτο φαίνεται ημίν ώς τι πλήρες απάνθισμα των περί φιλίας γνωμών και δοξασιών των δύο επισημοτάτων της αρχαιότητος εθνών. Dem klassischen Gewand, in welches Cicero die Ansichten über die Freundschaft kleidete - τα τοις "Έλλησι σοφούς ορθώς και καλώς ειρημένα αναλεξάμενος ζητεί εν λέξεσι μέν λατινικαίς, εν φράσεσι δέ αττικαίς να καταστήση aurà xtqua tōv éautoð ouprohetāv –, suchte der Verfasser durch ein klassisches Griechisch zu entsprechen. Und in der That hat seine Uebersetzung altgriechisches Colorit. Doch fehlt es nicht an einigen Missverständnissen des Lateinischen. So ist z. B. $ 1 narrare de C. Laelio .. m em criter et iucunde solebat nmit από στόματος και ηδέως ειώθει

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διηγείσθαι περί Γαΐου Λαιλίου ubersetzt; aber memoriter ist nicht aus dem Kopf«, »auswendig«, im Gegensatz zu de scripto dicere, sondern omit Hülfe seines treuen Gedächtnisses« (vgl. Nägelsb. 1. l. § 51); also

levonuovexws; § 2 quanta esset hominum uel admiratio uel querella, οπόση ήν ή των πολλών είτ' ούν έκπληξις είτε μέμψις; querella ist hier oixtipuós; § 7 cum in hortos D. Bruti auguris commentandi causa, ut adsolet, uenissemus, ημών, ως έθος, εις τους κήπους Δεκίμου Βρούτου του οιωνοσκόπου ως βουλευσομένων συνεληλυθότων; commentari heisst hier Studien machen (Div. I 41, 90), deren Resultat die commentarii augurum waren, also too peletāv évexa. Der Uebersetzung ist der lateinische Text nach der Ausgabe von Klotz 1862, jedoch mit Zuziehung der Ausgaben Nauck's und Sommerbrodt's, beigegeben und mit sachlichen Bemerkungen und Parallelstellen aus griechischen Schriftstellern begleitet; vorher geht eine Einleitung über die Zeit der Abfassung und die Personen des Dialogs, über seinen Inhalt und die Quellen, aus denen Cicero schöpfte. Wir glauben, dass Antoniades mit seiner Arbeit den Zweck erreicht, seine Schüler in die Ansichten der Alten von der Freundschaft einzuführen.

26) Annotationes criticae ad libros Ciceronis de officiis. Scripsit Iohannes Forchhammer. Nordisk tidskrift for filologi. Ny raekke. IV, 200 – 213.

Die eigenthümliche Beschaffenheit der Handschriften zu den Officien, welche die Herausgeber bei der Textrecension zu einem mehr oder minder unsicheren eklektischen Verfahren nöthigt, bestimmte Forchhammer zu einer erneuten Untersuchung ihres Werthes für die Textgestaltung, um dieselbe methodischer zu machen. Auch er erkennt eine doppelte Klasse von Handschriften au: die codd. des 10. Jahrhunderts, Ambrosianus A, Bambergensis B, Herbipolitanus H, Bernensis secundus b, stammen direkt oder indirekt aus einem Archetypus ab, der bereits an vielen Stellen Verderbnisse aller Art, Auslassungen von Buchstaben, Silben, Wörtern, ganzen Zeilen, besonders in der zweiten Hälfte des Werkes gehabt haben muss, ohne dass die Fehler und Nachlässigkeiten durch eine Nachcollation gehoben worden wären. Jene vier Handschriften erweisen sich somit als mechanische Copien ihrer Originale ohne nachweisbare Spuren selbständiger Verbesserungsversuche. Anders verhält es sich mit Bernensis primus a, der zwar zur nämlichen Handschriftenfamilie des 10. s. gehört und speciell mit A und b verwandt ist, aber Interpolationen hat, die von einem nicht unkundigen, einige Male das Richtige findenden, öfter aber verschlimmbessernden librarius herrühren müssen. C. F. W. Müller legt ihm gar keinen Werth bei: ‘ne mentione quidem dignus uidetur', während 0. Heine in der Ausgabe von 1878 S. 29 zwischen demselben und den andern Vertretern der ersten Familie keinen Unterschied in der Werthschätzung macht, sondern einfach B H

ab (Ambros. wird weggelassen) als die besten codd. bezeichnet. Forchhammer stimmt in Bezug auf a mit Müller überein: ‘nulla eius auctoritas est, quoniam meliores eiusdein familiae codices extant' (S. 205); aber er erkennt doch ibid. die Richtigkeit der Textverbesserung des librarius von a an mehreren Stellen an, so dass er den codex a nicht als absolut werthlos betrachten kann. Die andere Handschriftenfamilie wird durch Bernensis c aus dem XIII. s. repräsentirt, während Palatinus p (XII. s.) ein codex mixtus zu sein scheint; Forchhammer bemerkt S. 201 Anm.: ‘saepe cum Bernensi tertio (c) consentit, interdum cum integris (Forchhammer meint die erste Familie ausser a) contra BerDensem”. Da ausserdem die Lesarten von p nicht genau bekanut sind,

so hält sich Forchhammer an c. Dieser codex ist reich an willkürlichen de Aenderungen und wäre deshalb werthlos, wenn er vom nämlichen Arche

typus wie die nicht interpolirten codd. des 10. s. stammte. Aber er gehört einer anderen Familie an, was sich nicht sowohl an den Auslassungen, an der Verschiedenheit der Wortstellung oder an den synonymen Wörtern, die an die Stelle gewisser Wörter der andern Familie getreten sind, erkennen lässt, als vielmehr aus der Vollständigkeit in einzelnen Stellen, in denen bei der anderen Familie Silben, einzelne Wörter, ja ganze Satztheile fehlen, zur Evidenz erhellt, wobei der Verdacht der Interpolation, sei es aus inneren Gründen, sei es durch äussere ZeugDisse, wie des Lactantius, Columella, insbesondere des Nonius, der zwar nicht überall mit c stimmt, aber da, wo er stimmt, dessen Glaubwürdigkeit erhöht, wie I 139 hominum cuiusque modi, III 91 uinum fugiens, Il 77 ut eo unde digressa est referat se oratio, ausgeschlossen wer

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den muss.

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Auf Grund seiner Untersuchung stellt nun Forchhammer vier Grundsätze auf: 1) Ubi codices integri (die nicht interpolirten des 10. s.) cum Bernensi tertio consentiunt, nihil ualet dissensio codicis alicuius interpolati' (S. 206). Nach diesem Grundsatz, der gegen den Werth von a und auch p gerichtet ist, schreibt er III 44 mit b und c, die von Lact. I. d. VI 24 unterstützt werden: meminerit deum se habere testem, nicht, wie die Neueren, adhibere, mit der Motivirung: 'qui iurat, deum testem adhibet, qui iuratus sententiam dicit, deum habet testem'; I 121 will er nicht cui dedecori esse nefas et impium iudicandum est, was nur p hat, sondern uitium (ABH ab und c) gelesen wissen. Wenn er I 73 die Lesart von a in dem Satze Quocirca non sine causa maiores motus animorum concitantur maiorque cura efficiend rem publicam gerentibus quam quietis verschmäht und mit andern codd., denen sich e anschliesst, maioraque efficiendi festhalten, dies aber für maioraque efficientes spectantes ut maiora efficiant nehmen will, so ist diese gekünstelte Erklärung sammt Lesung nur die Folge der übertriebenen Anwendung seines ersten Grundsatzes. Sind ja einzelne Correcturen in a vom Verfasser als

eo

gelungene Emendationen anerkannt (S. 205); warum sollte ihnen nicht maiorque cura efficiendi beigezählt werden dürfen? vgl. Heine z. d. St. Ebenso wird es sich mit I 146 verhalten, wo a bietet: ut, si quid dedeceat in illis, während die übrigen codd. in illos lesen, woraus nicht mit Forchhammer, der übrigens in Baiter II und in alten Herausgebern Vorgänger hat, dedeceat illos zu machen sein wird; dedecet ist hier absolut, wie Or. I 132, und in illis steht, wie Off. III 15 quid in una quaque re uitii sit. 2) Manifestum est, si dissentiant duae codicum familiae, ideo non plus codici parum noto uel aperte interpolato ab utrisque dissentienti obtemperandum esse'. II 41 hat die erste Familie sammt a und p: cum premeretur in otio multitudo ab iis, qui maiores opes habebant, c inicio, nur die codd. dett. inops multitudo. Forchhammer hält in otio aufrecht: diuturnitate otii lasciuiebant ii qui maiores opes habebant et premebant multitudinem, quae ipsa diuturnitate otii insolens belli erat facta'. Hätte Cicero diesen Gedanken ausdrücken wollen, so würde er sich schwerlich mit einem blossen in otio begnügt haben. II 74, wo die erste Familie malo enim quam nostrae ominari, a nach enim alii, c alienae hat, ist gegen Heine's Conjektur malo enim ita quam n. 0. nicht Stellung genommen. 3) Quae in altera codicum familia interciderunt, ex codice Bernensi tertio potissimum supplenda sunt, sed semper tamen tenendum eum esse interpolatum. Diese Thesis wendet er unter Anderm auf II 1 an, wo c bietet in quo tum quaeri dixi, quid utile quid inutile, tum ex utilibus quid utilius aut quid maxime utile, während andere codd. den Satz nur bis inutile haben. Forchhammer klammert quid utilius aut als Interpolation ein und glaubt den Satz unmittelbar nach libro superiore versetzen zu sollen: Quemadmodum officia ducerentur ab honestate, Marce fili, atque ab omni genere uirtutis, satis explicatum arbitror libro superiore, in quo tum . . quid maxime utile. Sequitur ut haec officiorum genera . . ad opes ad copias, de quibus dicere aggrediar etc. Schwerlich lässt sich der angefochtene Satz in quo . . utile auf solche Weise retten. Es wäre ein stilistischer Mangel, wenn bei Recapitulation des Hauptinhalts des ersten Buches auf gelegentliche Bemerkungen in demselben, wie $ 9. 10, hingewiesen würde. Mit Recht findet Heine in jenem Satz die Bemerkung eines Lesers, der sich die Haupttheile des II. Buches, die von Kap. 3 -- 24 u 25 besprochen werden, an den Rand seines Exemplars geschrieben hatte und die dann, fügen wir hinzu, mittelst quaeri dixi (für quaeritur) als Ciceronianisch in den Text eingereiht wurde. Mit mehr Recht nimmt Forchhammer folgende Wörter in c, die in andern codd. fehlen, in Schutz: I 151 ut saepe ex alto in portum, sic ex ipso portu se in agros possessionesque contulit; I 155 Atque illi ipsi, quorum studia etc.; sic und ipsi hat auch Harleianus 2716 (s. IX?), ipsi p. Dagegen mit Unrecht II 75 Vtinam tum essem natus, si (c) quando Romani dona accipere coepissent, wo es sich um eine bestimmt erwartete Zukunft handelt; III 42 Vt qui stadium currit, was

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Stürenburg aus c aufnahm, aber doch wohl von einem Correktor herrührt,
der die regelrechte Construction Vt-sic herstellen wollte; III 59 nullae
quod sciam' inquit ille; III 88 uincat utilitas rei publicae; Harl. hat
rei
P.

nicht. 4)... Sed etiam ubi in duabus codicum familiis diuersa uerba aut uerborum formae inueniuntur, quaestio est utri parendum sit. Ubi nulla suspicio est, semper melius est integros codices sequi, sed etiam eadem neglegentia, qua tam multa passim omissa sunt, et alia multa in archetypum irrepserunt. So schreibt Forchhammer II 15 nisi tam multa nobis artes ministrarent mit cp; schwerlich richtig; multae, was die andere Klasse bietet, ist gestützt durch das vorhergehende artium multitudinem; II 34 intellegentiae iustitia coniuncta quantuin uoles (c) habebit ad faciendam fidem uirium; was ist an der Lesart der übrigen codd. uolet Triftiges auszusetzen? Oder an der Lesart III 51 uendo meum non pluris quam ceteri, fortasse etiam minoris, cum maior est copia, während Forchhammer die Lesart des c quo maior etc. bevorzugt? III 71 nennt er die Anastrophe malitia mala bonis ponit ante ein monstrum und tritt für anteponit (C) ein. Nach den Analogieen, die Heine und Holden anführen, wird man nicht von einem monstrum sprechen dürfen. Zum Schluss conjicirt Forchhammer III 116 At, qui ab Aristippo Cyrenaici (ab Aristippo Cyrenaico et Anniceri Cyrenaici Gertz in einer Anmerkung) atque Annicerii philosophi nominati omne bonum in uoluptate posuerunt .., cum his uiris equisque .. decertandum est; III 103 sed prima quaequc uideamus; III 112 hält er mit c und nach Nonius (in einer allerdings verstümmelten Stelle) an cum primo luci fest mit der Bemerkung, dass cum primo luci ebenso wie luci, in luci, cum luci, claro luci, bis auf Cicero's Zeiten im Gebrauch war, dann aber in der Schriftsprache verschwand. Forchhammer hat durch seinen verdienstlichen Aufsatz zur klaren Einsicht in den Werth beider Handschriftenfamilien für die Textgestaltung der Officien beigetragen und durch methodische Betrachtung die Lesart mehrerer Stellen festgestellt; aber seine Schätzung des c erweist sich in manchen Fällen zu hoch und die Untersuchung muss in sofern als unvollständig bezeichnet werden, als nicht der codex Graevianus - Harleianus beigezogen wurde, der als der älteste Repräsentant der zweiten Handschriftenfamilie zu betrachten ist. Ueber diesen wird ein Schüler des Referenten nach einer Collation des Prof. Luchs demnächst berichten.

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27) M. T. Ciceronis de Officiis libri tres. With Marginal Analysis, an English Commentary, and Indices, by H. A. Holden, L. L. D., Head Master of Ipswich School, late Fellow of Trinity College. Edited for the Syndics of the University Press. Third Edition. Cambridge at the University Press. 1879. XLIV, 430 S. 8.

Die zweite Auflage (1869) zeigte sich als eine völlige Umarbeitung der 15 Jahre zuvor erschienenen Ausgabe, so dass sie als ein ganz neues

ETA

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