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bei Horatius nämlich, womit Plin. h. n. XVIII, 74 verglichen wird, in der Bedeutung einer Mahlzeit von zweifelhafter Beschaffenheit, hier scherzhaft in einem der wirklichen Bedeutung entgegengesetzten Sinn, darum erklärt durch die folgenden Worte ubi tu dubites quid sumas potissumum.

7) P. Thomas, Remarques sur les Adelphes de Térence. Revue de l'instruct. publ. en Belgique. XXII, 6 (1879) S. 385-391.

Bemerkungen zu zehn Stellen der Adelphoe, in denen grössten Theils die handschriftliche Ueberlieferung gegen Aenderungen neuerer Kritiker durch Erläuterung des Zusammenhangs geschützt wird, meist in Uebereinstimmung mit der gleichzeitig erschienenen Ausgabe des Referenten.

Auf Donatus beziehen sich:

1) Karl Dziatzko, Beiträge zur Kritik des nach Aelius Donatus benannten Terenzcommentars. X. Supplementband der Jahrb. f. class. Philol. 1879.

Während eines Aufenthaltes in England im Herbst 1878 machte sich Dziatzko mit den handschriftlichen Schätzen des Britischen Museums zu London und der Bibliotheken zu Cambridge und Oxford bekannt und veröffentlicht nun in dieser Schrift, was auf den Terenzcommentar des Donatus Bezug hat. Der erste Abschnitt enthält Richard Bentley's unedirte Conjekturen zu Donatus, sowie einige zu den Periochae des Sulpicius Apollinaris, der zweite giebt Mittheilung über eine bisher unbenützte Donathandschrift der Bodleiana zu Oxford aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, die darum von besonderer Wichtigkeit ist, weil sie den vollständigen Text bietet, während der ältere Parisinus bekanntlich nur etwa den vierten Theil des Textes enthält, ferner weil sie von planmässiger Interpolation frei geblieben ist und wenn sie gleich zur Klasse der bereits bekannten Codices im Gegensatz zum Parisinus gehört, doch eine verhältnissmässig grosse Aehnlichkeit mit diesem hat und das beste Bild des Archetypus giebt, aus dem die jungen Handschriften stammen. Dziatzko erweist dies durch eine grosse Zahl charakteristischer Stellen. (Ein kleiner Anhang S. 690 f. theilt Lesarten desselben Codex zu den Luciliusfragmenten mit). Im dritten Capitel wird die Provenienz dieser Handschrift untersucht. Aus dem Umstand nämlich, dass sich mitten in diesem Donatcodex die von derselben Hand geschriebene Copie eines Briefes des Petrus Candidus an den Erzbischof von Mailand Franciscus Pizopolassus (als solcher 1435-1443) vorfindet, welche von einer Donathandschrift des letzteren handelt, lässt sich schliessen, duss die Donathandschrift wahrscheinlich gleichfalls eine Copie des früher im Besitz des Mailänder Erzbischofs befindlichen Manuscripts ist, wie denn auch verschiedene Namen und Ausrufungen an den Rand geschrieben sind, die auf italienischen Ursprung hinweisen. Mög

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licherweise sei die Handschrift mit derjenigen zu identificiren, welche Johannes Aurispa nach der wahrscheinlichen Vermuthung Keil's aus Mainz nach Italien gebracht hat. Möge Dziatzko diesen interessanten Mittheilungen recht bald eine kritische Ausgabe des Donatus folgen lassen!

2) Aug. Teuber, De auctoritate commentorum in Terentium quae sub Aelii Donati nomine circumferuntur. Programm des WilhelmsGymnasiums und der höheren Bürgerschule zu Eberswalde 1881. Progr.No. 61. 22 p. 4.

(Recens. Philol. Rundschau II (1882) No. 4 S. 114 - 117 C. Dziatzko; vergl. auch No. 9 S. 286 - 288].

Gegenüber der herkömmlichen, zuerst von Lindenbruch aufgestellten Ansicht, dass Euanthius der Autor des sogenannten tractatus de tragoedia et comoedia sei, sucht der Verfasser zu erweisen, ein Grammatiker etwa das fünften Jahrhunderts habe denselben verfasst, der die Schriften des Euanthius und des Donatus oder auch mehrerer vor sich gehabt und compilirt habe. Die Stelle über die Eintheilung der Komödien in Akte weise auf Benutzung des Donatus hin und auch sex tenui exilique dicendi generea sowie aus einigen absurden Gedanken könne auf die spätere Abfassungszeit geschlossen werden. Die Hypothese ist schwach begründet und wird nicht auf Beifall rechnen dürfen. Hierauf wird die Autorschaft des sogenannten commentum de comoedia untersucht und dasselbe erst von den Worten Fabula generale nomen est (Reifferscheid Euanth. und Don. comm. p. 9 Zeile 23) bis zum Schluss dem Donatus zugeschrieben, der vorangehende Abschnitt einem anderen Grammatiker, über dessen Person und Lebenszeit sich nichts bestimmtes sa

Hiermit übereinstimmend wird der Terenzcommentar selbst auf drei verschiedene Verfasser zurückgeführt und zwar auf dieselben drei magistri, denen die einleitenden Commentare zugesprochen waren (der Schluss wieder kein zwingender). Wie durch eine Reihe von Stel. len erwiesen wird, bestehen nicht selten drei Fassungen einer Erklärung nebeneinander, von denen zwei im Wortlaut vielfach übereinstimmen. Die zweite Hälfte bietet meist glückliche Emendationen zum Text des Commentars in drei Abtheilungen: 1. durch richtige Einsetzung der Lemmata, 2. durch Beseitigung von Interpolationen, 3. durch Con. jekturen.

gen lasse.

3) Aemilius Koenig, In Donati ad Terenti Adelphon I, 1, 1 scholion. Jahrb. f. class. Philol. Bd. 121 (1880) S. 520.

In dem bezeichneten Scholion des Donatus: et puer . uel a ludo et a gesticulatione Cirtus wird der Name richtig Scirtus geschrieben, wie derselbe Verfasser auch schon in seiner Abhandlung De person. nominibus ap. Plautum et Terentium p. 2 vorgeschlagen hatte. Der Hinweis auf Ter. Hecyra 78, wo dieser Name eines puer vorkommt, macht die Sache zur Gewissheit. Dass die Emendation jedoch schon von Bentley gefunden war, bemerkt Dziatzko im X. Supplementband der Jahrbücher S. 668.

Zu Publilius Syrus. 1) C. Hartung, Zu Publilius Syrus. Philologus XXXVII (1877) S. 569 f.

Da WoelfAin in seiner Ausgabe des Publilius von den sententiae falso inter Publilianas receptae nicht alle auf ihren Urheber zurückführte, weist Hartung für mehrere derselben die Quelle nach (Seneca, Cicero u. a.) und bringt für andere die Parallelstellen bei.

2) Ignatz Kohn, Publilius. Syrus. Egyet. Philol. Körl. II 1878 S. 146-163.

Der Verfasser stellt eine Geschichte des Mimus zusammen und handelt ausführlicher über Publilius und seine Sentenzen auf Grund der neuesten Untersuchungen. Schliesslich werden 83 Sentenzen mitgetheilt, welchen sich aus der ungarischen (deutchen, französischen, italienischen, englischen) Sprüchwörterlitteratur Sentenzen ähnlichen Inhalts vergleichen lassen.

3) Gustav Loewe, Zu den neugefundenen Spruchversen des Publilius Syrus. Rhein. Museum f. Phil. XXXIV (1879) S. 624 f.

Von den 16 Versen, welche W. Meyer in seiner Schrift „Die Sammlungen des Publ. Syrus etc.« (s. Jahresber. 1877 II S. 326) aus einer Excerptensammlung der Capitelsbibliothek zu Verona veröffentlichte, waren, wie Loewe hier mittheilt, elf bereits im Jahre 1753 publicirt, freilich an einem Orte, wo sie nicht leicht zu vermuthen waren, nämlich in Scipione Maffei's zu Verona erschienenem Buche »de' teatri antichi e modernia S. 118. Den Werth des Fundes hat erst Meyer erkannt.

4) Publilii Syri mimi sententiae, recensuit Guilelmus Meyer, Spirensis. Lipsiae, Teubner 1880. 78 S. 8.

(Recens. Philol. Rundschau I (1881) S. 183 - 189 von C. Hartung nebst eigenen Vorschlägen. - Deutsche Litteraturzeit. I (1880) No. 3

. ) Sp. 95–97 von F. Leo. Philol. Anzeiger XI (1881) S. 31 - 33 von Ed. Woelfflin. Lit. Centralbl. 1880 No. 32 S. 1044 f.)

In dieser Ausgabe fasst Meyer, der sich bekanntlich durch Auffindung von handschriftlichem Material um Publilius vielfach verdient machte, seine Studien zusammen, deren Resultate er in klarer Weise vorlegt. Die Einleitung enthält zunächst die Testimonia über Publilius, dann die Scheidung der Handschriften nach den verschiedenen Sammlungen, wie sie Meyer schon früher feststellte, hierauf kurze Besprechung der früheren Ausgaben des Publilius und die Grundsätze der eigenen Recension. Die meisten Handschriften wurden neu verglichen, die Vermuthungen seiner Vorgänger zur Textkritik theilt der Verfasser nur in Auswahl mit. Ueber die Autorschaft mancher Verse, die er dem Publilius zuschreibt, kann man zweifeln, namentlich der aus Caecilius Balbus, den Briefen Seneca's und Porphyrion stammenden und auch schon über die nur durch die Zürchersammlung vertretenen Sentenzen, bezüglich deren ich schon in meiner Ausgabe des Publilius andere Grundsätze befolgte als Meyer. Eigene Conjekturen hat der Verfasser verhältnissmässig wenige in den Text genommen. Wo ihm eine Herstellung nur durch gewaltsame Mittel zu erreichen schien, behält er meistens den verderbten Wortlaut bei und deutet nur durch ein beigesetztes Kreuz die Verderbnis an. In der metrischen Gestaltung der Verse hätte grössere Strenge und Correktheit durchgeführt werden sollen. So sind störend V. 603 Stultum ést ulcisci uélle alium poená sua der Anapäst im vierten Fuss nach Nauck's Umstellung, 601 Sibi súpplicium ipse dát quem admissi poénitet das daktylische Wort nach Meyer's Umstellung, 165 Etiám bon[ is malúm saepe est adsuescere nach Meyer's Ergänzung, 400 Amor út lăcrima õcūlis óritur in pectus cadit u. ähnl., vor allem aber der zwischen zwei mehrsilbige Wörter getheilte Anapäst 552 Qui póte nocere timétur cum etiam non adest, den sich im Senar nie ein scenischer Dichter gestattet hat.

Gleichzeitig damit erschien:

5) Publilii Syri mimi sententiae, digessit recensuit illustravit Otto Friedrich. Accedunt Caecilii Balbi, Pseudosenecae, proverbiorum, falso inter Publilianas receptae sententiae et recognitae et numeris adstrictae. Berolini, Grieben 1880. 314 S. 8.

(Recens. von C. Hartung in der Philol. Rundschau I (1881) No. 9 Sp. 278-285 mit eigenen Vorschlägen. - Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 32. Jahrg. (1881) S. 948. Deutsche Litteraturzeit. II 1881 No. 18 Sp. 703 f. von F. Leo. Lit. Centralbl. 1881 No. 22 Sp. 769 f.)

Die gute Seite dieses umfangreichen, aber wenig übersichtlich gehaltenen Buches ist die reichhaltige Sammlung des Materials und der stete von grosser Belesenheit zeugende Hinweis auf Parallelstellen namentlich der lateinischen Dichter und Prosaiker. Die kritische Recension bietet zwar vereinzelnte ansprechende Vermuthungen, ist aber im allgemeinen ihrer Aufgabe nicht gerecht geworden. Namentlich erkennt man sofort, dass der Verfasser nicht, wie es für einen Herausgeber des Publilius fast unerlässlich ist, bei den lateinischen Scenikern seine Schule durchgemacht und an ihren Versen die metrischen Gesetze erlernt hat. So treffen wir falschen Senarschluss wie aufērās făcīs (S. 28), imputés tuam (S. 31), enecát dolor (S. 65), ueneát tuum (S. 79) u. a., falsche daktylische Wortformen in Senaren und troch. Septenaren wie Deó se creJahresbericht für Alterthumswissenschaft XXVII. (1881. II.)

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dere crédit (S. 39), Néscio quid cogitat aliud (S. 61), figitur aegre erpéllitur (S. 81), unstatthafte Wortbetonung wie Nulli imponas quod ipse non possís pati (S. 63), ein dreisilbiges negotiis (S. 71) die Infinitivform loquier innerhalb des Senars (S. 38) u. ähnl. Am schlimmsten kommen dabei die aus den Sentenzen des Caecilius Balbus u. a. durch Conjektur hergestellten Verse weg, deren theilweise Einreihung unter die Publilischen überhaupt nicht von Vortheil war.

In naher Beziehung zu Publilius steht die Schrift:

6) Jos. Scheibmaier, De sententiis quas dicunt Caecilii Balbi. Dissert. inaug. 1879. München. 35 S. 8.

(Recens. im Philolog. Anzeiger X (1880) S. 113 ff. von E. W.

Im Anschluss an das von W. Meyer »Die Sammlungen der Spruchverse des Publiliusa S. 45 ausgesprochene Urteil weist der Verfasser nach, dass die Sentenzen des Caec. Balb. weder einen Römer aus den ersten Jahrhunderten nach Christus zum Autor haben noch auch ein werthloses Produkt des Mittelalters sind, sondern ihrer überwiegenden Mehrheit nach auf eine ins Lateinische übertragene griechische Sentenzensammlung zurückgehen. Diesen wurden auch eine Anzahl Verse aus den Publiliussammlungen beigegeben, während sich Citate aus anderen lateinischen Dichtern nicht mit Sicherheit nachweisen lassen. Manche von den Versen, deren Quellen unbekannt sind, haben grosse Aehnlichkeit mit denen der Publiliushandschriften, doch sagt Scheibmaier mit Recht, man dürfe dieselben solange nicht unter die Publilischen aufnehmen, als sie nicht in einer Publiliushandschrift sich finden oder durch irgend ein Citat der Name dieses Autors für sie gesichert sei.

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Zu den Fragmenten der scenischen Dichter.

Einen werthvollen Beitrag zur Kritik der lateinischen Dichterfragmente bei Cicero liefert:

1) (J. Vahlen im) Ind. lect. hib. univ. Berol. 1879/80.

Im ganzen sind fünf Stellen kritisch besprochen. Davon beziehen sich auf die scenischen Dichter: 1) Tusc. disp. I, 44, 106 (Pacuv. 197

201 Ribb. trag. fr.), wovon der Text in folgender Weise festgestellt wird:

Mater te appello, tu quae curam somno suspensam leuas
Neque te mei miseret, surge et sepeli natum ..

prius quam ferae uolucresque.
Neu relliquias semustas sireis denudatis ossibus

Per terram sanie delibutas foede diuexarier. semustas ist evidente Verbesserung Vahlen's für das überlieferte semias, das derselbe aus einer Abkürzung erklärt. Ich möchte lieber Ausfall

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