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Vorbericht.

Die ie gütige und freundliche Unterstützung, welche von einem hohen königlichen Ministerio, und von den Freun den der Wissenschaft, der vor fünf Jahren erschienenen Schriftenkunde der Wappenwissenschaft zu Theil wurde, so wie die belobende Anerkennung des Verdienstlichen und billige Nachsicht mit dem Mangelhaften derselben, womit man sie aufnahm: waren für mich, nächst dem eigenen Wunsche, der stärkste Antrieb zur Vervollkomm: nung dieses Werkes ferner nach Kräften thåtig zu sein, wovon ich mit diesem dritten Theile, Nachträge, Zusäße und Berichtigungen enthaltend, den, wie ich hoffe, will: kommenen Beweis ablege.

Was ich von neuen Hülfmitteln dazu erreichen konnte, habe ich treulich und fleißig benüßt, und hätte ich mehre so reiche Büchersammlungen, als die großher zogliche zu Darmstadt - deren vollständige Benützung mir mit so hülfreicher Bereitwilligkeit vergönnt wurde, daß ich dafür den gebührenden verbindlichsten Dank mit Vergnügen hier öffentlich ausspreche zu meinem Zwecke besuchen und benüßen können: so würde ich ohne Zweifel in Stande gewesen sein, noch mehr zu leisten. Unter den neuerdings benüßten Hülfsmitteln ist mir vorzüglich zu Statten gekommen Moule's

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bibliotheca heraldica magnae Britanniae, ein Werk, wie es vor dem meinigen nur England, so reich an Schriften und Liebhabern in diesem Fache, aufweisen konnte. Dadurch hat meine Shriftenkunde von dieser Seite den größten Zuwachs an Nachträgen und Zu fäßen, besonders was die Anführung genauer und aus: führlicher Titel und wiederholter Ausgaben betrifft, ges wonnen, der zum Ganzen unverhältnißmäßig und durch Zufall begünstiget erscheinen würde, wenn er nicht in der Natur der Sache gegründet, und wenn es zu einer genauen und vollständigen Bücherkenntniß nicht noth wendig wäre, auch die oft langen Litel unverkürzt ans zuführen, indem darin der Inhalt des Werkes meistens theils schon ziemlich genau angegeben wird, und indem dies in allen ähnlichen Schriftwerken geschicht, wobei ich eher deßhalb getadelt werden könnte, daß ich nicht eben so die Namen des Druckers oder Verlegers noch angeführt habe.

Im Einzelen hätten unter andern die geschlechts lehrlichen Schriften, nicht bloß in England, sondern auch in andern Låndern, in weit größerer Anzahl angeführt werden können, wenn in den Büchern, worin davon Ans zeige geschicht, immer. bestimmt angegeben wäre, daß, wie und wo darin auch von den Wappen der Familien und Personen gehandelt, und derselben Abbildang oder Beschreibung mitgetheilt werde. Dies aber wird meist unbemerkt gelassen, und bei vielen lehrt es erst der Augenschein, bei andern muß es der Name des Verfass fers, sofern er als wappenwissenschaftlicher oder die Wappen berücksichtigender Schriftsteller bekannt ist, oder fofern er zu der Familie, von der er handelt, gehört, wie auch die Ausstattung der Schrift mit Stammbäus men und Abbildungen, oder sonst ein Umstand, als

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höchst wahrscheinlich vermuthen und annehmen lassen, was sich in mehren Fällen nachher, wo man die Schrift zu sehen Gelegenheit hatte, als richtig bestätiget hat. Um darin jedoch nicht zu weit zu gehen, und dem Las del, zur Sache nicht Gehöriges aufgenommen zu haben, auszuweichen, mußte man sich auf eine geringere Zahl solcher Schriften beschränken. Dasselbe gilt von den Bildnißsammlungen und den Geschichten und Alterthü mern einzeler Provinzen und Städte, besonders Engs lands, wo aus Lesorgniß des Guten zu viel zu thun, in der Handschrift viele Artikel gestrichen worden sind, deßungeachtet aber doch noch manche stehen geblieben sein können, (diese und andere, als ungewisse, meis stens mit einem ? vorn bezeichnet), für die in vors aus um Entschuldigung gebeten wird. Wäre es möglich alle Bücher selbst zu sehen, so könnte man für Alles und Jedes einstehen und die Sicherheit der Ans gaben verbürgen, namentlich auch in die so oft unsichern und widersprechenden Angaben von zuweilen gar nicht vorhandenen Ausgabea Ordnung und Zuverläßigkeit bringen. Dieses Vortheils hat sich aber wol noch keis ner, der irgend eine allgemeine Schriftenkunde aufstellte, zu erfreuen gehabt, und so dürfte es weder befremden, noch gegründeten Vorwurf verdienen, daß unter den Wappenbüchern vom Orden des goldnen Vließes, im zweiten Theile S. 405. Nr. 2402 Mennens aurei velleris libri III. etc. c. fig., nach dem Vorgange Ans derer, aufgeführt worden sind, eine Schrift, die nach des Herrn. Prof. v. Reiffenberg in Löwen (jezt i Eent?) Bemerkung in seiner beurtheilenden Anzeige meiner Schriftenkunde, in der Revue encyclopédique. Dec. 1830. S. 730 f. alchimistischen Inhalts ist. Wenn derselbe jedoch seiner Bemerkung hinzufügt:

Ces meprises ne sont pas rares en biblio gnosie,
comme disoit l'abbé Rives, mais, quand on ne
fait qu' un catalogue, on est tenu de les éviter:
so kann ich diese Entschuldigung für mich nicht gelten
lassen, denn wenn ich Kenntniß von dieser Schrift,
durch eigene Ansicht derselben, gehabt hätte, so würde ich
sie in das Verzeichniß nicht aufgenommen haben.
Uebrigens äußert sich der hochgeachtete Verfasser dieser
Anzeige, der bei Ausarbeitung seiner histoire de l'or-
dre de la toison d'or, an seiner Stelle, sich leicht
genauere Kennntniß der Schrift von Mennens vers
schaffen konnte, in seiner brieflichen Mittheilung, die eis
nige schäßbare, mit allem Danke zu erwähnende Nach-
richten für mich enthielt, freundlicher über meine Arbeit,
als in der gedruckten Anzeige. Zugegeben, daß ich der
Abtheilungen und Unterabtheilungen zu viele gemacht,
und dadurch das Ganze zu sehr zersplittert hätte,
was ich jedoch läugnen möchte, da der Zweck war, ein
Fundbuch zu liefern, in welchem man über jeden zur
Wissenschaft gehörenden oder damit in Verbindung stes
henden Gegenstand an einem bestimmten Orte das dars
über Abgehandelte, auch wenn es ein Theil eines seinem
Titel nach an einem andern Orte aufgeführten Werkes
wåre, nachgewiesen finden könnte, und da dieser Zweck
bei dem Mangel eines Sachregisters, auf andere Weise
gar nicht, auf die in meiner Schriftenkunde beobachtete
aber am sichersten zu erreichen war so verdiene ich
doch am wenigsten den mir von ihm gemachten Vors
wurf, daß ich eine Menge Schriften, die in allen Bis
bliotheken befindlich sein sollen, wie z. B. St. Foix hi-
stoire de l'ordre du st. esprit, Matthaeus de no-
bilitate, nicht angeführt habe. Denn Bücher dieser Art
durfte ich dem Zwecke gemäß gar nicht anzeigen, weil

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