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Das könnť ein Herz wohl brechen,
Das Herz im Leib entzwei.
Den Vater, die Brüder, die Liebe,
Den Freund verschlang das Grab,
So bist du, Harfe, mein Alles,
Was ich im Leit noch hab'!
Zur Slage will ich dich stimmen,
Daß bleich die Sonne scheint,
Daß Mond und Stern' erblinden
Und Ros und Lilie weint.
Und zwischen die Klagen web' ich
Die alten lieber hinein,
Daß mich die Geister umschweben
Der Herzallerliebsten mein.
Die alten lustigen Lieder,
Sie seien die goldene Brück,
Die' trage mein weißes Liebchen
Ans heiße Herz mir zurück !
Die alten lustigen Lieber,
Die rufen als Glockengeläut
Den lieben Freund aus dem Grabe,
Die alte fröhliche Zeit.".
„D König, schöner König,
Wirf Lust und Hoffen ins Meer!
In diesen Mauern schallet
Rein Klang der Saiten mehr.
Die Harfe, die heitere Seele,
Die woll'n sie zerschlagen dir:
Einsam in der Rerferhöhle
Vertrauern sollst du hinfür." -

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Und woll'n sie die Harf mir zerschlagen,
Fahr wohl benn, Luft und Schmerz !
So mögen sie mich begraben,

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Sie haben gebrochen mein Herz !
Mein Herz und meine Harfe,
So singt eu'r Schwanenlied !
Ade, bu schöne Erde!
Der lebte Staufe schieb."

120 B. F. W. Zimmermann.

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Der Graf von Habsburg.

(1273)
Zu Aachen in seiner Kaiserpracht,
Im alterthümlichen Saale,
Saß Rönig Rudolfs heilige Macht
Beim festlichen Strönungsmahle.
Die Speisen trug der Pfalzgraf des Rheins,
Es schenkte der Böhme des perlenben Weins,
Und alle bie Wähler, die sieben,
Wie ber Sterne Chor um die Sonne fich stellt,
Umftanden geschäftig den Herrscher der Welt,
Die Würde des Amtes zu üben.
Und rings erfüllte ben hohen Balkon
Das Volf in freub'gem Gebränge,
Laut mischte sich in der Posaunen Ton
Das jauchzende Rufen der Menge ;
Denn geendigt nach langem verderblichem Streit
War die kaiserlose, die schreckliche Zeit,

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Und ein Richter war wieder auf Erben.
Nicht blind mehr waltet der eiserne Speer,
Nicht fürchtet der Schwache, der Friedliche mehr,
Des Mächtigen Beute zu werden.
Und der Raiser ergreift den goldnen Pokal
Und spricht mit zufriedenen Blicken:

Woht glänzet das Fest, wohl pranget das Mahl,
Mein königlich Herz zu entzücken;
Doch den Sänger vermiss' ich, den Bringer der Lust, 25
Der mit süßem Klang mir bewege die Brust
Und mit göttlich erhabenen Lehren.
So hab' ich's gehalten von Jugend an,
Und was ich als Ritter gepflegt und gethan,
Nicht will ich's als Staiser entbehren."

30 Und sieh! in der Fürsten umgebenden Kreis Trat der Sänger im langen Talare ; Ihm glänzte die Locke filberweiß, Gebleicht von der Fülle der Jahre. ,,Süßer Wohlaut schläft in der Saiten Gold, 35 Der Sänger singt von der Minne Sold, Er preiset bas Höchste, das Beste, Was das Herz sich wünscht, was der Sinn begehrt; Doch sage, was ist des Raisers werth An seinem herrlichsten Feste ?"

40 „ Nicht gebieten werd' ich dem Sänger," spricht Der Herrscher mit lächelndem Munde,

Er steht in des größeren Herren Pflicht, Er gehorcht ber gebietenben Stunde. Wie in den Lüften der Sturmwind sauft, 45 Man weiß nicht, von wannen er kommt und braust,

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бо

Wie der Quell aus verborgenen Tiefen,
So des Sängers Lied aus dem Innern schallt,
Und wecket ber bunkeln Gefühle Gewalt

,
Die im Herzen wunderbar schliefen."
Und der Sänger rasch in die Saiten fällt
Und beginnt sie mächtig zu schlagen:
,,Aufs Waibwerf hinaus ritt ein edler Held,
Den flüchtigen Gemsbock zu jagen.
Ihm folgte der Knapp' mit dem Jägergeschoß,
Und als er auf seinem stattlichen Roß
In eine Au kommt geritten,
Ein Glödlein hört er erklingen fern,
Ein Priester wars mit dem Leib des Herrn,
Voran kam der Meßner geschritten.
- Und der Graf zur Erde fid neiget hin,
Das Haupt mit Demuth entblößet,
Zu verehren mit gläubigem Christensinn,
Was alle Menschen erlöset.
Ein Bächlein aber rauschte burchs Felb,
Von des Gießbachs reißenden Fluten geschwellt,
Das hemmte der Wanderer Tritte,
Und beiseit legt jener das Saframent,
Von den Füßen zieht er die Schuhe behend,
Damit er bas Bächlein burchfchritte.

Was schaffst du?" redet der Graf ihn an,
Der ihn verwundert betrachtet.
,, Herr, ich walle zu einem sterbenden Mann,
Der nach der Himmelskost schmachtet;
Und da ich mich nahe bes Baches Steg,
Da hat ihn der strömende Gießbach hinweg

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Im Strudel der Wellen gerissen.
Drum baß dem Lechzenden werde sein Heil,
So will ich das Wasserlein jeßt in Eil
Durchwaten mit nackenden Füßen."

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Da feßt ihn der Graf auf sein ritterlich Pferð
Unð reicht ihm die prächtigen Zäume,
Daß er labe den Kranken, der sein begehrt,
Und die heilige Pflicht nicht versäume.
Und er selber auf seines Sinappen Thier 85
Vergnüget noch weiter des Jagens Begier ;
Der Andre die Reise vollführet ;
Und am nächsten Morgen, mit dankendem Blic,
Da bringt er dem Grafen fein Roß zurück,
Bescheiden am Zügel geführet.

90 Nicht wolle das Gott," rief mit Demuthsinn Der Graf, ,, daß zum Streiten und Jagen Das, Roß ich beschritte fürderhin, Das meinen Schöpfer getragen! Und magst du's nicht haben zu eignem Gewinnst, 95 So bleibt es gewidmet dem göttlichen Dienst: Denn ich hab' es Dem ja gegeben, Von dem ich Ehre und irdisches Gut Zu Lehen trage, und Leib und Blut Und Seele und Athem und Leben.“ „So mög' euch Gott, der allmächtige Hort, Der das Flehen der Schwachen erhöret, Zu Ehren euch bringen hier und dort, So wie ihr jeßt ihn geehret. Ihr seið ein mächtiger Graf, bekannt

105 Durch ritterlich Walten im Schweizerland,

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