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Geschichtsquellen

der

PROVINZ SACHSEN

und

angrenzender Gebiete.

Herausgegeben

in Gemeinschaft mit den Geschichtl. Vereinen der Provinz

von der

Historischen Commission der Provinz Sachsen.

SIEBENTER BAND.

URKUNDENBUCH DER STADT HALBERSTADT.

ERSTER THEIL.

HALLE,

Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses.

1878.
N

Urkundenbuch

der

STADT HALBERSTADT.

Erster Theil.

Herausgegeben in Gemeinschaft mit dem Harzverein
für Geschichte und Alterthumskunde

von der Historischen Commission der Provinz Sachsen.

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Vorwort.

1

Das Urkundenbuch der Stadt Halberstadt, dessen ersten Band ich den Freunden vaterländischer Geschichte hier übergebe, verdankt seine erste Anregung einem Beschlusse der städtischen Behörden, die nach dem Antrage des damaligen Oberbürgermeisters Herrn Becker [jetzt in Düsseldorf] und des damaligen Bürgermeisters Herrn Zimmermann [jetzt Procurator der Landesschule Porta] am 23. September 1873 auf vier Jahre je 100 Thaler zum Zwecke der Herausgabe bewilligten. Eine gleiche Summe stellte der Sächsische Provinzial-Landtag für diesen Zweck durch Beschluss vom 18. Oktober 1873 in Aussicht. Angesichts dieser materiellen Unterstützungen, zu denen noch für den ersten Band durch Beschluss der historischen Commission der Provinz Sachsen am 2. Oktober 1876 die Summe von 500 Mark hinzukam, erklärte sich der Harzverein für Geschichte und Alterthumskunde bereit, den Druck zu übernehmen und das Werk den von ihm herausgegebenen Urkunden - Veröffentlichungen einzu

verleiben.

Als ich auf den Wunsch der städtischen Behörden die Ilerausgabe des Urkundenbuchs übernahm, galt es zunächst Plan und Umfang des Werkes festzustellen. Am leichtesten und einfachsten wäre es nun gewesen, sich auf die rein städtischen Urkunden zu beschränken: diese Consequenz würde jedoch mancherlei Uebelstände gehabt haben.

Denn ich hege die Hoffnung, dass, bei dem erfreulichen Aufschwunge, den die Erforschung der Geschichte unsrer Provinz in neuster Zeit genommen hat die Bildung einer historischen Commission von Seiten der Provinz, wie sie dem unermüdlichen Eifer

des Herrn Bürgermeisters Brecht in Quedlinburg verdankt wird, ist nicht nur ein sprechender Beweis hierfür, sondern auch eine feste Bürgschaft regelmässiger und andauernder Förderung —, die Herausgabe des von der Wissenschaft schon so lange ersehnten Urkundenbuchs des Hochstifts Halberstadt nur noch eine Frage der Zeit ist. Zweckmässig wird es sein, nachdem nun von diesem Ende angefangen ist, die Urkunden der Halberstädter Geschichte herauszugeben, dem stiftischen Urkundenbuch gewissermassen als Vorläufer ausser dem städtischen noch die Diplomatarien der Stifter U. L. Frauen, S. Pauli und S. Bonifacii und des Klosters S. Johannis in Halberstadt vorangehn zu lassen: das des Hochstifts würde dann den Abschluss bilden.

Jedes dieser Urkundenbücher würde sich in ein bis zwei Octavbände, soviel ich sehe, zusammenfassen lassen, während das des Hochstifts allerdings einen erheblich grösseren Raum in Anspruch nehmen würde. Die wichtigeren und grösseren Klöster der Diocese könnten selbständig nebenher gehn, wie damit schon bei Stötterlingenburg, Drübeck und Ilsenburg ein erfreulicher Anfang gemacht worden ist. Es blieben dann noch die Urkunden der vielen Klöster und geistlichen Stiftungen in der Stadt Halberstadt übrig. Sie aus dem städtischen Urkundenbuche wegzulassen, schien mir nicht wünschenswerth, sie sind einzeln nicht zahlreich genug für eine selbständige Publication und erläutern ausserdem vielfach die städtischen Verhältnisse, die Bürgerfamilien u. s. w. So habe ich denn alle die Urkunden aufgenommen, welche die hiesigen Klöster und geistlichen Stiftungen betreffen, nämlich folgende: das Cistercienserinnen-Kloster S. Jacobi oder volksthümlicher S. Burchardi (s. hierüber S. XI), das Prediger- Kloster, das PredigerNonnen - Kloster S. Nicolai, das Barfüsser - Kloster, das Kloster der Marienknechte, die Cellenbrüder oder willigen Armen, den Siechenhof, die Hospitäler S. Spiritus, S. Georgii, S. Alexii, S. Elisabeth und den Magdalenenhof1, wozu noch der Kaland hinzukommt. Urkunden des Hochstifts und der vier oben genannten grösseren Stifter sind nur dann aufgenommen, wenn sie besondere

1) Ein Verzeichnis dieser Klöster und Stiftungen s. H. Z. 1872, S. 37--65: das dort unter N. 14 erwähnte Kloster ist nichts anderes, als das Pauliner (Prediger) - Kloster, s. die Urk. N. 626; das Hospital Bartholomaei unzweifelhaft das Hospital S. Spiritus.

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