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wird an der einen Klemme die Schraube c abgenommen und statt ihrer ein Metallstab von der Länge des Diameters der Kugel aufgeschraubt, den man mit Draht und Klemme leicht durch die Kugel zieht. Wenn der Hülfsstab abgenommen worden, dient die Schraube c, den Draht festzuspannen, wobei man aber das Ende d mit einer Zange festhalten muss, um das Drehen der Klemme und des Drahtes zu verhüten. Diese Vorsicht würde überflüssig sein, wenn die Oeffnungen a a' an der Kugel und das Drahtstück a nicht rund, sondern eckig angefertigt worden wären. ?)

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Achter Abschnitt.

Magnetismus und einige Nachträge zum Galvanismus und zum induzirten Magnetismus

von Ludwig Moser.

Zusätze zum ersten Bande des Repertoriums. a. Ueber die sogenannte Becquerel'sche Kette aus Säure und Alkali und über die Theorie des Galvanismus.

Repert. Bd. I, pag. 194. Ueber diesen Gegenstand ist bereits am angeführten Orte das damals Bekannte mitgetheilt worden; wir haben uns jedoch für diese schöne Entdeckung Becquerel's keine Erklärung gegeben, weil es zweckmässiger erschien, die weitere Entwicklung der entdeckten Thatsachen -abzuwarten. Wie zu vermuthen stand, haben sich seit der Zeit mehrere Gelehrte, nehmlich Mohr in Coblenz ?), und C. H. Pfaff in seinem jüngst erschienenen Werke ?) mit dieser Art Kette beschäftigt, jedoch eigentlich keine neuen Thatsachen hinzugefügt. Die Behandlung von Mohr hat uns, wir müssen es gestehen, etwas befremdet. Er schreibt, Becquerel hätte vorsichtiger sein müssen, ein Experiment mitzutheilen, welches Faraday nicht gelungen ist (elieser letztere hat bekanntlich durch die Einwirkung von Säure und Alkali keinen Strom erhalten können, obgleich er ein empfindliches Galvanometer anwandte, ihn zu entdecken). In Folge dieser Versuche

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1) Poggendorff. Annal. Bd. 39, pag. 129.
2) Revision der Lehre des Galvano-Voltaismus, Altona 1837.

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Faraday's, meint feruer Mohr, müssten alle rationellen Physiker annehmen, dass durch Säure und Alkali kein Strom zu bewirken sei, und endlich häuft er auf Becquerel, der das Gegentheil behauptet und thatsächlich nachgewiesen hat, den Tadel der Eilfertigkeit und Ungründlichkeit im Experimentiren. Das ist sicherlich hart, und vollends, wenn Becquerel in der Hauptsache vollkommen Recht hat, und er der letzte ist, der sich übereilt hat? So schön auch die Faraday'sche Theorie der galvanischen Erscheinungen ist, so werden doch jedem Physiker die Thatsachen, besonders solche wichtige wie die Becquerel'schen noch schöner erscheinen. Sollte auch dadurch in unserm Wissen ein Zustand des Zweifels und der Unsicherheit eintreten, so hat Mohr doch auch darin nicht Recht, der durch einen solchen Zustand die Fortbildung der Wissenschaft gehemmt sieht; die umgekehrte Behauptung, scheint uns, würde viel eher richtig sein.

Ich habe, am angeführten Orte bereits angegeben, dass es mit der Entwicklung von Sauerstoff in einer Kette aus Salpetersäure und Aetzkali seine volle Richtigkeit habe, dass dergleichen Ketten, und selbst wenn Schwefelsägre oder Chlorwasserstoff angewendet wird, das Jodkalium zersetzen. Ich kann nicht angeben, woher es gekommen, dass 'selbst Pfaff die eigentliche Sauerstoff-Entwicklung nicht gesehen hat; so oft ich den Versuch angestellt, so ist sie nie ausgeblieben. In Zweifel kann man sie nur so lange ziehen, bis man sie wahrgenommen, dann ist der Zweifel unmöglich, da das Gas sich vollkommen so, wie an den Electroden einer Batterie entwickelt, und dem Anscheine nach aus der Platte kommt. Im Verlauf wird auch ein Versuch mit einer Becquerel’schen Kette in grossem Maasstabe beschrieben werden, wo der Sauerstoff sich so reichlich wie bei Anwendung einer beträchtlichen galvanischen Batterie entwickelt.

Von einer theoretischen Ansicht geleitet, stellte ich in Bezug auf den in Rede stehenden Gegenstand folgende Versuche an. Eine Glasröhre wurde am untern Ende durch Thon oder thierische Blase geschlossen, auch in Sand gesteckt (dies alles ist einerlei) und in ein grösseres Gefäss getaucht. In der Röhre, wie im Gefässe, befanden sich die Platinplättchen, die mit dem Galvanometer in leitender Verbindung waren.

Wurde nun in die Röhre eine Säure gegossen, in das Gefäss reines Flusswasser, so zeigte sich ein schwacher Strom, der die Nadel 3 bis 5 Grad ablenkte (für einen mit dem Gegenstand Bekannten, darf es nicht bemerkt werden, dass, da dergleichen

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Angaben über die Stärke der Ablenkung nichts über die Intensität des Stromes lehren, sie nur bestimmt sind, den Leser zu vergewissern, dass keine Täuschung über die wirkliche Bewegung der Nadel stattgefunden habe). Der Strom ging von der Säure durchs Gaļvanometer zum Wasser, oder die Platinplatte in der Säure vertrat die Stelle des Kupfers, die Platte im Wasser die des Zinks der gewöhnlichen einfachen Kette. Es schien ziemlich gleichgültig, ob dem Wasser zum Behuf besserer Leitungsfähigkeit Salze hinzugefügt wurden, oder nicht; nemlich Salpeter, wenn Salpetersäure, Glaubersalz, wenn Schwefelsäure, Kochsalz, wenn Salzsäure sich in der Röhre befand, Andere Säuren sind nicht versucht worden. Dass diese Salze den Strom nicht verstärkten stimmt, mit der Angabe Farada y's), dass solche schwache Ströme, die nicht zersetzen, eben so leicht durch reines Wasser gehen, als durch Wasser, welches Stoffe aufgelöset enthält, die seine Leitungsfähigkeit für stärkere Ströme beträchtlich vermehren.

Es ist jedoch auch möglich, dass bei der Einwirkung von Säure und Wasser die Strom erregende Kraft durch Salze verringert, die Leitungsfähigkeit vermehrt wird, und dass beide Effecte sich beinahe aufheben. Die Ablenkung der Nadel konnte immer wieder erreicht werden, wenn die Platinplatten herausgenommen und von Neuem hineingesetzt wurden, selbst noch nach 12 und mehreren Stunden. Es wurde sorg

die Platinplättchen für sich in einer und derselben Flüssigkeit einen Strom hervorbringen, welches jedoch nicht der Fall war; ferner wurde bald die eine, bald die andere, in die Säure getaucht, und endlich wurde bald die eine Platte zuerst in die Säure, hierauf die andere ins Wasser, bald in umgekehrter Reihenfolge eingetaucht. Alles dieses war eines wie das andere, und veränderten den Strom gar nicht. Nur ist bei diesen Versuchen sehr darauf zu sehen, dass die Löthstelle der Platten wohl geschützt sei; denn selbst wenn sie sich ausserhalb der Flüssigkeit befindet, kann sie doch durch einen Hauch von Flüssigkeit mit dem Wasser oder der Säure in Verbindung kommen, wodurch dann ein fremdartiger Strom erhalten werden würde. Nachdem bei diesen Vcrsuchen alle Vorsichtsmaassregeln beobachtet worden, so geben sie den Satz:

es findet ein Strom statt, wenn reines Wasser und Säure auf

einander wirken. Jetzt wurde eine Lösung von Aetzkali statt der Säure angewandt; es

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fältig untersucht, ob nicht?

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') Repertor. Bd. I, pag. 228.

entstand wiederum ein Strom, von ziemlich derselben Stärke, wie der frühere, allein entgegengesetzt gerichtet; die Platinplatte im Aetzkali vertrat die Stelle des Zinks der gewöhnlichen Kette, oder der Strom ging von reinem Wasser durchs Galvanometer zum Aetzkali.

Es entsteht daher ein Strom, wenn Aetzkalilösung und Wasser aufeinander wirken.

Zwischen zwei Säuren konnte kein Strom entdeckt werden.

Diese angeführten Versuche sind nicht neu; berühmte Experimentatoren wie Nobili, Pohl, Fechner U. A. haben sie bereits angestellt: da man jedoch jetzt die Autorität Faraday's benutzt, um den stattfindenden Strom sogar zwischen Säure und Alkalien in Zweifel zu ziehen, der, wie man zugeben wird, ungleich stärker ausfallen muss, als bei Anwendung reinen Wassers; so war es rathsam, diese Versuche mit solcher Vorsicht zu wiederholen, dass über das Resultat derselben kein Zweifel bleiben kann. Ich füge noch hinzu, dass nach Peltier ?) Salzsäure und Wasser den entgegengesetzten Strom geben sollen, als Schwefelsäure oder Salpetersäure mit Wasser, dass jedoch diese Angabe nicht richtig ist, vielmehr Salzsäure sich den anderen Säuren durchaus adäquat zeigt. Ich glaubte Anfangs, der Strom, der sich unter den angegebenen Umständen bildet, würde erklärt werden, wenn man zugesteht, dass das Platinplättchen in der Säure eine sehr kleine Veränderung an der Oberfläche, eine unendlich geringe Oxydation, erführe; allein diess ist schon durch den Versuch mit dem Aetzkali sehr unwahrscheinlich. Da hierbei der Stroin umgekehrt gerichtet ist, so hätte man annehmen müssen, diese Oxydirung fände punmehr in reinem Wasser, nicht in der Lauge statt. Vollkommen widerlegt wird jedoch diese Ansicht durch folgenden Versuch von Nobili und Becquerela). In zwei Gefässe, welche eine Auflösung von salpetersaurem Kali enthalten, werden die Platinenden des Galvanometerdrahtes geführt; ein drittes Gefäss, welches Salpetersäure enthält, wird mit diesen beiden Gefässen, mittelst zweier befeucliteten Stücke Asbest oder Baumwolle, verbunden.

Befindet sich nun einem dieser Stücke ein wenig Aetzkali, so entsteht ein Strom, und doch tauchen hier die Platinenden in eine und dieselbe Flüssigkeit (Auflösung von Salpeter), und sind daher keiner Heterogenität umterworfen. Durch diesen Versnch wird auch die Ansicht Pfaff's wi

an

') L'Institut. 17. Mai 1837. ?) Ann. de Ch. et de Ph. 1827.

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