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die tägliche Schwankung der Temperatur im Januar 39,45,

im Juli aber 99,39.

Für die Declinationsnadel crgiebt sich dasselbe aus den folgenden Beobachtungen') za Göttingen (1884-37), denen wịr noch diejenigen des Colonel Beaufoy zu Stanmore Heath (1817 — 19) hinzuzufügen ?).

9 53

Tägliche Variation.

1834–35 1835–36 | 1836–37 || Mittel | 1817–19 April 10 56,9" 13-33,9" 17" 9,7" 13:53,5 11' 484 Mai

10 47,2
13 3,7

16 36,4 13 29,1 Juni 10 18,8 11 44,9 15 17,3 12 27,0

11 15 Juli 10 21,5 10 34,8 15 31,8

12 9,4 10 43 August 10 22,9 12 44,4 16 2,6 13 3,3

11 26 September 9 33,9 | 11 6,4

14 45,0 11 48,4

9 44 October 7 28,8 9 42,3 12 58,8 10 3,3 8 26 November

5 25,9 7 34,2 7 33,3 6 51,1. 7 10 December 3 37,9 4 53,2 6 33,1

5 1,4

4 7 Januar 4 22,9 5 32,2 10 10,9 6 42,0 5 3 Februar

5 25,9 7 48,5 8 52,7 7 22,0 6 3 März 10 7,7 12 15,0 13 20,0 11 54,2

8 22 Mittel 8 14,24 104 2,8“ 1254,3“ | 10^23,8" 8' 40"

Merkwürdig ist hierbei, dass die grösste tägliche Oszillation nach den Beobachtungen an beiden Orten im April stattfindet; die ältesten Beobachtungen hierüber von Canton (philos. transact. for 1759 Part. I.) zeigen dieselbe im Juni (sie betrug damals 13' 21"). Da die Wendestunden in den verschiedenen Monaten verschieden fallen, so kann man das erstere Resultat erklären, wenn man annimmt, die Beobachtungen wären im April fast genau zu der Zeit des östlichsten und westlichsten Standes angestellt worden, in den Sommermonaten aber nicht.

Für die Variationen der horizontalen Intensität ergiebt sich dasselbe Resultat aus den Beobachtungen, welche Riess täglich 1891 angestellt hat '), und bei denen der Einfluss der Wärme sorgfältig corrigirt ist.

') Resultate des magnetischen Vereins pag. 53.
2) Metropolitan Encyc. London 1829. Art. Magnetism. pag. 820.
3) de Telluris Magnetismi mutationibus et diurnis et menstruis. Berol. 1831

tägliche Variation

1

Wie man

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Mai

1,004393 Jani

1,003238 Juli

1,003152 August

1,003217
September 1,002414
October

1,001737
November 1,000733
December 0,999879
Januar

0,999417
Februar

0,999964 Unter täglicher Variation ist hier der Mittelwerth der Abendbeobachtungen (um 9b) dividirt durch den Mittelwerth aus den Beobachtungen des Morgens (ebenfalls um gb) verstanden. sieht, war in den Wintermonaten die Intensität des Abends sogar kleiner als die des Morgens, obgleich nur sehr wenig; dasselbe lehren auch die Beobachtungen von Reich in Freiberg ?), welche jodoch nur an einem Tage jedes Monats angestellt worden.

Dass endlich auch die Inclinationsveränderungen im Sommer grösser sind, lehren die Beobachtungen Kupffers ).

tägliche

Veränderung
August 1830 5,4
September 4,1
November

3,1 x
December

1,5 x Januar 1831 0,3 x Februar

0,3 März

2,9 April

3,5 Mai

3,3 Juni

2,8 August

2,9 September 1,8 Die mit einem X versehenen Werthe hält Kupffer nicht für ganz sicher, weil sie nur aus 2 oder 3 Tagen resultiren.

') Poggend. Ann. Bd. 18, pag. 63,
a) ibid. Bd. 25, pag. 213.

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4) In der heissen Zone werden die Variationen der Declination unbedeutend sein, erstens weil das Theriņometer dort weniger schwapkt, und zweitens weil diese Zone dadurch ausgezeichnet ist, dass eine Erwärmung in No. und so. einen entgegengesetzten Einfluss auf die Declination ausübt, in sofern nordöstlich und südöstlich entgegengesetzter Magnetismus herrscht. Aus denselben Ursachen wird auch die Inclination sich wenig ändern. Was aber die horizontale Intensität betrifft, so wird sie gerade in der heissen Zone wegen des entgegengesetzten Magnetismus im Norden und Süden, während des Tages beträchtlichen Schwankungen unterworfen sein, beträchtlicheren wahrscheinlich als bei uns.

5) Die magnetischen Variationen müssen säinmtlich bei bezogenem Himmel kleiner sein, als bei heiterem, weil die Temperaturänderungen dann kleiner sind, wie es Kämtz bewiesen hat *). Für die Declination folgt es aus Schübler's Beobachtungen (siehe einen folgenden Abschnitt).

6) Die Zeit, wo die mittlere Declination stattfindet, wird des Vormittags viel constanter sein, als des Abends. Für das Thermometer kann man dasselbe schon daraus schliessen, dass die Stunde der mittleren Wärme am Morgen in den verschiedenen Monaten des Jahres sich viel mehr gleich bleibt, als am Abend. So ist diese Stunde in Leith im Januar um 106,3 Vormittags

grösster Unterschied 1,6 Stunde. Juli

8,7
Dagegen ist diese Stunde in Leith im
Mai um 9b Abends

grösster Unterschied 2,8 Stunde. December Dasselbe findet, wenn auch nicht ganz so stark, in Padua statt.

Für die Declinationsnadel ergiebt sich dasselbe aus den im Vorigen mitgetheilten Zeitpunkten, zu welchen der mittlere Stand der Nadel während des Morgens und Abends in London und Frapecker beobachtet wird: Der früheste Zeitpunkt war in London im Mit

tel um 96,8 Morgens im Sept. Unterschied 0,7 St. ; späteste um 10,5

April Ferner war der früheste Zeitpunkt in London um

66 Abends im August Unterschied 4,7 St. späteste 106,7

April 1) Meteorol. Bd. II, 21,

} }

66,2

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Eben so beträgt der grösste Unterschied in dem Zeitpunkt des Mittels am Morgen zu Franecker 2,3 Stunden, und in demselben am Abend 4,4 Stunden.

7) Die mittlere jährliche Declination wird ungefähr 'mit der mittleren Jahreswärme auf denselben Monat fallen, weil die mittlere Temperatur in allen Meridianen zugleich statt findet. Beide Mittelzustände würden desshalb sogar völlig zu gleicher Zeit eintreten, wenn die Magnetnadel nicht auch von den tiefern Erdschichten affizirt würde, wohin die Wärme nur langsam dringt. Da jedoch die Temperaturdifferenzen mit der Tiefe sehr abnehmen, so wird nichts desto weniger ein nahes Zusammenfallen der mittleren Declination und Wärme beobachtet werden. Wir führen zum Beweise die Göttinger Declinationsbeobachtungen an, welche das Mittel aus den Ablesungen un gh Morgens 'und 11 Mittags sind.

1834–35 1835–36

1836-37

36 19

April
Mai
Juni
Juli
August
September
October
November
December
Januar
Februar
März

18°41' 35,3" 18°39' 44,7" || 18°35' 7,8 "
41 51,8

38 44,8
42 50,1
38 48,9

35 13,8
43 8,3
39 25,4

34 40,1
43 59,6
40 34,6

33 43,7
41 45,4
38 54,4

33 37,1
41 2,8
38 14,2

34 3,4
40 21,4

40 2,4 33 7,7
39 43,8
37 52,5

32 30,3
40 3,0
37 48,5

32 40,8
39 46,5
37 21

32 2
39 51,4 37 8,9 32 24,2
18°4119,8" || 18°38' 43,4". 18°33' 47,5"

Mittel

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Die mittlere Declination des Jahres = 18° 41' 40,4“ findet demnach zwischen April und Mai und im September statt. Aehnliches lehren Cassini's Beobachtungen zu Paris und Gilpin's zu London, nur sind die mittleren Declinationen von Monat zu Monat so wenig unterschieden, dass hierbei leicht Abweichungen von einem Monat vorkommen werden. Dass jedoch diese Mittelwerthe mit denen der Temperatur nahe in denselben Monat fallen, darüber kann trotz dem kein Zweifel bleiben.

Für die Inclination und Intensität gilt jedoch nicht dasselbe, wie für die Declination; ihr jährliches Mittel fällt ebenso wenig der Zeit nach mit dem jährlichen Mittel der Wärine zusammen, als die für die täglichen Mittel gilt. Vielmehr scheint, wie bei den täglichen Variationen, die mittlere Wärme im Frühjahr zusammen zu fallen mit dem Maximum der Inclination und dem Minimum der horizontalen Intensität, und die mittlere Wärme im Herbst mit dem Minimum der Inclination und dem Maximum der horizontalen Intensität, was sich jedoch noch nicht vollständig beweisen lässt.

Aus dem Bisherigen folgt
1) dass alle Theile der Erdrinde magnetische Kraft besitzen,
2) dass diese Kraft durch die Wärme geschwächt werde.

Ob die ganze Erde oder nur ihre Oberfläche bis zu einer gewissen Tiefe magnetisch sei, vermögen die Variationen nicht zu entscheiden.

XIVTheorie des Erdmagnetismus. Ueber diesen Gegenstand ist eine Abhandlung von Barlow erschienen ?). Dieser berühmte Gelehrte geht davon aus, dass, wenn man die Breite (magnetische) eines Ortes mit g bezeichnet, die Inclination daselbst mit J, die unzerlegte Erdkraft mit K, und die nach dem Horizont zerlegte mit H, dass dann die Beobachtungen, namentlich in der heissen Zone, folgende Gleichungen sehr nahe bestätigen:

tg J = 2 tg 9

2 C
K=
V4 — 3 sin. 2 J

2 C

H=V3+

sec.

2

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Biot gelangte auf theoretischem Wege zu diesen Gleichungen, indem er einen Magneten im Innern der Erde annahm, ihm anfangs eine unbestimmte Länge gab, und nun diese letztere immer kleiner und kleiner werden liess; es zeigte sich, dass die erwähnten Formeln in aller Strenge nur gelten, wenn die beiden Pole des Magneten unendlich nahe um den Mittelpunkt der Erde liegen. «Diese Untersuchung, sagt Barlow, ist von einer grossen Wichtigkeit, denn es folge daraus, dass die Erde kein selbstständiger Magnet sei, dessen Pole immer von einander entfernt sein müssen. Wenn man von dieser letzteren Voraussetzung ausgehe, so zeige sich dann erst eine Uebereinstimmung zwischen Theorie und Erfahrung, wenn der ange

') philos, trans. London for 1831, Part. I.

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