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im Durch- bei trübem bei beiterm trüben heiteren

schnitt Wetter Wetter Tage Tage Januar 5,11 4,34 6,4

7 Februar 8,5 7,5 8,9 4 14 März 12,0 10,2 14,5 10

10 April 14,5 18,0 15,7 2

17 Mai 12,0 12,3 11,6 7

10 Juni 11,6 10,5 12,1 8

13 Juli 10,8 10,2 12,5 13

11 August 13,1 8,7 16,2 3 September 12,1 10,4 13,7 5

9 October 10,3 9,0 11,7 6

9 November 6,4 5,9 8,7 15

3 December 5,7 5,7 5,3 11

3 Jahr 10,17' 9,394 | 11,44

Hieraus zieht Schübler den Schluss, dass die Grösse der täglichen Oszillation der Declinationsnadel bei trübem Himmel, Regen und Schnee unbeträchtlicher sei als an heitern Tagen, bei hohem Barometerstand und bei dem Vorherrschen von NO. und 0. Winden. Eine merklichere Abweichung hiervon zeigt uns der April, jedoch ist zu erwägen, dass wir es hier nur mit einjährigen Beobachtungen zu thun haben, und dass im April nur zwei trübe Tage stattfanden, so dass das Resultat über dieselbe nicht zuverlässig sein kann. Die grössten Aenderungen fanden im April und August statt (sie betrugen 22 und 23 Minuten), und diese Monate hatten auch die meisten heiteren Tage. Die kleinsten Aenderungen wurden im Januar, November und Dezember beobachtet, welches Schübler auf die grössere Zahl von trüben Tagen schreibt. Dass ist wohl der eigentliche Grund, wesshalb alle magnetischen Variationen im Sommer beträchtlicher sind; denn dass das Thermometer sich dann mehr verändert als im Winter, ist nur eine Folge von der verschiedenen Zahl heiterer und trüber Tage in diesen Jahreszeiten.

In Tübingen nahm Schübler seine frühern Beobachtungen wieder vor, weil ihm der Zweifel geblieben war, ob nicht die Lage des Beobachtungslokals gegen Süden auf die Resultate eingewirkt hätte. Er wiederholte sie in einem nach N. liegenden Zimmer, das von der Sonne nicht getroffen auch nicht geheizt wurde, so dass er vor Luftströmungen dieser Art sicher war. Die Beobachtungen wurden

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im Winter um 8 Uhr Morgens, im Frühjahr und Herbst am 71, im Sommer um 7 Uhr angestellt, des Mittags stets zwischen 1. und 2 Uhr, des Abends zwischen 9 und 10. Der folgenden Tabelle liegen die an 1200 Tagen in den Jahren 1827 31 gemachten Be obachtungen zu Grunde, und die grössere Zahl derselben veranlasste Schübler noch eine dritte Columné «gemischt» einzuführen; sie bedeutet, dass entweder bei der Beobachtung des Morgens oder der des Mittags der Himmel bezogen war; heiter und trübe heisst ihm der Tag, wo der Himmel zur Zeit beider Beobachtungen klar oder bezogen war. Tage mit ungewöhnlichen Bewegungen der Nadel, wie z. B. der 7. Januar 1831, wo das schöne Nordlicht stattfand, wurden aus dem Mittelwerth ausgeschlossen.

Grösse der täglichen Veränderung

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Das ist eine Gesetzmässigkeit, wie man sie nur wünschen kann, und wenn man bedenkt, dass vier Jahre in der Meteorologie in Be zug auf die Mittelwerthe ein kleiner Zeitraum sind, so bestätigt sich aus diesen schönen Beobachtungen des leider verstorbenen Schübler, dass die Magnetnadel zur Ermittelung climatischer Verhältnisse ein sehr brauchbares Instrument ist.

Schübler hat nach demselben Gesichtspunkt die Declinationsbeolsachtungen, welche Dove zu Berlin an 84 Tagen im September, October und November 1830 gemacht hat '), zusammengestellt, und findet die tägliche Veränderung an heiteren Tagen 9' 45"

an trüben

87 1" Farquharson hat ähnliche Resultate gefunden ?), als Schübler; da er aber nur an einzelnen Tagen beobachtete, so haben seine Resultate nicht dieselbe Zuverlässigkeit, als die eben erwähnten. Es geht aus ihnen hervor, dass an einzelnen Tagen der Einfluss der Heiterkeit oder Trübe des Himmels sehr bedeutend sein kann, denn er fand am 2. October 1829, an einem sehr heiteren Tage, die Veränderung 26' 20", und an den zwei trübsten Tagen, den 3. und 4., Dezember, dieselbe nur etwa 3' 30“. Eben so fand er, dass die tägliche Variation unbeträchtlicher sei, wenn der Erdboden mit Schnee bedeckt ist. Jedoch lassen dergleichen vereinzelte Beobachtungen immer den Zweifel, ob an den gewählten Tagen nicht unregelmässige Störungen Statt gefunden hätten.

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6. Einfluss des Windes auf die Declinations nadel, magneti

sche Windrose. Eine wesentliche Bereicherung hat die Lehre des Erdmagnetismus darch die Untersuchungen von Kämtz über den Einfluss der Winde auf die Declination erhalten %). Kämtz geht dabei von der Thatsache aus, dass die Winde einen Einfluss auf die Temperatur ausüben, und dass es daher wahrscheinlich sei, sie würden auch einen auf die Abweichungsnadel ausüben, für welche allein Beobachtungen vorhanden sind, die zu dieser Untersuchung tauglich sind. Würde man den Stand dieser Nadel bei den einzelnen Winden aufsuchen, und z. B. aus allen Declinationen beim Nordwindle das Mittel nehmen, so würde man im Allgemeinen nicht den richtigen, diesem Winde entsprechenden mittleren Stand erhalten, weil die Magnetnadel, unabhängig von den Winden, eine tägliche und jährliche Periode hat. Es könnte sein, dass der Nordwind häufiger des Mittags beobachtet worden, und dann würde das arithmetische Mittel für diesen Wind einen Stand der Nadel geben, der viel zu westlich wäre. Es ist hiermit, wie mit dem Barometer, welches ebenfalls eine täg

) Poggend. Ann. Bd. 20, pag. 545.
2) phil. trans. London for 1830. Part. I.
3) Meteorol. Bd. III, pag. 440.

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liche und jährliche Periode hat, obgleich dieselbe von einem geringern Einfluss auf die Windrose des Barometers ist, als die ähnlichen Perioden, namentlich die tägliche der Nadel, auf die magnetische der Windrose. Um die Untersuchung davon unabhängig zu machen, verfuhr Kämtz auf folgende Weise. Er nimmt zuerst das Mittel aus allen Declinationsbeobachtungen, welches für das wahre Mittel gelten kann. Vergleicht man damit das Mittel aller Ablesungen, zu irgend einer Stunde, so ergiebt sich die Correction, welche an jede Ablesung zu dieser Stunde anzubringen ist, um sie auf den mittleren Zustand zu reduziren. Diese Correction ist nicht allein für die einzelnen Stunden, wo beobachtet worden, sondern auch für jeden Monat besonders zu berechnen; und bringt man dieselben an die einzelnen Ablesungen so erhält man die Declination bei den verschiedenen Winden, unabhängig von der täglichen und jährlichen Periode.

Kämtz hat seine Berechnung auf Mannheim, Berlin und London ausgedehnt, von denen die erstere aus 10jährigen Beobachtungen abgeleitet ist.

Mann he i m. Die Beobachtungen sind von Hemmer ') 1781-85 und 1789 bis 1792 angestellt.

Declination

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n

Hieraus ergiebt sich D, =19°55',6675 +0`,4186 sin(n 15°+599174)

+0,0360 sin. (n 90° +146°9) Die Tafel enthält bereits die berechneten Werthé der Abweichung Do, und ihren Unterschied von den beobachteten.

') in den Mannheimer Ephemeriden,

Berlin.
3jährige Beobachtungen von Beguelin 1783-85 ').

beobachtet berechnet Unterschied

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N
NO
0
SO
S
SW
W
NW

18° 3,95 18° 4,096

+ 0,14
3,94
3,89

· 0,05
3,83
3,79

0,04
3,63

3,71

+ 0,08 3,35

3,30 2,96

2,92 3,06

3,20

+ 0,04
4,03
3,85

0,18
D=18°3,593840`,4922 sin. (n45° +53°11)
+0,2159 sin. (1 90° +151°39')

0,05 0,04

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London. 2jährige Beobachtungen von Beaufoy in der Nähe dieser Stadt 1817--19 angestellt ?).

beobachtet berechnet Unterschied
N
24°42,90 24°42,51

0,39
NO

42,91 43,30 +0,39 0

43,63 43,41 -- 0,22 SO

43,00 43,14 + 0,14 S

42,33 42,49 + 0,16
SW

42,09 41,94 - 0,15
W
41,53 41,51

0,02
NW

41,43 41,82 +0,39 D,=24°42',4775+0,9475 sin. (1 45° +0°364)

+0',1436 sin. (n 90° +7°0') Aus diesen Formeln findet Kämtz die Gegenden der Windrose, bei denen das Maximum und Minimum der westlichen Abweichung Statt findet.

Ort | Maximum Minimum || Differenz wahrschl. Fehler
Mannheim NNO SSW 0,90 0,0315
Berlin

N SW 1,20 0,0695
London

ONO W 2,00 0,1808
Kämtz schliesst hieraus, dass die Winde einen unzweifelhaften

') in den Mannheimer Ephemeriden.
2) in den Jahrgängeu der Annals of philosophy.

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