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entgegengesetzten Meinungen, und in Folge davon durch präcise Darstellang vor andern Schriften gleicher Tendenz auszeichnen.

Wir haben hier nur die neueren, im vorigen Artikel nicht enthaltenen, Versuche beizubringen, nach welchen durch erfolgte Berührung heterogener Substanzen, die keine chemische Wirkung auf einander ausüben, Elektricität, am Elektrometer nachweisbar, erregt wird.

Volta's Fundamental-Versuch. Dass Zink und Kupfer in Berührung, entgegengesetzt elektrisch werden, hat Peltier auf folgende Weise gezeigt, in welcher beide Elektricitäten gleichzeitig zur Divergenz des Elektrometers beitragen.') Eine zusammengelöthete Kupfer-Zinkplatte wurde mit einer ähnlichen Doppelplatte durch einen Kupferstab verbunden; der Kupferstab stand durch einen Draht mit der Erde in Verbindung. Dieser Apparat wurde auf die Collectorplatte A (Taf. I. Fig. 10.) eines Elektrometers gestellt und mit der Condensatorplatte B bedeckt; an beiden Platten waren die übergreifenden Platinstifte a und b gelöthet. Als die Kupferplatte e des

.

c combinirten Doppelplattenpaars auf der Collectorplatte auflag und a mit b durch einen isolirten Platindraht verbunden worden war, zeigte das Elektrometer, nach Abhebung des aufgesetzten Apparats, positive Elektricität an, woraus geschlossen wird, dass e negativ, z positiv elektrisch war. Wurde die Zinkplatte z auf die Collectorplatte gelegt, so gingen die Blättchen des Elektrometers nach ähnlicher Manipulation, wie früher, mit negativer Elektricität aus einander.

Es wird bei diesem Versuche besondres Gewicht darauf gelegt, dass die Metalle, deren Berührung El. entwickelt haben soll, gefirnisst waren. Aus de la Rive's Versuchen scheint aber zu folgen, dass die Firnissschicht nur sehr dünn gewesen sei. Als derselbe nämlich ?) eine überall gefirnisste Zinkscheibe mit angelöthetem Messingstift auf die Condensatorplatte eines Elektrometers legte, zeigte sich das Zink, nachdem der Messingstift ableitend berührt worden, positiv, aber schwächer elektrisch, als wenn die obere Seite der Scheibe nicht gefirnisst war. Er überzog nun die obere, nicht auf der Condensatorplatte ruhende, Zinkfläche mit mehreren Schichten Firniss und sah zuletzt, bei Wiederholung des vorigen Versuches, jede Spur von Elektricität verschwinden. Diese passive Zinkscheibe verhielt sich jetzt völlig wie eine Messingscheibe; als nämlich der Messingstift derselben mit dem Kupfer eines

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1) L'institut 3ème année (1835). p. 378.
%) Recherches sur etc. p. 69. Bibl. univ. de Genèv. III. p. 375. suiv.

Zink-Kupferpaars, dessen Zink auf der Hand des Beobachters lag, berührt wurde, erschien die Scheibe negativ elektrisch. Pfaff®) hat diesen Versuch wiederholt, aber mit entgegengesetztem Erfolge.. Die Zinkplatte zeigte positive Elektricität, unabhängig von der Dicke des sie bedeckenden Firniss, und keine Spur von Elektricität, als das Kupfer des Plattenpaares an ihren Messingstift gebracht wurde.

Elektricitätserregung bei dem Contact unveränderlicher Fossilien. Zu den Versuchen über die Elektricitätserregung bei dem Contacte werden gewöhnlich bearbeitete Matallflächen genommen, die leicht eine nicht gewünschte Einwirkung von Luft und

, Feuchtigkeit erleiden. Becquerel') wendet zu gleichem Zwecke Fossilien mit ihren natürlichen Flächen an, die Jahrhunderte lang der Witterung ausgesetzt, jetzt als unveränderlich durch dieselbe anzunehmen sind. Er benutzte einen Condensator mit vergoldeten Platten; auf die obere Platte legte er ein Stück mit Wasser befeuchtetes Papier und auf dieses das zu untersuchende Fossil; er berührte dasselbe mit einem andern, in der Hand gehaltenen Fossile, während er der untern Condensatorplatte eine Ableitung gab, und hob sodann die obere Platte ab. Platin und Gold in Berührung wurden nicht elektrisch, beide aber wurden positiv bei der Berührung mit Graubraunsteinerz oder Graphit. Die beiden letztgenannten Mineralien wurden negativ bei Berührung mit Rothkupfererz, Schwefelkies und Eisenglanz. Das Graubraunsteinerz zeigte sich negativ in Berührung mit allen untersachten Körpern. Glanzkobalt mit Gold oder mit Eisenoxyd berührt, das durch Wasserdampf bereitet war, wurde negativ elektrisch.

Elektricität des Zinks bei der Berührung desselben. mit verschiedenen Mineralien. Pfaff ?) hat aufs neue die Stärke der (positiven) Elektricität untersucht, die das Zink erhält, wenn es mit verschiedenen Fossilien in Berührung ist. Er ordnet hiernach die Fossilien in folgende Reihe nach zunehmender Wirksamkeit: Blei (Zinn, Cadmium), Eisen, Wismuth, Arsenik, Spiessglanz, Kupfer, Palladium, Platin, Silber, Gold, Kohle, Graphit, Graubraunsteinerz. Pfaff gebrauchte Condensatoren von 8, 6 und 3 Zoll Durchmesser und prüfte die angesammelte Elektricität an einem Bennetschen (Goldblatt) Elektrometer. Dass er, ebenso wie de la Rive, dies letztere überall, wo es auf Genauigkeit ankommt, dem

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") Revision des Galv. S. 22.
2) Traité de l'él. II.

p:

137. 3) Revision des Galv.

P

25.

an,

Bohnenbergerschen Elektrometer vorzieht, finde ich durch meine Erfahrung vollkommen gerechtfertigt.

Munk af Rosenschöld') hat gleichfalls die Elektricität untersucht, welche das Zink bei der Berührung mit verschiedenen Mineralien erhält. Er fand, dass der Braunstein in seiner Eigenschaft, das Zink am stärksten elektrisch erscheinen zu lassen, von dem braunen Bleisuperoxyd noch übertroffen werde. Er stellte die Versuche auf die Weise dass ein Messingstativ mit einer mit dest. Wasser befeuchteten Pappscheibe, und diese mit einer Zinkscheibe bedeckt wurde, auf welche er die zu untersuchende Substanz legte. Die Collectorplatte eines Condensators hatte einen mit feuchtem Papier umwickelten Kupferstift, mit dem die Substanz durch Erhöhung des Messingstativs in kurze Berührung gebracht wurde. Der Condensator befand sich auf einem Volta’schen Strohhalmelektrometer und bestand aus Kupferscheiben von 3" 7" Durchmesser, die durch sehr kleine Schellackkörner von einander getrennt waren. Diese Art der Trennung erscheint, nach Pfaffs Bemerkung, nicht zweckmässig und steht jedenfalls der gebräuchlichen Trennung durch Firniss nach. Als der Kupferstift der Collectorplatte mit den folgenden Substanzen, als sie auf der Zinkplatte lagen, eine kurze Zeit in Berührung war, zeigte das Elektrometer nach Abhebung der Condensatorplatte die nebenstehenden Divergenzen mit negativer Elektricität. Kupfer 4', Silber 4, Kohle 4, Gold 5, schwarzes Schwefelquecksilber 5, Schwefelkies 6, Braunstein 61, braunes Bleisuperoxyd 9. Das braune Bleisuperoxyd giebt also mit Zink in Berührung bei weitem die stärkste Elektricität; mit Braunstein in Berührung wurde es gleichfalls negativ elektrisch. Es war bei diesen Versuchen in eine Patrone geschlagen, so dass es einen festen Cylinder bildete; als loses Pulver angewendet, gab es nicht immer dieselben Resultate. War es nämlich stark getrocknet auf eine Kupferplatte gelegt worden, so zeigte es sich nicht elektrisch, wohl aber, und zwar negativ, wenn seine obere Fläche, die der Draht des Condensators berührte, angehaucht worden war.

De la Rive?) hebt diesen Versuch hervor und zeigt, dass die unter dem Superoxyde liegende Kupfer- oder Platinplatte nichts zum Erfolge beiträgt. Als er nämlich auf seinen Condensator eine Holz

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platte und auf diese das braune Bleisuperoxyd legte, das er einen Augenblick mit der feuchten Hand berührte, zeigte das Elektrometer, dass die trockene Schicht des Oxyds positiv, die feuchte also negativ geworden war.

Zink in Berührung mit Halbleitern. Rosenschöld') behauptet, dass Quecksilberoxydul, ein schlechter Leiter der Elektricität, in eine Patrone geschlagen und mit Zink in Berührung gebracht, schwach negativ elektrisch werde. Der hierüber mitgetheilte Versuch berechtigt aber nicht zu diesem Schlusse. Ebenso muss die Richtigkeit seiner Angabe, dass der Feuerstein, mit Zink in Berührung, elektrisch werde, dahingestellt bleiben.

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IV. Elektricitätserregung durch die Voltasche Säule.

Eine isolirte Voltaʼsche Säule zeigt an ihren beiden Enden (Polen) entgegengesetzte Elektricitäten, deren Stärke, im Allgemeinen sehr gering, mit der Anzahl der Abwechselungen der Säule zunimmt. Die Elektricität jedes Pols wird in bedeutendem Grade verstärkt, wenn man den andern Pol ableitend berührt. Durch Verbindung beider Pole mittelst eines guten Leiters verschwindet jede Spur von Elektricität, die erst nach der Fortnahme desselben (dem Oeffnen der Säule) wieder merkbar wird.

Einfluss der Schliessungsdauer auf die Elektricitätserregung der Säule. Marianini hat die Elektricität der Säule, gleich nachdem dieselbe eine gewisse Zeit geschlossen war, untersucht; Becquerel?) theilt die hauptsächlichsten Versuche mit. Ein Tassenapparat mit 8 Zinkkupferpaaren wurde theils mit destillirtem, theils mit Seewasser gefüllt; die Elektricität eines Pols desselben wurde an einem Condensator und Strohhalmelektrometer geprüft, unmittelbar nachdem der Metallstreifen, der die Säule geschlossen hielt, fortge

Nach der Füllung des Apparats mit Seewasser gab ein Pol dem Elektrometer (mit Hülfe des Condensators) eine Divergenz von 12°; diese wurde durch Schliessung des Apparats während 1 und während 15 Minuten respectiv auf 7 und 31° vermindert; nach Schliessung während einer Stunde zeigten sich noch 3 Grad Divergenz. Nach der Füllung des Apparats mit destill. Wasser zeigte das Elektrometer wieder 12', nach Schliessung während 1 and 12

nommen war.

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Minuten 10 und 7°, diese letzte Divergenz wurde durch Schliessung während einer Stunde nicht weiter vermindert. War die Säule mit Seewasser geladen und 1, 5 oder 7 Minuten geschlossen gewesen, so musste sie 25, 5. und 7 Minuten geöffnet bleiben, um eben so starke Elektricität, wie vor der Schliessung zu zeigen. Enthielt die Säule eine grössere Anzahl Plattenpaare (16 und 24), so war die Schwächung der Elektricitätserregung derselben durch vorhergegangene Schliessung viel bedeutender. Es lässt sich aus diesen Versuchen schwerlich mehr folgern, als dass die Theile der Volta’schen Säule durch die Schliessung eine Aenderung erleiden, die der nachfolgenden Elektricitätserregung ungünstig ist, tund dass diese Aenderung nach dem Oeffnen der Säule wieder beseitigt wird. Ich habe nicht angegeben gefunden, ob, wie es wahrscheinlich ist, bei der Untersuchung des einen Pols der andere Pol eine Ableitung hatte, und ob auf die Dauer der Berührung der Polplatte mit dem Condensator Rücksicht genommen wurde. Beide Umstände sind für die Elektricitätserregung der Säule wichtig, wie der folgende Artikel zeigt.

Umstände, welche die Elektricitätserregung der Säule modificiren. De la Rive') isolirte einen Trogapparat mit 10 Zink-Kupferpaaren von 40“ Oberfläche auf das Sorgfältigste, indem er die einzelnen Gläser mit Harz umkleidete und auf einen Harzkuchen stellte. Er untersuchte den einen Pol des Apparats an einem Condensator mit 10zölligen vergoldeten Platten, der auf einem Bennetschen Elektrometer stand. Das Maximum der Divergenz des letztern wurde zwar an jedem Pole erhalten, wenn der andere ableitend berührt war, aber dies Maximum wurde in verschiedenen Zeiten erreicht, je nach der Flüssigkeit, mit der die Gläser des Apparats gefüllt waren. Bei Anwendung der Salpetersäure war eine augenblickliche Berührung des Condensators mit der Polplatte hinreichend, die grösste Divergenz am Elektrometer hervorzubringen, bei Glaubersalzlösung musste die Berührung schon eine wahrnehmbare Zeit, und bei reinem Flusswasser 30" dauern. Auch um die Elektricität nach den einzelnen Entladungen wieder auf ihre frühere Stärke zu bringen, musste man eine Zeit verstreichen lassen, die desto grösser war, je schlechter die angewandte Flüssigkeit die Elektricität leitete. Liess man dem Condensator Zeit, sich zu laden, so erhielt er von der Säule, mit welcher der genannten Flüssigkeiten sie auch gefüllt sein mochte,

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