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DES

GESPROCHENEN ENGLISCH

(GRAMMATIK, TEXTE UND GLOSSAR)

VON

HENRY SWEET.

Oxford
CLARENDON PRESS

1885.

[ Alle rechte vorbehalten.]

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VORWORT

Dieses büchlein ist dazu bestimmt als anleitung in das linguistische sowohl als das rein practische studium des gesprochenen Englisch zu dienen. Zu grunde gelegt habe ich natürlich den mir geläufigen Londoner dialect, wie er in gebildeten kreisen gesprochen wird. .

Mein hauptaugenmerk habe ich auf die texte gerichtet. Die beschreibenden stücke sind so einfach wie möglich gehalten, mit sorgfältiger vermeidung alles individuellen und ungewöhnlichen, sowohl was den inhalt als die form betrifft. Den stoff dazu habe ich grösstentheils aus bekannten populären arbeiten entnommen, worunter Huxley's Physiography, Tylor's Anthropology und Wright's Domestic Manners and Sentiments besonders zu erwähnen sind. Die sentənsiz sollen den lernenden auf die gespräche vorbereiten : es wird ihm hier eine sorgfältige auswahl der gebräuchlichsten und unumgänglichsten idiomatischen ausdrücke, unter logische categorien geordnet, geboten. Nach den gesprächen kommt eine kleine geschichte aus dem alltagsleben, frei nach Hood's Gypsey Party bearbeitet. Zum Schluss habe ich ein kleines gedicht, ebenfalls von Hood, beigefügt, um den vollständigen übergang in die reine kunstform zu veranschaulichen. Letzteres habe ich natürlich ohne jede sonstige veränderung einfach phonetisch transcribiert.

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Die in diesem buche angewandte phonetische transcription ist nichts als eine weitere entwickelung meines Broad Romic nach den schon im Handbook of Phonetics s. 192 angedeuteten grundsätzen. Besondere sorgfalt habe ich auf die bisher fast gänzlich vernachlässigte satzphonetik verwendet. Ihr zu liebe habe ich keinen anstand genommen, die conventionelle worttrennung-wenigstens aus den texten-zu verbannen; in der grammatik und im glossar—wo es sich ja mehr um das individuelle wort handelt—habe ich sie vorläufig beibehalten. Bestärkt wurde ich in diesem verfahren nicht nur durch rücksichten der phonetischen consequenz, sondern auch durch praktische erwägungen. Die erfahrung zeigt nämlich, dass wer einmal gewöhnt ist, sich in einem ohne worttrennung geschriebenen texte zurechtzufinden, der wird auch der ebenfalls ohne worttrennung dahinfliessenden rede der eingebornen durchaus nicht so rathlos gegenüberstehen wie ein andrer, der nie gelegenheit gehabt, sich im worttrennen zu üben.

Dass die traditionelle orthographie keine berücksichtigung in diesem buche gefunden hat, bedarf wohl keiner rechtfertigung. Hat man die umgangssprache in rein phonetischer gestalt beherrschen gelernt, erst dann gehe man zum studium der schriftsprache in ihrer conventionellen orthographie über.

Die grammatische einleitung ist so knapp wie möglich gehalten. Alles als bekannt vorauszusetzende, oder aus den vorhandenen hilfsmitteln leicht zu ergänzende, ist nur flüchtig angedeutet. Dies gilt nicht nur von der syntax im allgemeinen, sondern auch von der einleitung in die lautlehre.

Einige abschnitte dagegen, die in den vorhandenen grammatiken entweder ganz ignoriert, oder in durchaus ungenügender, oft sogar irreleitender weise, behandelt wurden, habe ich eingehender behandeln müssen. Ich nenne beispielsweise die wichtige abstufungslehre, und die hier zum ersten mal in die syntax aufgenommene darstellung der betonungs- und modulationsgesetze. Ebenfalls bin ich bemüht gewesen, die syntaktischen eigenthümlichkeiten der verbalumschreibungen bestimmter und klarer als bisher geschehen hervortreten zu lassen, wenigstens in den hauptzügen.

Indem ich diesen schwachen versuch den deutschen fachgenossen übergebe, bitte ich sie denselben als ein zeichen meiner aufrichtigen verehrung und dankbarkeit gegen die deutsche wissenschaft wohlwollend anzunehmen.

Schliesslich sage ich herrn Dr. Wilhelm Scholle, in Aberystwyth, der meinen mangelhaften deutschen stil vielfach verbessert hat, hiermit herzlichsten dank.

HENRY SWEET.

LONDON, im April 1885.

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