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Unter den allgemeinen mineralogischen Bibliographien mit Ausschluss derjenigen Verzeichnisse, welche einzelnen speciellen

, Zweigen der Mineralogie gewidmet sind -- steht obenan Leupold's «Prodromus bibliothecae metallicae»). Es ist ein für seine Zeit sehr tüchtiges Werk, dessen Werth besonders dadurch erhöht wird, dass es dem Autor vergönnt gewesen ist, die meisten der aufgeführten Schriften selbst in Augenschein zu nehmen. Hierauf folgen die «Bibliotheca regni animalis atque lapidei» l) von Gronov(ius), ein seiner Zeit gleichfalls recht geschätztes Buch, und das von Krüniz zusammengestellte «Verzeichniss der vornehmsten Schriften von der Sündfluth, der Naturgeschichte der Berge überhaupt, den Seegeschöpfen und versteinerten Körpern auf den Bergen, und dem Blocksberge insonderheit»:), welchem letzteren, trotz mancher Mängel, dennoch ein gewisser Werth schon aus dem Grunde nicht abgesprochen werden darf, weil der Verfasser nicht allein selbstständig erschienene, sondern auch manche in anderen Werken eingedruckte und dadurch weniger bekannt gewordene Schriften berücksichtigt hat. Diesem zunächst stehen Gmelin's «Verzeichniss aller mineralogischen Schriften » 4) und Schall's «Anleitung zur Kenntniss der besten Bücher in der Mineralogie und physikalischen Erdbeschreibung » 5), ein nachlässig gear

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1) Jacob Leupold, Prodromus Bibliothecae Metallicae, Oder Verzeichnis der meisten Schrifften, so von Dingen, Die ad Regnum Minerale gezehlet werden, handeln, Als da sind: Die Metalle, Mineralien, Salien, Steine, Petrefacta, mancherley Erden, Und in Summa Aller Fossilien, Was hiervon, sowohl Historici, Physici, Chymnici, Medici, Mechanici, Juristen als auch Theologi geschrieben, Und was dergleichen Personen hiervon zu wissen nützlich ist. Leipzig 1726. 8. 2/2 Bogen.

Fortsetzung. Ebend. 8. % Bog.

Corrigirt, ferner fortgesetzt und vermehrt von Franc. Ernest. Brückmann. Wolffenbüttel 1732. 8. 176 S.

2) Laurentius Theodorus Gronovius, Bibliotheca regni animalis atque lapidei, seu recensio auctorum et librorum, qui de regno animali et lapideo methodice, physice, medice, chymice, philologice vel theologice tractant; in usum naturalis historiae studiosorum conscripta. Lugduni Batavorum 1760. 4. 326 p.

3) Johann Georg Krüniz, Verzeichniss der vornehmsten Schriften von der Sündfluth, der Naturgeschichte der Berge überhaupt, den Seegeschöpfen und versteinerten Körpern auf den Bergen, und dem Blocksberge insonderheit.

In: Neues Hamburgisches Magazin, oder Fortsetzung gesammleter Schriften aus der Naturforschung, der allgemeinen Stadt- und Land-Oekonomie, und den angenehmen Wissenschaften überhaupt. Halle und Leipzig. Stück 55. 1771. 8. S. 23–71.

4) Johann Friedrich Gmelin, Eintheilung des Mineralreichs von verschiedenen Schriftstellern, nebst einem Verzeichniss aller mineralogischen Schriften.

In: Des Ritters C. v.Linné vollständiges Natursystem des Mineralreichs, nach der 12. lateinischen Ausgabe, in einer freyen und vermehrten Uebersetzung, von J.F.Gmelin. 1. Th. 1777.8. 5.83–306. (Cf. Catal. bibl. hist.-nat. J.Banks.T.IV. p. 2.)

5) Carl Friedrich Wilhelm Schall, Anleitung zur Kenntniss der besten Bücher

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beitetes, lückenhaftes Werk,

Werk, von geringem bibliographischem Werthe. Die nächstfolgende Schrift von Reuss: «Mineralogische Schriftsteller von Böhmen» 6) ist die erste, welche uns die auf ein bestimmtes, abgegrenztes Gebiet sich beziehenden mineralogischen Schriften vorführt. Wesentlich höhere Ansprüche auf wissenschaftlichen Werth als alle bisher aufgezählten bibliographischen Arbeiten hat aber unstreitig das «Repertorium der mineralogischen, bergwerks- und salzwerkswissenschaftlichen Literatur»?) von Gatterer. Es enthält ein mit ganz besonderem Fleisse zusammengetragenes, sehr vollständiges Material, daher es nicht allein seiner Zeit sehr geschätzt gewesen ist, sondern auch gegenwärtig seinen Werth nicht ganz verloren hat. — Streng genommen zwar nicht hierher gehörig, als einzelner Theil eines dem Fache der Naturgeschichte gewidmeten bibliographischen Werkes (da hier auch der vierte, die mineralogische Literatur enthaltende Band von Böhmer's systematisch-literarischem Handbuche der Naturgeschichte und andere derartige Werke nicht angeführt worden sind), dennoch aber als bibliographisches Hülfsmittel von zu grosser Wichtigkeit, als dass seiner hier nicht mit Erwähnung gethan werden sollte, ist der von Dryander bearbeitete «Catalogus Bibliothecae historico-naturalis Josephi Banks»8), dessen Tomus IV. «Mineralogi» die Reihe der mineralogischen Bibliographien des XVIII. Jahrhunderts beschliesst. Die scrupulöse Sorgfalt und tiefeingehende Sachkenntniss, mit welcher Dryander den Katalog dieser überaus reichen und werthvollen Bibliothek zusammengestellt, in welchem er auch die in periodischen Schriften und Sammelwerken abgedruckten Abhandlungen und Aufsätze an den betreffenden Orten eingeschaltet hat, und die zur Uebersichtlichkeit wesentlich beitragende specielle, systematische

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in der Mineralogie und physikalischen Erdbeschreibung, nach chronologischer und geographischer Ordnung gesammlet und herausgegeben. Nebst einer Vorrede von Joh. Carl Wilh. Voigt. Zweite vermehrte Ausgabe. Weimar 1789 8. 9 Bl., 286 S., u. 7 Bl. Anhang.

(Es ist diese 2. Ausg. eigentlich nur eine Titelausgabe der u. d. Tit.: «Oryktologische Bibliothek nach geographischer Ordnung gesammlet» im J. 1787 erschienenen ersten Edition, welcher nur der einige Zusätze enthaltende An

hang hinzugefügt ist.) 6) Franz Ambros Reuss, Mineralogische Schriftsteller von Böhmen.

In seiner Mineralogischen Geographie von Böhmen, 1. Bd. Dresden 1793. 4. Einleitung: S. I–XIV. 7) Christoph Wilhelm Jakob Gatterer, Allgemeines Repertorium der mineralogischen, bergwerks- und salzwerkswissenschaftlichen Literatur, nebst beygefügten kritischen Bemerkungen über den Werth der einzelnen Schriften. Giessen 17981799. 2 Bde. 8. 11 Bl., 318 S. u. 11 Bl., 456 S.

8) Catalogus Bibliothecae historico- naturalis Josephi Banks. Auctore Jon Dryander. Tomus IV. Mineralogi. Londini 1799. 8. IX, 390 p., 13 foll. Ind.

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Gliederung, welche für die späteren Bibliographen fast mustergültig
geworden ist, haben diesem Werke den Charakter eines über die
Grenzen des Bibliotheksgebrauches hinausreichenden bibliographi-
schen Handbuches verliehen, und demselben für alle Zeiten einen
Ehrenplatz unter den naturwissenschaftlichen Bibliographien ge-
sichert.

Die erste hier in Betracht kommende bibliographische Arbeit
dieses Jahrhunderts ist Freiesleben's «Uebersicht der Littera-
tur von der Mineralogie, Berg- und Hüttenkunde vom Jahre
1800 bis 1815» 9), welche in zweiter, wesentlich vervollständigter

Auflage den Titel: «Systematische Uebersicht der Litteratur für

Mineralogie, Berg- und Hüttenkunde vom Jahre 1800 bis mit

1820» führt. Dieses Werk, welches die mineralogische Literatur der

ersten zwei Decennien dieses Jahrhunderts, und namentlich die deutsche,

in ziemlich genügender Vollständigkeit umfasst, ist wegen seiner sach-

kundigen und in Rücksicht auf Uebersichtlichkeit zweckmässigen Be-

arbeitung sehr empfehlenswerth. Dasselbe gilt von Kopp's “Litera-

tur der Mineralogie» 10), einer systematisch-alphabetischen Ueber-

sicht der selbstständig herausgegebenen Schriften bis zum Jahre
1812; ein den Schluss bildendes, von kurzen Personal-Notizen beglei-
tetes Verzeichniss der Autoren, Uebersetzer und Herausgeber trägt
mit zur Erhöhung des Werthes bei.

Nach einer langen Pause, während welcher keine einzige Schrift
die Presse verlassen hat, welche sich die Literatur der Mineralogie
und Geologie zur Aufgabe gemacht hätte, erschien im Jahre 1848 die
von Agassiz ursprünglich zu seinem Privatgebrauche angefertigte,
später aber, im Auftrage der «Ray Society» durch Strickland
und, nach dessen Ableben, durch Jardine weiter ausgearbeitete
«Bibliographia Zoologiae et Geologiae» 11). Der gefeierte Name

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des Verfassers und die vier starken Bände, welche nicht allein die selbstständigen Schriften, sondern auch Aufsätze und Abhandlungen einer reichen Auswahl von Journalen und periodischen Zeit- und Gesellschaftsschriften umfassen, müssen dieses, äusserlich überdies sehr splendid ausgestattete Werk beim ersten Blicke auf das Beste empfehlen; bei genauerer Durchsicht aber stösst man auf so zahlreiche Irrthümer und Ungenauigkeiten, dass man bald alles Zutrauen zu demselben verliert. Sehr störend ist ferner, bei der alphabetischen Reihenfolge, die Vereinigung der zoologischen und geologischen Schriften, während doch eine einfache Trennung dieser Disciplinen, oder eine systematische Uebersicht am Schlusse, – in der Weise, wie Pritzel eine solche im Thesaurus literaturae botanicae gegeben hat – die Brauchbarkeit dieses Buches sehr wesentlich hätte erhöhen können.

Noch während der Herausgabe dieser zoologisch-geologischen Bibliographie ging aus der K. K. Hof- und Staatsdruckerei zu Wien, mithin in der allbekannten anständigen äusseren Ausstattung, der Katalog einer mineralogischen Bibliothek hervor, welche hinsichtlich ihres Reichthúmes (die Zahl der Nummern des Kataloges beläuft sich auf 2869.) nur wenige derartige Büchersammlungen von gleichem Range neben sich haben dürfte. Es war der von Partsch mit gründlicher Sachkenntniss bearbeitete und von der K. K. Geologischen Reichsanstalt zum Druck beförderte «Katalog der Bibliothek des K. K. HofMineralien -Cabinetes in Wien» 12), der sich in Bezug auf Uebersichtlichkeit durch eine zweckmässige systematische Anordnung der Büchertitel auszeichnet. Da dieser Katalog hauptsächlich nur dazu bestimmt war, die Benutzung der Bibliothek zu erleichtern, so erklärt sich daraus leicht die für bibliographische Zwecke leider etwas zu grosse Kürze der Büchertitel. Immerhin hat dieses Buch ein lebhaft gefühltes Bedürfniss zum Theil wenigstens befriedigt, und würde eine Fortsetzung desselben gewiss von jedem Freunde der Wissenschaft freudig begrüsst werden.

Die hiermit geschlossene Uebersicht der mineralogischen Bibliographien rechtfertigt die oben ausgesprochene Behauptung, dass eine gründliche, dem heutigen wissenschaftlichen Standpunkte entsprechende mineralogisch-geologische Specialbibliographie eine bisher noch ungelöste Aufgabe geblieben sei. Nur durch die vereinten Kräfte mehrerer, nach einem und demselben Ziele strebender Bibliographen könnte diese Lücke möglichst vollständig ausgefüllt werden, da ein Einzelner, bei der mehr und mehr zunehmenden Masse der Literatur, ungeachtet grösstmöglichster Ausdauer und Arbeitskraft, eine so un

12) Katalog der Bibliothek des K. K. Hof-Mineralien-Cabinetes in Wien. Zusammengestellt von Paul Partsch. Herausgegeben von der Kais. Kön. Geologischen Reichsanstalt. Wien 1851. 4 XII, 232 S.

endlich mühevolle und umfangreiche Arbeit schwerlich auf eine, selbst den billigsten Anforderungen auf Vollständigkeit und Zuverlässigkeit genügende Weise zu Stande bringen dürfte.

Von dem lebhaften Wunsche durchdrungen, einen Beitrag zum einstigen Ausbaue eines solchen Werkes zu liefern, und durch denselben vielleicht zu ähnlichen Arbeiten aufzumuntern, begann ich bereits vor einer längeren Reihe von Jahren, die Literatur über die Mineralogie, Geologie, Palaeontologie, Berg- und Hüttenkunde Russlands zu sammeln. Es hatte sich bereits ein recht bedeutendes Material angehäuft, als unvorhergesehene Umstände eintraten, welche dieses mit Lust und Liebe zur Sache begonnene Unternehmen plötzlich hemmten. Um nun aber das Resultat jahrelangen Fleisses nicht ganz nutzlos liegen zu lassen, so fasste ich den Entschluss, doch wenigstens die ältere, bis zum Jahre 1800 reichende Literatur (allerdings einen sehr geringen Theil des vorhandenen Materiales), da dieselbe bereits in ziemlicher Vollständigkeit vorhanden war, der Oeffentlichkeit zu übergeben, in der Hoffnung, dass eine solche Vorarbeit vielleicht eine weitere Bearbeitụng der Literatur des 19. Jahrhunderts von anderer Seite her veranlassen möchte.

Auf solche Weise ist denn die gegenwärtige Arbeit entstanden, bei welcher ich nach so viel Vollständigkeit und Sicherheit der Angaben diesen beiden nothwendigsten Eigenschaften bibliographischer Verzeichnisse gestrebt habe, als sich dieses nach dem mir in den hiesigen Bibliotheken zugänglichen Materiale, und ohne unverhältnissmässigen Zeitaufwand thun liess. Es versteht sich daher von selbst, dass der bei weitem grösste Theil des hier Gegebenen auf eigener Ansicht, das Uebrige aber, wo mir diese nicht vergönnt war, auf sorgfältiger Prüfung der Quellen beruht, wobei ich bemüht gewesen bin, durch Vergleichung der verschiedenen Angaben unter einander sowohl, als auch mit dem Selbstgesehenen, Unbrauchbares auszuscheiden und Irrthümer zu berichtigen.

Ich erfülle hier eine mir sehr angenehme Pflicht, indem ich die besondere Förderung rühmend anerkenne, welche meine Arbeit der Liberalität verdankt, mit welcher mir Herr Akademiker Schiefner, Custos der Bibliothek der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, und Herr G. Berkholz, ehemaliger Bibliothekar in der Abtheilung der «Russica» der Kaiserlichen Oeffentlichen Bibliothek – gegenwärtig Bibliothekar an der Stadtbibliothek zu Riga –, während ich die genannten Bibliotheken ausgebeutet habe, stets auf das Bereitwilligste entgegengekommen sind.

Der Plan, welchen ich mir für das vorliegende bibliographische Verzeichniss entworfen und den ich bei der Ausarbeitung unverrückt im Auge behalten habe, ist nun folgender:

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