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Bäume nicht sogleich eingeschifft werden konnten, verweilte die Bounty sechs volle Nonate an den Geftaden jenes fruchtbaren Eilandes. Die üppige Lebensweise der Otaheitier wirkte verderblich auf die englischen Matrosen und löste die Bande der Zucht und Ordnung unter der Schiffsmannschaft. Christian, der geschickte Steuermann, erregte, als das Schiff wieder in See gegangen war, eine Meuterei gegen Bligh, bemächtigte sich mit 24 Mann des Schiffes und seßte den Capitän nebst 18 Gefährten in ein Boot aus. Die Meuterer wollten anfänglich nach Otaheiti zus aidkehren, fuhren aber dann nach der Insel Toubouai und, als sie mit den Bewohnern derselben kein freundliches Verständniß anknüpfen konnten, steuerten fie, gegen Christian's Willen, nach Otaheiti. Hier war jedoch kein sicherer Aufenthalt für die Empörer, deßhalb entschloß sich Christian, eine unbekannte und unbewohnte Insel aufzusuchen. Mit acht seiner bisherigen Gefährten, sechs Otaheitiern und mehren Weibern, schiffte er sich ein. Aus Carteret's Reise (1767) kannte er die Bitcairninsel und hier landete er am 23. Januar 1790. Es wurde eine Ansiedlung gegründet, Hütten erbaut und die Insel in gleiche Theile vertheilt, von denen aber die farbigen Gefährten Nichts erhielten, sondern als Sklaven für die Weißen arbeiten mußten. Die Ansiedlung gelangte rasch zur Blüthe und in den ersten Jahren lebten die Weißen und Farbigen friedlich zusammen. Einer der Engländer hatte sein Weib verloren und drohte nun die Ansiedlung zu verlassen, wenn man ihm nicht ein anderes Weib gebe. Seine Gefährten wollten dies verhindern und vangen einen Otaheitier, seine Frau dem ungeduldigen Europäer zu überlassen. Dies reizte die Indier, sie fannen auf Rache, es erfolgte ein wilder Kampf, worin mehre Engländer blieben. Die Weißen benüßten die folgende kurze Friedenszeit, um die Otaheitier nach und nach aus dem Wege zu räumen. Nach beendigtem blutigem Zwiste befanden sich, ausser John A., noch drei Europäer, zehn otaheitische Beiber und mehre Kinder auf der Insel. Zwei der Europäer verloren, der eine in berauschtem Zustande durch Sturz von einem Felsen, der andere durch die Hand feiner Gefährten ihr Leben und 1799 waren A. und Young die einzigen Männer, welche aus diesem blutigen Drama mit dem Leben davongegangen waren. Beide Männer hatten ein ernstes Gemüth, auf welches die Erinnerung an die furchtbaren Auftritte, die sie erlebt hatten, einen nachhaltigen Einfluß ausübte, so daß sie in fich gingen und für Bildung und christliche Erziehung des heranwachsenden Geschlechtes u sorgen beschlossen. Jeden Sonntag wurde fortan Gottesdienst gehalten, Morgenand Abendandachten in den Familien eingeführt und die Kinder im Christenthume terrichtet. Young starb 1801 und A. war nun das Haupt der kleinen Colonie. Unter seiner patriarchalischen Herrschaft gestalteten sich die Verhältnisse der Ansiedz lung recht günstig. Die Erziehung und Bildung der Kinder hatten den besten Fortgang und christliche Sitten und Gewohnheiten befestigten sich immer mehr. Gegen Vater A. bewiesen alle Inselbewohner die größte Zuneigung: ein Beweis für die umsicht, womit jener die Ansiedlung leitete. Dunkele Gerüchte von der mafwürdigen Colonie waren indessen nach England gedrungen und zu Anfang dieles Jahrhunderts erschien ein englisches Schiff an der Küste von Pitcairn-Eiland, 1814 berührte auch der Befehlshaber der englischen Fregatte Breton auf der Fahrt ad Chili die Insel und dieser Seemann brachte zuerst verlässige Nachrichten über fleine Reich des ehemaligen Matrosen A. mit. Als der Breton bei der Pitcairninsel landete, bestand die Ansiedlung aus 48 Menschen. Der Capitän machte den Vorschlag, mit nach England zurückzukehren, wo er ihm Verzeihung für the Theilnahme an der Meuterei auf der Bounty auszuwirken hoffte, aber die Infalaner baten den Capitän unter Thränen, ihnen den guten Vater A. zu belassen. Otto von Kozebue, welcher im Auftrage der russischen Regierung eine Entdeckungsreise im stillen Oceane unternahm, fand auf Otaheiti eine frühere Bewohnerin der Bitcairninsel, die über den Patriarchen A. das Urtheil fällte, daß kein Mensch auf ter ganzen Welt würdig sei, ihm an die Seite gestellt zu werden. Im Dezember 1825 besuchte der englische Seemann Buchen auf seiner Fahrt nach der Beringsraße die Insel. A., damals über 60 Jahre alt, aber noch immer rüftig, kam an

Bord des englischen Schiffes, nachdem er seit seiner Ansiedlung auf der Insel nie mals wieder ein europäisches Schiff bestiegen hatte. Seine Matrosentracht, die äußere Haltung, welche er beobachtete, erinnerten deutlich an den frühern Seemann. Die Bevölkerung der Insel bestand damals aus 66 Personen, worunter zwei neue Ansiedler waren. Bei dem raschen Wachsthume der Bevölkerung konnte der bes schränkte Theil anbaufähigen Landes bald nicht mehr für den Unterhalt der Colo nisten genügen und Vater A. bat daher den Capitän Buchen, der englischen. Regierung von jenem Umstande Kenntniß zu geben. Unter den Ansiedlern fand Buchen einen gewissen John Buffet, der mit einem fremden Schiffe an gekommen und aus freiem Entschlusse unter den glücklichen Insulanern zu rückgeblieben war. Dieser vertrat die Stelle eines Geistlichen und Lehrers. Bei dem Sonntagsgottesdienste sprach A. die Gebete und Buffet las eine Predigt vor. Buchen mußte vor seiner Abreise A. mit seiner blinden und franken Frau nach den Gebrauchen der englischen Kirche trauen, weil dies, wie der alte Mann sagte, zur Beruhigung seines Gewissens dienen würde. A. starb nach einer kurzen Krankheit den 5. März 1829, im 65. Lebensjahre. Sein Bildniß ist in „Buchey Narrative of a voyage to the Pacific and Beering's straits," London 1831. Vergl. auch: ,.John Barrow, the eventful history of the muting and piratical seizure of H. M. S. Bounty," London 1832. C. Pfaff.

* Adams, John Quincy (Hauptwerk, A. 3), starb den 7. März 1848 in der geseßgebenden Versammlung zu New-York, vom Schlage gerührt. Seine Leiche wurde in feierlichem Zuge nach Quincy gebracht, wo man seine Beisetzung mit der allgemeinsten Theilnahme beging; denn Jedermann fühlte, daß ein großer Mann dahingegangen war, und daß Georg Washington nicht zu viel gesagt hatte, wenn er schon 1797 Adams als den schäßenswerthesten öffentlichen Charakter, den Ames rika im Auslande habe, und als den fähigsten Mann des ganzen diplomatischen Korps bezeichnete.

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Adamsbrücke, die, heißt eine Sandbank, oder vielmehr eine Reihe von Sandbänken, welche von der der Präsidentschaft Madras unterworfenen Insel Ramis, seram nach der zu Ceylon gehörenden Insel Manaar sich hinzieht und nur zur Fluthzeit vom Meere bedeckt ist, so daß man zur Zeit der Ebbe bequem hinübergehen kann. Um nur ein Beispiel anzuführen, wurden im 3. 1797 auf ihr 176 Eles phanten von Ceylon hinübergetrieben.

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Adamson, Patrik, geboren zu Perth 1543, gest. 1591, studirte auf der St.S Andreas-Universität, wurde Lehrer auf dem Lande und begleitete einen jungen, vor nehmen Mann nach Paris, um ihn bei seinem Studium der Rechtskunde zu leiten. Mit Mühe entkam er mit seinem Pflegebefohlenen den Gefahren der Bartholomäus nacht, wurde bei seiner Rückkehr Prediger zu Paisley und, in Folge seines Eifers ~ für die Hochkirche, obwohl mit großen Schwierigkeiten, Erzbischof von St.-Anbrews u. erwarb sich die Gunst des Königs Jakob, der ihn als Abgeordneten an die Königin Elisabeth von England sandte (1583). Dies schüßte ihn indeß nicht gez gen die Verfolgungen der Presbyterianer; er wurde auf einer Synode zu St. An brews excommunicirt und starb in Dürftigkeit. Seine Schriften (eine metrische Uebersetzung des Hiob, der Klagelieder Jeremiä u. a.) sind gesammelt von seinem Schwiegersohn Thom. Wilson, 1619, 4.

Adel, die Küste, macht mit der Küste Ajan (s. d.) die östlichste Spiße vonAfrika aus. Sie reicht von Abyssinien bis zum Kap Gardafui, und wird von den Somaulis bewohnt, einem schön gebildeten Volke, das sich theils mit Viehs zucht, hauptsächlich aber mit Schifffahrt und Handel beschäftiget. Das alte, früher fehr berühmte Königreich Adel übte im 16. Jahrhunderte seine Herrschaft über diesen ganzen Küstenstrich aus. Jezt ist es in mehre kleine Staaten zerfallen, die von muhamedanischen Häuptlingen regiert werden. Der wichtigste Handelsplaß der Küste ist Berbera, am Meerbusen von Aden und der arabischen Stadt Aden gegenüber.

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* Adel. Die Februarrevolution des Jahres 1848 mit ihren Folgen ist bem

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deutschen A. im höchsten Grabe ungünstig geworben. Man mag sagen, was man will, man mag fich da und dort für die Zustandebringung oder Aufrechthaltung bes rein monarchisch constitutionellen Prinzips abmühen, so viel man will: die eigentliche Basis, auf der unser modernes Staatsgebäude aufgeführt wird, ist eben doch nichts Anderes, als die Demokratie. Was sollte nun der A. in einem rein demokratischen Staate? welche Stellung konnte man ihm, dem bisdaherigen Vermittler zwischen Volk und Krone, da anweisen, wo das souveräne Volk keinen Mittelsmann, am allerwenigften einen geborenen, mehr wollte? Die Entscheidung A fonnte gar nicht anders ausfallen, als sie ausgefallen ist. Die Vorrechte des A.s, seine Steuerfreiheit, seine Befreiung vom Militärdienste, fein privilegirter Gerichtsstand, seine Patrimonialgerichtsbarkeit, seine Lehensgelder, mußten als politische Borrechte, die nunmehr mit dem gefeßlich ausgesprochenen Grundsaße der rechtlichen Gleichheit aller Staatsbürger nicht vereinbar sind, aufgegeben werden. Dagegen schießen alle diejenigen Anträge, welche, neben der politischen, auch die sociale Stellung des A.s aufzuheben bezwecken, über das Ziel hinaus; denn die geselligen Verhältnisse liegen ausserhalb des Bereiches der Gesetzgebung und werden von ihren Beschlüssen nicht berührt, wie die Erfahrung aller Länder zeigt. Jede sociale Bevorzugung beruht auf der Idee, darauf, daß fie von der öffentlichen Meinung als selche anerkannt wird. Der gesunde Sinn des Volkes beugt sich vor Geburt, Reichthum und Stand, als solchen, nicht; er achtet den Reichen, der sich durch Thätigkeit und Klugheit ein Vermögen erworben hat, das er vernünftig verwendet; ar achtet den Abeligen, der einem historischen Namen Ehre macht; er achtet den Stand, ber sich auf Verdienste stüßt, aber er verachtet unrechtmäßig erworbenen Reichthum, er verachtet einen Stand, der für schimpfliche Dienstleistungen verliehen wurde, er verachtet hohe Adelstitel, gegen die das gemeine Betragen des Inhabers im Widerspruche steht. Wenn Kriecherei und Lakaienthum anders denken, so ist nicht zu vergeffen, daß diese sich unter allen Umständen ein Gößenbild suchen werden, dessen Anbetung materiellen Gewinn bringt. Kein Gesez kann krumme eihe von Stöde gerabe machen. Aus diesem Grunde können wir auch von den Anträgen, Radaß es jedem Bürgerlichen gestattet werden solle, sich nach seinem Gutbünken Adelstitel beizulegen," den gehofften Erfolg nicht erwarten. Diese selbstgeschaffenen beligen würden keine Anerkennung ihrer Würde finden und sich nur dem allge meinen Gelächter preisgeben. Ein anderer Vorschlag will, daß der Verlust des sals Strafe aus den Gefeßen wegfalle und dieser Vorschlag ist in seinem Rechte. Jeder Stand mag seine Verbrecher behalten. Eine dritte Meinung, daß menigftens feine neuen Adeligen kreirt werden sollen, hat mehr gegen, als für sich, tenn der Abel ist zu zahlreich, als daß er durch diese Beschränkung auf sich selbst misterben könnte. Es ist und bleibt immer ein heiliges Gefühl des Menschengeschlechtes, auf seine Ahnen zurückzublicken; die historischen Namen sind auf's Janigfte mit unserer Geschichte verwachsen, sie bilden einen Theil ihres Glanzes; barum laffe man sie bestehen und begnüge sich, die Privilegien abgeschafft zu haben. auch wäre mit dem Namen der Ädel selbst Nichts weniger, als vertilgt. Man at in der ersten französischen Revolution den Adeligen nicht nur ihre Namen, ondern selbst ihre Köpfe genommen und doch hat Napoleon einige Jahre später nelt von wieder nach den Trägern der alten historischen Namen umhergesucht, weil er sie für einen nothwendigen Bestandtheil des Staates hielt. Es wäre wieder die alte Polizeiftaatsgefeßgebung, eine wahre Herrschaft der Despotie, wenn man den A. Stand aufhobe, wenn man durch gewaltsames Ausjäten so vieler großen Erinnerungen Tabula rasa in der Geschichte machen wollte. Nimmt man dem

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1. seine Vorrechte, dann hat er unter allen Vernünftigen im Volke gewiß keinen

Adelaide, Port in Südauftralien, eine rasch aufblühende, englische Colonie am Torrens fluffe, mit der 1837 begründeten Stadt Adelaide, die überaus schnell aufblüht, jest schon über 10,000 Einwohner zählt und nach einem großartigen, bonen Plane angelegt ift. A. hat Kirchen für alle Confeffionen, viele Schulen,

worunter auch eine für die Eingeborenen, mehre Druckereien, eine Bank, Theater, Musikhalle, Kaserne, ein schönes Gouvernementsgebäude und, was civilisirten Staaten nicht fehlen darf ein Gefängniß (!). Das Andenken des Gründers von

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A., des Obersten Torrens, ist verewigt durch ein mitten in der Stadt errichtetes Monument. Eine Stunde unterhalb A. befindet sich der Hafen, welcher die größs ten Schiffe Europa's aufnehmen kann und den eine, durch das Dorf Alberttown i ziehende, Straße mit A. verbindet. Indessen wird jeßt bereits eine Eisenbahn an die Stelle jener Straßenverbindung getreten seyn. In der Umgebung der Stadt A. find deutsche Colonien begründet worden und ein Theil der Auswanderung aus unserem Gesammtvaterlande hat seine Richtung nach jenem Punkte genommen. Im Januar 1839 kamen die ersten Deutschen, preußische Altlutheraner, welche wegen Beschränkung ihrer Glaubens und Gewissensfreiheit durch die Ge waltmaßregeln der preußischen Bureaukratie zum Auszuge aus der Heimath veran laßt worden waren, in Südaustralien an. Eine Gesellschaft achtbarer Männer, die dort Land erworben hatten, überließ diesen Einwanderern größere oder kleinere Parcellen zu einem durchschnittlichen Preise von 3 Schilling (2 fl. 6 fr.) per Acre jährlich in Pacht auf die Zeit von 7-14 Jahren, unter der Bedingung, daß die Pächter binnen der Pachtzeit das Eigenthum zu 3 Pfd. Sterling (36 fl.) per Acre ankaufen könnten. Auf diese Weise wurden 600 Deutsche angesiedelt, die bald als die fleißigsten und friedfertigsten Arbeiter gerühmt wurden. Gegen wärtig bestehen in der Nähe von A. fünf deutsche Niederlassungen: Klemzig, Hahndorf, Lobethal, Bethanien und Langmeil, in denen sich bis 1845 bereits gegen 2000 deutsche Einwanderer niedergelassen hatten. Im Oktober 1845 segelte das Schiff Washington mit 250 Passagieren von Bremen ab und von diesem Jahre an wurde eine regelmäßige Verbindung zwischen Bremen und A. unterhalten und deutsche Auswanderer dorthin geführt, unter denen sich 1847 auch ein Arzt, Dr. Bayer aus Erlangen, befand. Der Senat der freien Hansestadt Bremen erkannte die Wichtigkeit jener Colonie und ernannte Herrn H. E. Stade mann zum Consul in A. Für deutsche Bergleute scheint Südaustralien ganz be sonders als Ziel der Auswanderung empfehlbar zu seyn, da es einen unerschöpf lichen Reichthum an Kupfer und Blei besißt und fast jedes von A. kommende Schiff Nachricht von der Entdeckung neuer Kupfer- und Bleiminen bringt. Ausser. dem hat man Quecksilber, Silber, ja sogar Golbadern entdeckt. Deutsche Bergleute verdienen dort fünfmal so viel, als in Deutschland und, da der Lebensunter halt billig ist, ausserdem aber keine Abgaben zu bezahlen sind, so ist es einleucht end, daß ein Jeder, welcher fleißig und sparsam ist, es dort zu einigem, wenn auch mäßigen, Wohlstande bringen kann. Ackerbautreibende finden in A. leicht u. schnell ihr Fortkommen, der Tagelohn wird sehr gut bezahlt und der geringste ift 40 Sgr. per Tag. Deutsche Arbeiter sind den Engländern sehr willkommen und werden häufig schon zur Arbeit angenommen, bevor sie nur das Schiff ver lassen haben. Tüchtige Handwerker, besonders Tischler, Schmiede, Maurer und Zimmerleute, Schuhmacher, Schneider, Korbmacher und Klempner finden in A. reichliches Auskommen und sind gesucht. Weibliche Dienstboten und in weiblichen Arbeiten, wie Nähen und Puhmachen, erfahrene Personen werden hoch bezahlt. Die Seereise nach Port A. ist im Allgemeinen nicht mit vielen Strapazen ver bunden und die Schiffe von Bremen nach A. gebrauchen zur Fahrt vier Monate, von denen März, April, Mai und Juni die zweckmäßigsten zur Abreise aus Deutschland sind. Die deutsche Auswanderung nach Port A. ift in ftetem Zu nehmen begriffen und im Augenblicke rüsten sich ganze Gesellschaften von Aus wanderern aus Berlin, um über Hamburg dorthin abzugehen.

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C. Pfaff.

Adelaide, Eugenie Louise, Prinzessin von Orleans, wurde den 30. August 1777 im Palais Royal zu Paris geboren u. unter der Leitung der berühmten Frau von Genlis (f. d.) erzogen. Als der Sturm der Revolution die Familie Orleans zerstreute, suchte A. mit Ludwig Philipp, einem ihrer Brüder, ein Asyl in der Schweiz, wo die Prinzessin und Frau von Genlis im Kloster ber heil. Clara bei

Bremgarten aufgenommen wurden. Hier blieb A. bis 1794 und begab sich sodann nach Ungarn zu ihrer Tante, der Prinzessin von Conti, hierauf zur Herzogin von Orleans nach Figueras. Im Jänner 1800 hatte sie die Freude, sich mit ihren brei Brüdern, welche inzwischen in Amerika gelebt hatten, wieder vereiniget zu sehen. Sie hielt sich mit ihnen bis zum Tode der Herzöge von Montpenster und Beaujolais in England auf und ging nach diesem schmerzlichen Verluste mit dem allein noch lebenden Bruder Ludwig Philipp nach Palermo, wo jener im J. 1809 die Tochter Ferdinand's IV. von Sicilien heirathete. A.s Schicksale unterlagen noch mancherlei Wechselfällen, bis sie endlich mit den Bourbonen wieder den Boden des Vaterlandes betrat, welchen sie so lange hatte meiden müssen. An dem Thronwechsel im J. 1830 nahm fie einen wesentlichen Anthell, und sie war es, tie durch ihre Entschiedenheit in einem Augenblicke, wo Ludwig Philipp eine offenbare unschlüssigkeit fund gab, die Krone auf die Stirne ihres Bruders seßte. Ueberhaupt übte fie auf diesen einen wesentlichen Einfluß aus und somit auch auf bie öffentlichen Angelegenheiten, seitdem Ludwig Philipp den Thron bestiegen hatte. Sie war eine Frau von reicher Erfahrung, festem Urtheile und ruhigem Muthe, die untrügliche Rathgeberin des Hauses Orleans, auch die bereitwillige Helferin, indem sie aus ihrem ungeheuren Vermögen für diejenigen Mitglieder der Familie orgte, welchen die Deputirtenkammer noch keine Landesunterstüßung ausgeseßt. Im Dezember 1847 wurde sie von der Grippe befallen, welche im Verein mit einem Lungenübel, an dem sie schon längere Zeit litt, ihre Kräfte aufrieb und am 30. des genannten Monates ihren Tod herbeiführte. A. war seit vielen Jahren im Geheimen mit dem General Athalin, Pair von Frankreich und Adjutanten des Königes der Franzosen, verheirathet. Mit ihr scheint der Glücksstern des Hauses Deleans erloschen zu seyn, denn bald nach ihrem Hinscheiden verlor dieses nichts Beringeres als den Thron von Frankreich.

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Adelbold, Bischof von Utrecht, erhielt seine Bildung zu Rheims durch Gerbert, den nachmaligen Papst Sylvester II. und zeichnete sich frühe durch Talent und kenntnisse aus, so daß König Heinrich II. ihn zu seinem Kanzler und 1018 zum Bischof von Utrecht ernannte. Ein Zwift mit dem Grafen Dietrich III. fiel zum Rachtheile des Bischofs aus und er mußte alle von ihm erworbenen Befizungen anerkennen. Werke des Friedens zeichnen ihn aus; die Kathedrale von Utrecht erdankt ihm ihre Erneuerung und wurde in Gegenwart des Kaisers von 12 Bihofen feierlich eingeweiht; auch die Collegialkirche in Rühl verdankt ihm ihre mstehung und bis an seinen Tod war er thätig für das Wohl seines Bisthums. Er starb ben 27. November 1027. Von seinen Schriften ist uns nur Weniges brig; wichtig ist ein Bruchstück vom Leben Heinrichs II. (der erste Theil) bei Grefer Divi Bambergenses, Ingolstadt 1611 und in Leibnit Script. Bruns-.

wic. T. I.

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* Adelsberg (Band I. S. 133). Literatur der Abelsberger Höhle. Fr. Graf von Hohenwart: Wegweiser für die Wanderer in die berühmte Abelsberger und Kronprinz-Ferdinands-Grotte 2c. und Al. Schaffenrath's Ansichten der en, Laibach 1830; Agapito: Le Grotte di Adelsberg, Vienna 1823; Brogeognostische Bemerkungen über die Höhlen bei Adelsberg in der Bibliotheca taliana T. XXV.

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Adzreiter, Johann, auf Tettenweis, ist in Rosenheim 1576 geboren, ward Ingolstadt Lizentiat beider Rechte und trat 1625 als wirklicher Hofkammerin die Dienste des Kurfürsten Marimilian I., der Talente und Geschäftsinner zu suchen und zu würdigen verstand. 1638 erhielt er die Aufsicht über die tarfürftliche Urkundenkammer, 1639 das Amt des Unterfanzlers im geheimen Rathe it 1875 ft. Geldbesoldung. Er starb zu München am 17. Mai 1642. Als Analift und unermüdlicher Forscher ist er noch heute einer der besten Leitsterne für ten bayerischen Geschichtschreiber.

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Admont, Marktflecken mit 1200 Einwohnern, im Judenburger Kreise der Cherfteiermart, an der Enns. Das Benediktinerkloster daselbst ist eines der schön

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