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108) Dyalogue, B. III. cap. XVI. fol. XCIII. b. col. 2. XCVIII. b. col. 1.

109) Ibidem, B. III. cap. IX. fol. LXXXI. a. col. 2. fol. LXXXI. b. col. 2.

110) Ibidem, B. III. cap. VIII. fol. LXXIX. b. col. 1. LXXXI. A.

B. I. fol. III. b. col. 2.
111) Hall, fol. CLXXXVI. a. in fine.
112) Holinshed, p. 913. col. 2.

113) Hall, fol. CLXXXVI. a et b. Stow, p. 554. col. 1. init. Strype, Memorials of Cranmer. B. I. cap. XXI. p. 8. Sammlung merkwürdiger Lebensbeschreibungen 2. p. 433. Lit. G.

114) Tyndals Mitarbeiter waren, nach Strype, I. cit. Joye und Constantine. Strype glaubt, die Ueberseßung rey zu Hamburg oder Antwerpen gedruckt worden, im Jahre 1526. Im selben Jahre Tunstalls Aufkauf der Bibel, und Verbrennung aller Eremplare zu St. Pauls - Kreuz. 1530 gab Tyndal sein Werberiertes neues Testament heraus, randte viele Eremplare davon nach London, an seinen Bruder, John Tyndal, und Thomas Patmore zur Verbreis tung. Diese wurden darüber eingezogen, und nach einem Spruche in der Sternkammer Sir Thomas More war damals Lord: Kanzler verurtheilt; to ride with their faces to the Horse Tail, having Papers on their Heads, and the New Testament and other Books, which they dispersed, to be fastened thick about them, pinned or tacked to theier Gowns or Clokes, and at the Standard in Cheap themselves to throw them in to a Fire, made for that purpose: and them to be fined at the Kings pleasure. Die vollständige Bibel, sagt die Sammlung u. Lit. G. sey erst 1535 erschienen, in Folio. Strype, p. 82., dagegen giebt 1537. Sie sey Mathews - Bible genannt worden.

115) 1530.
116) Siehe Literatur II.« More's englische Werke » von lit.

- lit. kk. inclusive, wo die Aufzählung derselben. Fragmente aus ihnen finden sich bei Stapleton und More divers. loc.

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Während Sir Thomas, ungeachtet seiner vielfachen Amtsgeschäfte und der Sorge für sein Hauswesen, eifrigst bemüht war, dem Eindringen und Umsichgreifen der neuen Lehre auf die vorbezeichnete Weise entgegen zu arbeiten, und die Anhänglichkeit an die Lehren der katholischen Kirche selbst in wankend gewordenen Gemüthern zu bes festigen; drohte ein furchtbares Ereigniß die Erschütterung und den völligen Umsturz des alten Glaubens in England, der allmählich durch die Folgen desselben hers beigeführt wurde. Nämlich die Ehescheidungsges schichte Heinrichs VIII.

More griff nie lebhaft in diesen fast ganz Europa in Bewegung regenden Ehescheidungsstreit: denn vom Könige aufgefordert, hatte er nur seine Meinung über die Gültigkeit oder Nichtigkeit der ersten Ehe abzugeben. Zeigte er sich der Trennung geneigt, so war es dem brünstigen Heinrich VIII. desto willkommener, daß ein Mann von solcher Achtung und solchem Gewichte, auf dessen Urtheil ganz England zu horchen gewohnt war, die Ausbrüche seiner Leidenschaft gut hieß ; äußerte er sich dagegen, so gab es eine Menge anderer Räthe, die sich gern dem königlichen Willen schmiegten "). Nichts destoweniger liegt im Streite über die Scheidung von Catharinen, More's Erhöhung zum ersten Staatsamte nach dem Herrscher, aber auch in den Fol: gen ?) dieser Angelegenheit fein blutiges Ende sein Märtyrthum.

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Der Anfang der englischen Reformation ist ferner an den Ehescheidungs-Proceß geknüpft. In keinem Lande war der Gang, welchen die Reformation genommen, so sehr von den Neigungen und leidenschaften der Herr's scher und deren Umgebung abhängig, als in England. Während in Teutschland Alles vom Volke und dessen Führern ausging und sich durch diese fortbildete, warð die neue Lehre auf der britischen Insel durch die Re: genten jest theilweise begünstigt, - jeßt theilweise unter: drückt, hierauf hochgehoben, alsdann leidenschaftlich vers folgt, bis erst unter Elisabeth ihr der vollkommene Sieg, die unbestrittene Herrschaft verblieb. Freilich unter Formen, die bedeutend abwichen von jenen in anderen Staaten des Festlandes, wo sie Platz gegriffen hatte 3).

Der Streit über die Gültigkeit von Heinrichs VIII. erster Ehe war auf folgende Weise entstanden:

Arthur, der älteste Sohn Heinrichs VII., hatte sich in zarter Jugend mit Catharinen, der vierten Tochter Ferdinand des Katholischen und Isabellens, vermählt, und war nach wenig Monaten vom Tode hinweggerafft worden. Daß diese Ehe nie vollzogen worden, ist durch die feierliche Betheuerung Catharinens vor' dem Gerichtshofe der Legaten und dem Könige selbst außer Zweifel gesegt 4). Politische und finanzielle Rücksichten bewogen die Höfe von Spanien und Engs land, an eine Vermählung der Wittwe Arthurs mit ihrem Schwager Heinrich, dem Prinzen von York und, nach des Bruders Tode, dem Thronerben von England zu denken, und selbe bald möglichst auszuführen. Die deshalb nöthige Dispensation des Papstes hob alle Schwierigkeiten, welche sich rücksichtlich einer Heirath mit des Bruders Wittwe etwa erheben konnten. Auf Befehl fei

nes Vaters protestirte zwar der fünfzehnjährige Heinrich feierlich gegen jeden Contract, den er vor dem Beginne seiner Majorennität eingegangen, als geseßlich nicht bindend, wodurch die projectirte Verbindung mit Catharinen gefährdet erschien, allein dies beabsichtigte von Seite des Staatsklugen Heinrichs VII. nichts weiter, als seinen Sohn von jeder früheren Verbindung unabhängig, und Ferdinand den Katholischen für anderweis tige Plane willfährig zu machen 5).

Unbedenklich und auf die Dispensation des Papstes gestüßt, vermählte rich der achtzehnjährige Heinrich am vier und zwanzigsten Junius des Jahres 1509 mit Catharinen, damals im Alter von sechs und zwanzig Jahren 6). Die persönliche Anmuth der neuen Königin, erhöht durch die liebenswürdigen Eigenschaften ihres Herzeno, fesselten eine Zeitlang Heinrich VIII., und sie gebar ihrem Gatten drei Söhne und zwei Löchter, welche, mit Ausnahme Maria's, in der Kindheit starben ?). Doch als die körperlichen Reize in Folge des Gebärens gelitten hatten, als Krankheiten 8) ihn von seiner Gattin zurückschreckten, da machte sich ihm der Abstand des Alters erst recht fühlbar. Was hätte auch Catharinens unbescholtene Tugend über Heinrichs mächtige Sinnlichkeit vermocht, welche bald anderss wo Befriedigung suchte und fand ? Auf Elisabeth Taillebois, John Blounts Tochter 9), folgte in der Gunst des Königs Maria, die Tochter des Thomas Boleyn, welche wieder durch ihre jüngere Schwester, Anna, verdrängt wurde 10). Diese gewandte, schlaue und ehrgeizige Person behauptete volle neun Jahre 11) hindurch die Herrschaft über Heinrichs unbeständiges Gemüth. Am französischen Hofe erzogen, wohin sie sieben Jahre alt mit Marien, der Schwester des Königs von England und fudwigs XII. Gattin, als Ehrendame ges fommen war, konnte ihrem natürlichen Scharfblice der Einfluß nicht entgehen, welchen reizende, geistvolle Weiber auf den Monarchen, den ritterlichen Franz I., und dadurch auf die Staatsangelegenheiten übten. Dort ward sie vertraut mit jenen unheilvollen Künsten weiblicher Intrigue, die das Wohl der Nationen von den faunen einer Maitresse abhängig machen.

Nach England heimgekehrt 12) zählte sie bald durch ihre lebhaftigkeit, durch den Zauber ihres Umganges, durch ihre Talente im Singen und Tanzen zu den gefeiertesten Schönen des ganzen Hofes. An der Spige ihrer Anbeter stand Piercy, des Grafen von Northums berland Sohn 13), dem es glückte, mit Annen sogar eis nen Ehevertrag einzugehen. Die Kunde davon ents larvte den eigentlichen Liebhaber - König Hein: rich VIII., welcher voll eifersüdytigen Zornes den Contract vernichten ließ, und seinen Nebenbuhler durch eine plößliche Heirath mit einer Tochter des Grafen Shrewsbury zu entfernen wußte. Das Interesse des Königs an der jugendlichen Anna lange vor Anregung des Ehescheidungsstreites vermag nicht geläugnet zu werden 24).

Nach einem solchen Vorfalle erkannte sie, durch ein kostbares Geschenk von Juwelen noch mehr aufgeklärt, des Monarchen Neigung 15). Ihr Vater ward zum Viscount von Rochefort am 18. Junius 1525 16) erhoben. Die listige und durch der älteren Schwester Loos gewißigte Anna suchte des Königs Leidenschaft, sobald er ihr dieselbe entdeckt hatte, auf die vortheilhafteste Weise für sich zu benußen. Nie werde sie sich dazu verstehen, des Königs Buhldirne zu seyn. Was er begehre, könne

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