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waren, sagte ihm der Herzog: Bei der Meije! Mr. More, es ist ein gefährlidies Ding, mit Fürsten zit streiten; deshalb rathe ich Euch, des Königs Willen nachzugeben: Denn, bei Gott! Mr. More, Indignatio principis mors est. » «Ist das Alles, Mylord ?» sagte Sir Thomas. Dann ist in Wahrheit zwischen Euer Gnaden und mir nur der Unterschied, daß ich heute, und Shr morgen sterben werdet. »

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A n mer funge n.

1) Hierüber

siebe. a) Brief More's an den König. Bei Levis Nro. III. p.

107 — 110. b) More's Brief an Grom well in Bezug auf seine Ver:

hältnisse zur Nonne von Kent. Bei Burnet Vol. II., Collec

tion of Records, Nro. 21. c) 2ter Brief More's an Cromwell, bei Lewis, Nro. IV.

p. 112.

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d) Journals of the House of Lords. I. p. 72. col. 2.
e) Statutes of the Realm. III. p. 450.
f) Roper p. 71 74. 80.
g) Staplet. cap. XV. p. 51–54. col. 2. Cap. III. 12.
h) Hoddesd. p. 101 - 120.
i) More. p. 231 — 245.
2) Roper p. 73. “ preferrer of this Suite. »

3) Ueber die holy Maid of Kent siehe ferner Burnet I. B. II. p. 149 — 153. Collier II. p. 86., col. 2. Lingard VI. p. 230. seqq.

4) 7 Monate nadyher sollte er sterben.
5) Statut. of the Realm III. p. 450. finden sich die Namen.
6) Im April 1534.

7) Misprision of Treason S. Harleian Miscell. V. p. 303. chap. III.

8) Lewd.

9) S. Journal of the House of Lords I. p. 72. col. 2. Tag : die Veneris, sexto die Martii. Qua quidem Billa, sic lecta, memorati Domini esse consentaneum excogitaverunt, ad cognoscendum an cum Regio animo quadrare potest, ut Thomas More, Miles, ceterique in dicta Billa secum nominati

coram Dominis in Regio Senatu secus nuncupat. The stere Chamber, accersantur ad audiendum quid pro se ipsis dicere possint.

10) Ueber dies Statut siehe Harleian Miscell. V. p. 306. Chap. X. Stat, of the Realm II. p. 85., col. in fine. A. D. 1392–3. 16° Ric. II.

3.

Der Successions - Eid 1).

Was

as More vorausgesehen, daß des Königs Scheidung und zweite Ehe durch einen von den Unterthanen gefor: derten Eid bestätigt werden würde, traf in kurzer Zeit ein. Die Rechtmäßigkeit der Ehe mit Annen, so wie der in dieser Verbindung zu erzeugenden Kinder ließ Heinrich VIII. durch sein Parlament aussprechen. Zu dem Ende ward die Successions - Afte abgefaßt, und am zwanzigsten März 1534 ins Oberhaus ges bracht, am drei und zwanzigsten dem Hause der Ges meinen zugeschickt, woher sie am sechs und zwanzigsten wieder zurück fam.

Diese merkwürdige Afte enthielt folgende Bestiminungen:

1) Des Königs Ehe mit Satharinen ist trop dér päpstlichen Dispensation als den göttlichen und menschlichen Gefeßen zuwider, nult und nichtig.

2) Des Königs Descendenz aus der Ehe mit Anna Boleyn gelangt zum Thron von England, erstlich die Söhne, sodann in Ermangelung derselben die Töchter. Dadurch ward Maria, Heinrichs Lochter aus der ersten Ehe, von der Thronfolge ausges schroffen.

3) Wer es wagt, durch Schriften, Bücher oder Handlungen des Königs Krone zu beunruhigen, oder auf vor: besagte Weise zum Nachtheile der geseßlidien Ehe Seiner Majestät mit Annen, und der in derselben erzeugten

Kinder zu wirken, gilt für einen Hochverräther, und soll die Strafe des Hochverrathes erleiden.

4) Bei Strafe der Verhehlung des Verrathes follen alle Unterthanen im Reiche diese Successions - Afte ihrem ganzen Inhalte nach beschwören (BeiInge A.).

Wirklich leisteten am dreißigsten März in des Königs Gegenwart der Kanzler Audley, Cranmer, der Erzbischof von Canterbury und die Herzoge von Nors folf und Suffolf den Schwur, und wurden zu Coms missarien ernannt, im Namen des Königs den Eid abzus nehmen. Vor dem Auseinandergehen der beiden Häuser schwuren die Glieder derselben, um den übrigen Unterthas nen ein gutes Beispiel 311 geben, den vorgeschriebenen Successions - Eid.

Diese Maßregeln Heinrichs VIII. führten für Sir Thomas die Alternative herbei, entweder sich – wie man wünschte - dem föniglichen Willen zu unterwerfen, oder Gefahr zu laufen, der ganzen Strenge des neuen Gesetzes 6106 gestellt zu feyn.

Die gesammte Geistlichkeit von london – vont den Paien aber Riemand, als More - erhielt den Befehl, vor den Tommissarien zu Lambeth die SuccessionsAkte 311 besdhwören. Am Morgen des dreizehnten Aprils, ehe er sich nach dem Orte seiner Bestimmung begab, ging Sir Thomas in die Kirche zu Chelsea, beichtete, hörte die Messe, und empfing das heilige Abendmahl. So that er immer vor Beginn wichtiger Geschäfte. Ses wöhnlich begleiteten ihn, wenn er zur Stadt fuhr, sein Weib und die Kinder bis zum Boote, woselbst er mit einem Kusse von ihnen Abschied nahm. Diesmal aber befahl er, Niemand der Seinen solle ihm bis vor das Thor

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folgen. Er zog das Pförtchen zu und bestieg das Fahrs zeug. Nie wieder sollte er sein geliebtes Chelsea betreten!

Mit schwerem Herzen seine ganze Haltung zeigte den innern Kampf fuhr er nun mit Roper'n und vier Dienern nach London. Eine Weile über saß er niedergeschlagen und still, plößlich aber richtete er sich auf, und sagte seinem Schwiegersohne ins Ohr: «dem Herrn sey Danf, Sohn, das Feld ist gewonnen! » u Das ist mir lieb,» antwortete Roper, More's Stimmung nicht gleich begreifend, welcher aus dem harten Kampfe mit den Lockungen der Welt fiegreich hervorgegangen war.

Mit großer Seelenruhe trat er vor die königlichen Commissarien zu Cambeth. Seint Benehmen daselbst (dyildert More in einem Briefe an seine lieblingstochter Margaretha, aus dem Tower wenige Tage ?) nach: her geschrieben.

Nady Durchlesung des Eides und der Success sions - Afte erklärte ich den fords, meine Absicht sey nicht, die Akte und deren Verfasser, oder den Eid, und jene, die ihn schwören, zu tadeln, noch über das Gewissen von irgend Wen zu urtheilen. Den Eid aber, wie er mir geboten wird, kann ich ohne große Gefahr für mein Seelenheil nicht schwören, er ist gegen mein Gewissen. Doch weigere id mich nicht, den Eid auf die Successions - Afte zu leisten. »

« Wir sind alle sehr bekümmert, sagte der ford-Kanzler, über Eure Weigerung, denn in Wahrheit! Ihr reyd der allererste der nicht schwören will, dies wird Seine Majestät höchlich wider Euch aufbringen. Nun zeigten sie mir die Liste aller Jener, die bereits geschworen und unterzeichnet, ich aber beharrte auf meiner Weigerung, Niemanden tadelnd, der da geschworen. Hierauf hießen

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