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gustinus ro, daß man sieht, er fenne sie mehr als oberflächlich. p. 244. 245.

40) Tupavvoxrovos, in der * Aldinischen Ausgabe von 1503. fol. p. 161.

41) More's Ueberseßung. Voran die brevissima materia, p. 277.

42) Erasmus Ueberseßung, voran der Brief an Rich. Wit: ford, p. 127. d. d. Ruri, ad calendas Maias MDVI. "impul sore Thoma Moro. Erasmus Brief an Hutten.

43) 3. B. Sein Lob und Tadel der Ehe. S. Knight & Erasmus von Arnold, p. 50. not. o.

44) Burigny I. 113. Hell. J. 119.

45) Gleich nach seinem Abgange von der Universität dem Ver: langen seines Vaters gemäß. Man vergesse nicht, daß in England die Oeffentlich feit der Rechtspflege herrschte.

46) Muthmaßlich nur; Erasmus arbeitete raích, und fertigte gleich nach der beendeten Arbeit die Dedicationen.

47) Erasmus Brief an Witford. p. 128. Hortor autem, ut et Moricam (declamationem) conferas.

48) More's Rede, p. 285 – 298, während jene des Erasmus don p. 136 175 geht.

49) Staplet. p. 6. col. 2. More, p. 14. Schließlich erwähne ich noch, daß Erasmus durch More die Bekanntschaft des jungen, damals sjährigen Prinzen (geb. 1491 22. Junius) þeinrid, nachmals Heinrich VIII. in der Stadt Eltham madyte. S. das Nähere bei Knight, Erasmus v. Arnold. p. 69. not. r. und bei Müller, p. 175.

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6. Rechtsstudium.

Zu Orford, unter trefflichen Lehrern und Freunden, hatte More mit so entschiedener Vorliebe den schönen Wissens schaften sich ergeben, daß zu erwarten stand, seine Lalente würden mit Hintanseßung jeder andern Beschäftis gung und durch keine Macht abgehalten, ausschließend diese edle Richtung des Geistes verfolgen. Aber Sir John More, sonst ein verständiger und rechtschaffener Mann ), sah mißvergnügt auf seines Sohnes Studien, weil ihn diese, seiner Meinung nach, von aller Beförders ung zurückhielten, welche nur durch die Renntniß der vas terländischen Rechte erworben werden kann; deshalb unterstüßte er ihn ganz und gar nicht in seinen Bestrebungen ?), so daß der junge More dieselben aufzugeben sich genöthigt sah; denn der Vater forderte vom Sohne Ges horsam-seinem Gebote, und dieser brachte, was auch seis ne Neigungen dagegen einwenden mochten, das große Opfer. Die englische Rechtskunde, sagt der hierin freilich nicht competente Erasmus, ist der wahren Wissens schaft im höchsten Grade entfremdet 8). Ein anhaltender, mehrjähriger Fleiß wird erfordert, sie sich anzueignen. Mit Widerwillen, ja mit Abscheu ergriff More das Rechtsfach. Niemand war, dem eignen Geständnisse nach, Processen abgeneigter als er, eine Abneigung, die ihn selbst in späteren Jahren nicht verließ 4). So sah er sich plößs lidh durch den väterlichen Befehl den schönen Gefilden des klassischen Landes entrüdt, und hinüber verseßt in die uns erquídlichen und wüsten Gegenden der englischen Juris. prudenz! Dennoch brachte er es in jenen Rechten zu folcher Volfоmmenheit, daß später die streitenden Pars theien Niemanden lieber in ihren Angelegenheiten zu Ras the zogen, als ihn 5).

Er hatte sich die Kenntniß der Rechte des Königreichs anfänglich zu New - Inn, der Pflanzschule des Kanzleihofes, erworben und bei erwünschtem Fortgange seiner Bemühungen warb er seitdem in lincolns - Inn zugelassen, dort mit farger Unterstüßung vom Vater, dess sen Erziehungsprincip noch immer dasselbe blieb, seine Studien fortseßend, bis er zum Utterbarister würdig befunden und befördert ward 6). Selbst in diesen seiner Neigung nichts weniger als zusagenden Beschäftigungen wußte er zur Vortrefflichkeit zu gelangen, so überwiegend und kräftig waren seine Geistes - Anlagen. Nachmals ges langte er, mittels seiner Erfahrenheit in diesem Fache, zu den höchsten Staatsämtern ')."

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1) Erasmus Brief an Hutten.
2) Staplet. p. 9. col. 1.
3) Erasmus, l. cit.

4) More an Erasmus, d. d. Caleto, 1520 25. Octobr. Erasm, opp. III. P. I. p. 589. C. D. E. " qui meapte natura vehementer ab litibus abhorream, etiam cum lucrum adferunt. Utopia, p. 125. 126.

5) Erasmus, I. cit.

6) Roper, 27. Staplet. 5. col. 1. - More, p. 38. 39. Biogr. Brit. 3158.

7) Ueber die Einrichtung und Verfassung der englischen Rechtba Schulen verweise ich auf Stow's survey of London, p. 120. 121. und Goede, II. p. 135 — 144. Id wage es nicht, die Zeit zu bes stimmen, in welcher More die verschiedenen Stufen zurücklegte. Bei Roper, l. cit., herrscht, wie mir scheint, noch die meiste Ordnung, obwohl auch er durcheinander wirft. Im Ganzen kommt nicht eins mal viel darauf an, wie und wo er begonnen, wann er Utterbarri. ster, double Reader (eine besondere Ehre) . gewesen. Staplet. II. in fine p. 9. col. 2. in medio, drückt sich über die erlangte Trefflichkeit im Rechtsfache also aus: Legum Britannicarum studio operam dedit (Morus), in eoque eos progressus fecit, ut tum in hoc jure bis legerit, vacationum tempore, quod a festo S. Joannis Baptistae usque ad S. Michaelem excurrit ( est autem hoc legendi munus valde apud nostros splendidum, quod non nisi senioribus defertur, et non nisi a peritissimis exercetur, reliquis minus idoneis magnam quandam pecuniae taxam lecturae loco solventibus) tum ex hujus juris studio varios et amplissimos honores in Republica gesserit. Siebe über die Vorträge der utterbarristerø Stow l. cit. p. 121 col. 1.

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7. Alore's Hang zur Devotion.

War nun gleich More solchergestalt dem Studium der schönen Wissenschaften fast gänzlich entrüdt, fo fonnte er doch ungehindert den theologischen Studien sich hingeben, zu welchen ihn sein durch Erziehung und Beispiel genähr. ter Hang zur Frömmigkeit und Beschauung hinzog. Nies mals, selbst nicht einmal im Gewühle der sdhwersten und angestrengtesten Beschäftigungen, konnte er den Andachts. übungen entfremdet werden, sondern stets sorgte er dafür To viel Zeit zu gewinnen, um sich an seinen Schöpfer zu wenden und durch fromme Betrachtungen und eifriges Nachdenken die Reinheit seiner Seele zu bewahren und zu vervollkommnen. Mit Recht lenkte er seine ganze Aufmerksamkeit auf die Leidenschaften eines jugendlichen Gemüthes, auf die Forderungen einer kräftigen Sinnliche keit, welchen nachzugeben ihm verdammlich erschien. Durch Strenge gegen seinen Körper und Wachsamkeit auf den Ungestüm der Begierden, gedachte er diese Hindernisse eis nes gottgefälligen Lebens zu besiegen. In solcher Abs richt trug er schon als Jüngling das beschwerliche Cilis cium '), welches er erst kurz vor seiner Hinrichtung abs legte, und schlief statt im weichen Bette auf dem Fußbo. den oder der Bank, einen Kloß an die Stelle des Kissens unter fein Haupt legend. Vier, höchstens fünf Stunden dünften ihm hinreichend, das Bedürfniß des Schlafes zu befriedigen. Nachtwachen und Fasten sollten den Aufruhr. der Sinne dämpfen. Ueberdies hörte er täglich die Mesle, wohnte erbaulichen Predigten fleißig bei und lag mit in.

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