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Vorerinnerungen.

In dem voranstehenden Avantpropos habe ich bereits ein paar Worte zur Beurtheilung dieses Supplements gesagt, jedoch nicht alles, was ich meinen Landsleuten zu sagen habe. Hier also noch Einiges darüber.

Schon war ich mit diesem Nachtrage so weit gekommen, dass ich denselben zur Ostermesse vor. Jahrs herausgeben wollte, als mir die Ankündigung von Desessarts Siècles literaires in die Hände fiel, die bis zu Ende des achtzehnten Jahrhunderts herab gehen sollten. Natürlich musste ich nun die Erscheinung dieses Werks abwarten, um zu sehen, ob nicht dadurch meine bisherige und jede weitere Arbeit überflüssig würde. Je weniger diess aber der Fall war, wie sich

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aus der Anzeige dieses Werks in der Allg. Literatur Zeitung (1901. N. 99. u. 213.) ergiebt: desto weniger glaubte ich nun, nachdem dasselbe vorläufig beendigt ist, zu der Herausgabe meines Nachtrags, in welchem ich eine Menge grösserer und kleinerer Artikel fand, wovon in D. Werke nicht das geringste vorkommt, die von dem französischen Literator versprochenen Ergänzungen erwarten zu müssen; da überdiess die für mein gelehrtes Frankreich brauchbaren Artikel bey einen zweiten Nachtrage benutzt werden können. In dem gegenwärtigen findet man aus Desessarts Werke alles Brauchbare, was er zu der von mir bearbeiteten Periode lieferte, mit den von mir gesammelten Materialien verarbeitet. Besonders gilt diefs, ausser einigen Notizen von Autoren, die, meiner Vermuthung nach vor 1771. gestorben und daher übergangen worden waren, die autobiographischen Artikel, (deren ich, bey aller Unterstützung von Frankreich aus, natürlich nicht so viele erhielt, als der in Paris lebende Verfasser der Siècles litéraires); jedoch mit Vermeidung alles dessen, was der deutschen Form solcher Autoren Verzeichnisse entgegen ist, wozu Hambergern die ältere France lliéraire nur ein sehr unvollkommenes Muster lieferte. Diese nothwendigen Abänderungen, die strengere chronologische Anordnung, die oft erst durch das zuweilen ganz vergebliche Aufsuchen der häufig vernachlässigten Jahrszahlen erreicht werden konnte, die Sonde

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rung namenloser Schriften von den übri. gen, die Angabe der Preise und Uebersetzungen in andere Sprachen, u. dgl. erfoderten nicht selten eine völlige Umarbeitung, und das Zuratheziehen anderer bibliographischen Werke, so dass sich das Brauchbare solcher Artikel fast nur auf einige, nicht aus öffentlichen Nachrichten zu schöpfende, Data beschränkte. Leider sind diese Nachrichten in Frankreich, wo der literarische Ruf nicht wenig von der Protection der angesehenern Gelehrten der Hauptstadt abzuhangen scheint, weit seltener, als in andern Ländern, und im Ganzen weniger genau, wie besonders die Vergleichung der verhältnissmässig sehr sparsamen Todesanzeigen in französischen Blättern und Journalen mit ähnlichen Nachrichten in englischen Magazinen jeden, der sie anstellen will, belehren kann. Andere nachtheilige Umstände für den Bearbeiter eines gelehrten Frankreichs in Deutschland so wie in Frankrcich selbst, sind die häufig verdruckten Nainen in den vielen Journalen, der beliebige Gebrauch angenommener, zuweilen doppelter, statt oder neben den Familien-Namen, die Weglassung selbst der Anfangsbuchstaben der Vornamen, des bürgerlichen Charakters u. s. w.; Umstände, die ofters Gelegenheit zu Verwechselungen und Vervielfaltigungen geben. Auch ist 01.10 zuweilen selbst durch bandschriftliche Nouzen von Autoren nicht hinlänglich bera then, wie das in dem Aranipropos angeführte Beyspiel einer autobiographischen Notiz beweiset *).

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Dass

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*). Es ist wohl der Mühe werth, in einer Anmerkung hier ein paar Worte mehr davon zu sagen, als dort, wo ich nur Leser voraussetzte, welche Desessarts Werk mit dem Magasin encycl. vergleichen können. In den Siècles literaires findet man folgenden Artikel: COLLIN D'HARLEVILLE (J. F.) Poète comique, membre de l'institut national, à Maintenon près Chartres le 30 Mai 1755. Cet écrivain ostimable a enrichi la scène française des pièces suivantes, qui ont été jouées avec le plus grand succès et qu'on reooit toujours avec un plaisir nouveau : l'Inconstant, comédie on 5 Actes et en vers représentée en 1786. et impr, en 1787. in 8.

l'Optimiste, coméd. en 5 A. repr. et impr. en 1788. in 8. Les Chateaux en Espagne, com. en 5 1. jouée en 1789. et impr, en 1790. in 8.

Le vieux Célibataire, com. en 5 A. jouée ren 1792. et impr. en 1794. (an Il.) in 8. M. de Crac dans son petit Castel, Com. en i A. repr. cn 1791. et impr, er 1796. (an IV.) in 8. Las Artistes, Com. on 4 4. jouée et impr. on l'an V. (1796.) On a du même Auteur de charmantes pieces fugitives qui ont été imprimées dans les journaux et notaminent dans l'Almanach des Muses et la Décade philosophique. On n'a point encore réuni les pièces qui composent le théatre de Collin d'Harleville. Cette édition est desirée ; et lorsqu'elle paraitra, on s'empressera de la joindre à celles de nos meilleurs poètes comiques. Da ich in diesem Artikel mehreres nicht fand, was der meinige im Nachirage als unter dem Namen des Verfassers erschienen, auffülirt: 80 glaubte ich ihn mit Recht in meinem Verzeichnisse der unvollständigen Artikel dieses Werkes nennen zu dürfen. Dagegen glaubt denn Desessarts einen vollständigen Triumph über mich durch die Versicherung zu gewinnen, dass die. ser Artikel von C. d'H. selbst sey, und dagegen mir Légèreto und Indiscretion mit Peche Schuld gebon zu dürfen. Dass nun dieser Artikel von C. d'H. selbst dem Verfasser der Sièles literaires in dieser Form zugesendet worden sey, hatte ich freylich nicht vermuthet; ob aber, nach einer sol. chen Erklärung, die ich, nach meinem Gefühle, nicht hätte geben können, die aber nun, da sie einmal gedruckt ist, liicr oline Bedenken gerügt werden darf, der Vorwurf von Indiscrétion mehr ihn oder mich treffe; und ob dieser von C. d'II. wahrscheinlich schon vor geraumer Zeit eingesendete, ubrigens in Vergleichung mii andern autobiographischen Nachrichten genan abgetalste Artikel, oder der von mir ohne diese Beyhülfe blols ans öffentlichen Anzeigen gelieferte mehr Légerete verrathe, mögen andere entschei

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Dass dieser Nachtrag nur bis 1800 incl. gehe, zeigt der Titel; doch gilt diess nicht die biographischen Data, da ich es unmöglich fand, einen Schriftsteller, dessen Amtsveränderung oder Tod mir noch vor dem Abdrucke seines Artikels bekannt wurde, in jener frühern Lage oder als lebend aufzuführen. Selbst in den Corrections et Additions glaubte ich noch einige dieser bis zum Abdrucke des letzten Bogens mir zugekommenen Notizen nachtragen zu müssen.

Durch das mit nicht geringem Zeitaufwande verfertigte Materien Register, das ziigleich, unter einzelnen Rubriken, die Bearbeitungen gewisser Classen der Schriftstellerey, als Erbauungsschriften und Dichterwerke, deren Stoff der Rubricirung entweder nicht empfänglich oder nicht bedürftig ist, nebst den Namen der Schriftsteller angiebt, von deren Werken neue Ausgaben, Uebersetzungen u. 8. w. erschienen, hoffe ich dem Werke noch mehr Brauchbarkeit zu verschaffen, als man ihm bereits zuerkannt hat. Einige reichhaltigere Artikel abgerechnet, werden die übrigen, neben ihrem Hauptzwecke, ein leichtes Hülfsmittel zur Aufsuchung anonymer Schriften, und halb - oder

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den. Ich habe wenigstens nicht unrecht daran m than geglaubt, dass ich die mir von verschiedenen französischen Schriftstellern gelieferten Notizen von ihren Lebensumständen und Schriften nach meinem Plane abänderte, und sie aus öffentlichen, durch keinen Widerspruch bestrite tenen, Nachrichcen bis auf die Zeit des Drucks derselben fortsetzte.

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