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zufugte, der sail ine von stunt solichen schadenn keren und darzu eyn eynung geben und darin ine verfallen sin und mogen sie dieselben hern darumbe pfenden.

Und als ich offenschriber obgenant die bucher unnd brieff vorgeschriben also gelesen hait, saget der obgenant meister Hermann Rosemberg. denn obgenanten schultheissen unnd scheffen, wie das die egenanten herren dechant und capittel und stifft zue unser lieben frawen vast mee fryheit daselbst hetten dan itzunt gelessen weren, doch wolden sie zu diesser zeyt und uff das mail nit furter sie darnach fragen und gewyset werdenn sunder hernachmals. und also hieschen die scheffen laub sich daruff zu beradenn unnd gyngen mit eyn uss, und als sie lang uss waren gewest qwamen sie widder inne und sprochen unnd wysenten eyndrechtiglichen und eynmudiglichen vor eyn recht, das ire 1) herren dechant und capittel des stieffts unser lieben frawen uff den greden zu Mentze hetten alle herlichkeyten und fryheyten unnd rechten als dan da itzunt fur sie gelessen weren unnd obenn geschriben steet und were auch von alters also uff sie kommen. dieselben dechant und capittel hettent auch daselbs mehr fryheit unnd recht dan itzund gelessen weren, die sie auch wyssen wulten ob sie furter gefraget wurden unnd baden sie und begerten das die obgenanten herren sie by irer fryheit unnd herkommen auch wolten behalten beschuwern und beschyrmen als billich were, das ine dann der obgenant meyster Hermann von der obgenanten hern wegen trostlich zusagte 2). Zum letzten bade unnd. hyss meyster Hermann Rosemberg von sinen und der obgenanten hern zu unser lieben frawen wegen mich hernachgeschriben uffenschriber, das ich ine daruber zu ewiger gedechtnis schrieb und mechte eyns zwey unnd so vil iss noit were offenn instrument. dis ist alles gescheen in dem jare tage stunde und stede als vorgeschriben stet unnd waren daby die ersamen Johannes Worsen zcolschriber zu Hoest unnd Sifridt zu Fritzlar cyn clerick Mentzer bistumbs die heruber zu gezugen geheyssen und gebeten waren. Unnd ich Dietherich Meynhart von Assendelff eynn clerig Utrechter bistumbs eynn offenschriber vonn keyserlicher gewalt darumb das ich in gericht unnd wysung und alle ander stuck unnd artickel als vorgeschriben ist mit den vorgenanten gezugen gegenwurtig was unnd die also thede unnd sach und horte, so hain ich das offenn instrument daruber uns dannen gemacht unnd das mit myner eygner hant geschriben und mit myme gewonlichen zeychen gezeychent, darzu ich gebeten und geheyschen was zu eym gezugnis alle diesser vorgeschriben stuck unnd artickel.

1) Vorlage: iren. 2) Bis hierher gedruckt bei Grimm Bd. V, pag. 295. Das Folgende fehlt daselbst.

Zu wissenn das inn dem jare als man zcalte vonn Christi unsers lieben hern gepurt dusent vierhundert und sechzig jare uf mantag nehist nach sant Matheus des heiligen aposteln und ewangelisten tag zwuschen eyner unnd zweyn uhren nach mittage inn dem dorff Nidde gelegen obendig Hoest im hoiff der herrn unnd stieffts unser lieben frauen an den greden zu Mentz vor der schuwern desselben hoiffs sassen zu gericht die vorsichtigen menner Ewalt schultheiss unnd Heyrt Tufel Henne Schulkorp Katherin Jeckel Hans Fischer Contz Jorge Kochs sone unnd Contz Foltzgin alle scheffen des gerichts daselbst zu Niede unnd sassen auch by yne daselbst herre Philips canonick und herre Peter Hornick amptmann unnd vicarie desselben stieffts, unnd in myner unnd der hernachgeschriben gezugen geinwurtikeyt fraget derselbe schultheiss die vorgenanten scheffen, was recht fryheit unnd herlichkeyt die obgenanten stiefft nnnd hern haben und hain sollen im dorff unnd marck zu Nidde obgenant das sie das wysseten. unnd uff soliche frage gyngen die scheffen uss unnd berydenn sich und qwamen widder an gericht und sprachen, sie wissten woil, das die vorgenanten herren beschriben hetten in irenn brieffenn unnd buchern solich recht fryheit unnd herlichkeyt unnd begerten, das solich brieff gelessen wurden uff das sie sich destebass des erinnern mochten. also laiss ich ine uberlude diss obengeschriben offen instrument forn an bis zum ende, und da das also gelassen was da gyngen dieselben scheffen widder uss vom gericht sich uff solichs zu beraden und da sy eyn wil by eyn uss waren qwamen sie widder an gericht und antwerten uff des schulteyssen frage, es were also als dieselbe schrifft und brieff lutendt unnd inheldet von alter uff sie komen unnd wyssten auch also. darby waren die erbaren Johannes Gysse von Zymmern clerick Peter Gule Eberhart Wyrt Peter Snyder Henne Kaldebach der junge Rule unnd ander vil erbare lute von Nied unnd Gryssheym. Johannes Leyst notarius publicus et scriba causarum sancte maguntine sedis juratus ad premissa requisitus ita fieri vidi et audivi.

Und als dasselbe obengeschriben instrument von mir offen schriber verlessen was, begert herr Emrich vonn Ryffemberg obgenant abermals als mee von denn obgenanten schultheyssen unnd das gericht sins gnedigen hern vonn Mentze unnd siner gnaden stiefft recht und herlichkeyt zu wyssen etc. Daruff hiess der obgenant schultheys die scheffen zum andern male wie vor oben erludt uffstehen ussgehen sich besprechen unnd sins gnedigen hern zu Mentz und siner gnaden stiefft recht unnd herlichkeyt wyssen als von alter uff sie kommen were. unnd als dem nach die scheffenn uffgestanden ussgangen sich gude wyl besprechend und darnach widder zu gericht gesessen sint, han sie durch den dick

genanten schulteissen Heyrten Tufel von gerichts wegen sprechen laissen also: ir furfaren haben inhalt des obengeschriben verlessen instruments gewyset unnd sie wyssen unnd halten ist auch also als vonn alter. unnd rett der genant schultheyss darzu mehe: eyn herschafft zu Hanaw hetten by solichen iren furfaren wysungen zu zweyn maln bescheen allemal gehabt sitzen eyn zentgreffen des Bornheymer bergs zum ersten Adam Kracken seligen unnd zum andern mail Kren Jeckel seligen zu den zyten auch scheffen zu Nydde die nicht darwidder gerett sunder hetten helffen wysen. dem allesambt nach unnd das oben obgeschriben instrument verlesen und daruff wie vor ludet vom gericht zu Nidda gewyset was, hiess her Emrich von Ryffemberg als amptman von sins gnedigen hern zu Mentz unnd von siner gnaden stiefft wegen mich offenschriber vonn keyserlicher gewaltt unden geschriben begert, das ich sinen gnaden unnd stiefft heruber machen solt eyns ader mere so vil der noit wurden sin uffen dutsch instrument. und ist alles gescheen im jare indiccion bastums keysertums mants tags stunde unnd an der stait wie oben sunderlichen davon geschriben steet in gegenwurtikeyt der vesten junghern Craffts von Deckenbach jungher Balthasar von Eschbach jungher Henrich vonn Prumheym auch der ersame vorsichtige Walther Irmberg schriber der herschafft zu Konigstein und ander vil umbstender etel unnd unettel die alle herober zu gezugen geheyschen unnd gepetten wurdenn.

Unnd dwil ich Philips von Rynheym offenschriber von keyserlicher gewalt mitsambt den obgenanten glaubwurdigen zugen by allenn obgerurten sachen clagen antworten nachreden widderreden verlesungen der instrument wysung und anders wie obgeschriben steet geinwurtig gewest byn, die also vor mir gescheen sahe und horte, darumbe han ich dis geinwurtig offen instrument das andrer myner angelegener nodelicher geschefft halber durch eynn andern vorsichtiglichen geschriben ist in dis offen forme bracht mit myner eygen hant hie underschriben unnd mit mynem gewonlichen zeychen verzeychnet als ich zu gleuplicher gezugnis daruber geheyschen unnd gepetten worden bin.

Auschultata et collacionata est presens copia per me Henricum Eschwe imperiali auctoritate notarium et concordat cum originali de verbo ad verbum quod protestor manu propria.

105. Bechtoldsheim.

1487, Jan. 29.

Jeckeln Ledderhose und Katheryn seine Ehefrau, wohnhaft zu Bechtelsheym, verkaufen dem S. Annen Altar und dem Kaplan desselben Altares in der Pfarrkirche zu Bechtelsheym Einen Gulden jährlicher Gülte menczer Währung für 20 Gulden mit Vorbehalt des Wiederkaufs.

Als Unterpfand setzen sie verschiedene eigene Güter in der Mark von Bechtelsheym gelegen und geben dieselben vor Schulteiss und Hufenern auf nach des Gerichtes Recht und Gewonheit.

Zeugen: Thomas Kemppe Schulteiss, und die Hubener des Gerichtes zu Bechtelsheym.

Es siegelt Junker Wilhelm von Mauchenheym, genannt von Bechtelsheym, des Gerichtes Junker.

dat. uff montagk nach S. Paulus dagk bekarunge 1487.
Orig. Perg. mit anh. Siegel.

106. Hachenburg.

1488-1489.

Abrechnung des Bürgermeisters Ryffert von Hachenburg über Einnahme und Ausgabe vom 1. Mai 1488 bis 1. Mai 1489.

(Rechinschaifft myn Ryffertz burgermeister ym jair LXXXVIII vnd geyt daz jair viss vff sint Walperdach anno domini LXXXVIII).

Orig. Papierheft.

107. Dietkirchen.

1489, Mai 10.

Grede Groben Wittwe des Herman Groben, wohnhaftig zu Ronckel und Frederich Pastor zu Layr und Herman Johan Heynrich und Anne, alle Geschwister, und Peter Tzulman, der vorgenannten Anne Ehegemal, der Grede Kinder und Eidam bekennen, dass sie dem Dechant, dem Capitel und Vicaren und der gemeinen Präsenz des St. Lubentienstiftes zu Diekirchen ihren im einzelnen beschriebenen Hof zu Oberndiffenbach gegeben und vor Clesgyn Berwart Schulteiss zu Ronckel und den Schöffen Henne Molner und Henne Nutzelnick daselbst mit Halm und Hand, wie es in der Herrschaft Ronckel Recht und Gewonheit sei, aufgetragen haben. Die Herren sollen dafür für die Geber und ihre Aeltern eine ewige Wochenmesse an dem Frauenaltare in ihrer Kirche halten und die Grede und ihren Sohn Herman dereinst in Dietkirchen begraben, wie auch Herman Grobe, der Vater, daselbst liege. Als Grundgülte bezale der Hof jährlich: 21 redder weisspf., 3 Malter Korn, weniger ein sommern, 2 sommern Haber, 1/2 Gans und ein Huhn.

Es siegeln Johann Herr zu Ronckel und Schulteiss und Schöffen des Gerichtes daselbst.

dat. a. d. 1489 dominica Jubilate.

Orig. Perg. mit 1 anh. Siegel (des Herrn von R.). Das des Gerichtes fehlt. 109. Flörsheim. 1492, April 1.

Philipps Oehem und Margrede seine Ehefrau zu Westhoffenn gesessen bekennen, dass sie von dem Herrn Sittich von Breittennbach, Schaffener des Hauses zu Hernflerssheim und dem ganzen Convent daselbst verschiedene Güter in der Gemarkung von Westhoffen gelegen

zu rechtem Erbe bestanden haben. Sie wollen davon järlich 8 Malter und 3 Virtell (firntzall) Korn entrichten und aus den am wirlingswege gelegenen Gütern Einen Morgen Weingarten machen, denselben in gutem Baue halten und den Herrn den dritten Teil des Wachstums abliefern. Zeugen: Herr Hanmann Schaffner zu Byssheym Otterburgers Ordens, Magk Henn von Fussheym, Buer Henn von Westhoffenn und Gran Henn zu Hernflerssheym.

Es siegelt Herr Johann von Dieffenbach ein Oberglockener zu Westhoffenn.

dat. a. d. 1492 dominica qua cantatur in ecclesia dei Letare Jherusalem.

Orig. Perg. Siegel fehlt.

109. Mainz.

1492, nach Dec. 8.

Anthonius Drapp Vicar und Officiat der Pfründen des Decans und des Capitels der Kirche der h. Jungfrau Maria ad gradus zu Mainz giebt Abrechnung über eingenommenes und ausgetheiltes Getreide. de anno 1492 in generali capitulo post conceptionis gloriose virginis Marie.

Orig. Papierheft.

110. Flörsheim.

1493, März 4.

Der Official des Hofes zu Worms bekennt, dass Henn Sterroff und Guda seine Ehefrau von Herrn Sittich Schaffener des Deutschordens zu Hernflerssheim eine Hofstatt im Dorfe Westhoffen und einen Flecken vor der Pforte des Hofes zu Westhoffen als rechtes Erbe empfangen haben und dafür jährlich auf Martini einen Freizins von fünfthalb Gulden an Gold und 16 Schill. Heller und 12 Kappen entrichten sollen.

Es siegelt das Gericht.

dat. montag den 4. tag des Mertzen a. d. mill. quadringent. nonagesimo tertio.

Orig. Perg, Siegel fehlt.

111. Lahnstein.

1497, Nov. 25.

Bürgermeister, Schulteiss, Schöffen, Rat und ganze Gemeinde der Stadt Oberlaynstein bekennen, dass sie dem ehrsamen Johann von Exwiler genannt von sent Wendelen und Styngen Porren seiner Ehefrau, Bürgern zu Couelentz, einen jährlichen Zins von 15 Gulden (zu 24 wysspen.) für 300 Gulden verkauft und ihre Güter, sämtlich und Jeder besonders, im Oberlaynsteyner Gericht als Unterpfand eingesetzt haben. Es siegeln die Schöffen.

dat. 1497 uff sent Katherynen dach der heil. junffern.
Orig. Perg. mit anh. Siegel.

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